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Wütende Eltern

Überfüllt und gefährlich: Ärger um Schulbusse zwischen Rußheim und Philippsburg

Zahlreiche Eltern sind über die Schulbusverbindung zwischen Rußheim und Philippsburg verärgert. Tatsächlich ist ein auf der Linie kursierender Gelenkbus morgens bisweilen überfüllt. Allerdings gibt es auch die Option, eine andere Verbindung zu nehmen - doch kaum einer nutzt sie.

An der Haltestelle in Rußheim bleiben Schüler auf dem Weg nach Philippsburg öfter stehen, weil er schon zu voll ist. Dann ist das Eltern-Taxi gefragt – so vorhanden. Foto: htz
Von unserer Mitarbeiterin Monika Eisele

Familie Schmoranzer aus Rußheim ist wütend. Ihre Tochter besucht eine weiterführende Schule in Philippsburg und muss dazu mit dem Bus fahren. Der aber ist meist schon übervoll, wenn er in Rußheim ankommt. „Schon öfter blieben Kinder an der Haltestelle zurück, weil sie nicht mehr in den Bus reinkamen“, berichtet René Schmoranzer. Da bleibt nur das Eltern-Taxi – so verfügbar.

„Meine Frau und ich sind beide berufstätig und es ist kein gutes Gefühl zur Arbeit zu fahren und nicht zu wissen, ob und wie unsere Tochter zur Schule kommt“. Die überfüllten Busse wecken zudem Sicherheitsbedenken. Weder gibt es ausreichend Sitzplätze noch Stehplätze, kritisieren die Schmoranzers und weitere Eltern, die sich an die Redaktion gewandt haben.

Am Schülertransport habe sich seit seiner eigenen Schulzeit nichts geändert, nur die jährliche Fahrpreiserhöhung funktioniere reibungslos, schreibt ein Leser.

Bus teils deutlich überfüllt

154 Schüler sind dem Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) aus Dettenheim zur Beförderung nach Philippsburg gemeldet, daraus ergibt sich ein rechnerischer Beförderungsbedarf von 134 Schülern, teilt das Unternehmen in einem Schreiben mit. Auf der Strecke werde ein Gelenkbus mit einer Kapazität von 115 Sitz- und Stehplätzen eingesetzt.

Zwei Zählungen im September haben einmal 77 Fahrgäste ergeben, zehn Tage später wurden 124 Fahrgäste gezählt. Der Bus war also deutlich überbesetzt. In Absprache mit dem Landratsamt, als beauftragende Stelle, habe man einen weiteren Bus eingesetzt. „Wir können nicht selbst entscheiden, sondern müssen von den entsprechenden Stellen, in diesem Fall dem Landratsamt, beauftragt werden“, erklärt ein Unternehmenssprecher.

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Und natürlich sei dies auch eine Frage der Finanzier- und Machbarkeit. „Es müssen geeignete Fahrzeuge und Personal da sein. Wir haben keine Garage, aus der wir einfach mal noch einen Bus holen und einsetzten können“.

Es gibt noch eine andere Verbindung - doch kaum einer nutzt sie

Besagter Bus aber fährt 20 Minuten früher und ist damit für viele nicht attraktiv. Dafür bietet er reichlich Platz. „Dieses Angebot wird von nur wenigen Schülern genutzt“, weiß man beim KVV. Für die Schüler bedeutet die Nutzung des früheren Busses nicht nur, dass sie früher aufstehen müssen.

Manche Familie müsste sich komplett neu durchtakten und die Schüler sind etwa eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn bereits am Schulzentrum. „Das Problem ist bei uns bekannt“, sagt Michael Beck, stellvertretender Schulleiter am Copernicus-Gymnasium. „Das Foyer der Schule ist ab 7 Uhr geöffnet. Dort können sich die Schüler bis Unterrichtsbeginn aufhalten“, so Beck.

Dieser Wert (30 Minuten) unterschreite deutlich die Zumutbarkeits-Grenze von 45 Minuten gemäß der Schülerbeförderungs-Satzung des Landkreises Karlsruhe, verweist der KVV auf die rechtliche Lage.

Auch bei den Obergrenzen für die zulässige Höchstbesetzung liege man unter den gesetzlich zulässigen. „Wir lassen weniger Gäste in die Busse, als wir dürften. Diese Vereinbarung haben wir in Absprache mit der Behörde getroffen, auch um den Komfort zu erhöhen“, so der KVV-Sprecher. Bleibt das Problem zurückgelassener Kinder und die Tücke von Durchschnittswerten.

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