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Nur umweltverträgliche Baustoffe

Leben auf kleinstem Raum: Ferien im Tiny House auf dem Campingplatz in Karlsruhe-Durlach

Ein Tiny House bereichert ab sofort den Campingplatz in Karlsruhe-Durlach. Das Richtfest war am Donnerstag. Fünf weitere dieser kleinen Häuser sollen noch entstehen.

Siegerentwurf: Auf dem Camping Platz Durlach feierte das „Tiny House“ am Donnerstag Richtfest. Fünf weitere dieser kleinen Häuser sollen noch entstehen. Foto: Jörg Donecker

Klopfgeräusche klingen über den grünen Rasen des Campingplatzes. Sie kommen aus dem Rohbau des kleinen Holzhauses. Auf dem roten Gerüst werden Handwerker mit Werkzeug gesichtet. Ein riesiger gelber Kran hievt eine Holzwand in die Lüfte.

„Das ist das nördliche Dachelement“, erklärt Merve Simsek. Sie muss es wissen, denn das schwebende Teil gehört zum Tiny House, dem Siegerentwurf des „tiny timber tourism“ Wettbewerbs, den die 24-jährige Architekturstudentin zusammen mit ihrem Kommilitonen Mena Ghaly gewonnen hat. Beide strahlen, sind sichtlich stolz, und verweisen doch sogleich darauf, dass sie ein Büroteam waren, zusammen mit David Ulrich und Adrian Obermüller.

Dass der Siegerentwurf jetzt so schnell in die Tat umgesetzt wird, hat etwas mit Zufall und guter Kommunikation zu tun.

Jedenfalls entstand ein Kommunikationsprojekt der Architekturfakultät am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft (HGW) der Stadt Karlsruhe, der Berufsakademie FWG, Friedrich Weinbrenner Gewerbeschule Freiburg und der KOMZET Bau, dem Kompetenzzentrum der Südbadischen Bauwirtschaft Bühl mit Unterstützung des Vereins Bauwerk Schwarzwald in Neustadt. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit konnte sich am Donnerstag die gesamte Südwest-Presse auf dem Campingplatz in Durlach anschauen.

Vier Schlafplätze in einem Tiny House

Das Tiny House bietet vier Schlafplätze auf sieben mal drei Metern Grundfläche, dazu kommt eine kleine Empore. Dabei reizte Merve Simsek besonders, „die Bedürfnisse der Nutzer auf ein Minimum zu beschränken, ohne dabei die räumliche Qualität zu mindern“.

Oliver Sternnagel, Geschäftsführer der Karlsruher Bäderbetriebe und Chef des Campingplatzes, ist des Lobes voll und dankt dem Planungsteam unter Ludwig Wappner.

Der Professor erläutert die Elementbauweise, die den Aufbau in nur drei Tagen ermöglichte. Die jungen Zimmermeister und ihr Lehrer, Matthias Krieg, haben Lösungen für die Konstruktion entwickelt und die Materialien diskutiert.

Die Zusammenarbeit zwischen den angehenden Architekten und den Handwerkern sei spannend und befruchtend gewesen, berichten Simsek und Ghaly. Es sei schon etwas Besonderes, während der Studienzeit ein Haus zu bauen, bemerkt Wappner. Eine Fachwerk-Holzständerkonstruktion übernimmt die tragende Funktion.

Tiny House soll als Feriendomizil und von Studenten genutzt werden

Die Innenbekleidung besteht aus einer Nut-und-Feder-Schalung. Das gewährleiste neben weiteren Maßnahmen eine sortenreine Konstruktion, das heißt ohne Kleber oder umweltunverträgliche Baustoffe und somit vollständig rückbaubar. Gedämmt ist das Häuschen mit Seegras der Grötzinger Firma NeptuTherm.

Das Tiny House will die Stadt Karlsruhe künftig neben seiner Nutzung als Feriendomizil für acht Wochen im Jahr kostenfrei wohnungssuchenden Studierenden des KIT zur Verfügung stellen. Die Studierenden suchen Sponsoren, die sie beim Projekt unterstützen. Fünf weitere Tiny Houses sollen zukünftig auf dem Campingplatz entstehen.

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