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Neue Wertstoffsammlung

Karlsruher Gemeinderat beschließt Umstellung der Wertstoffsammlung ab 2023

Über die Hälfte des Inhalts der Karlsruher Wertstofftonnen sind Fehlwürfe wie Altpapier und Restmüll. Ein neues System soll ab 2023 für eine Verbesserung der Quote sorgen. Das gefällt aber nicht jedem Mitglied des Gemeinderats.

Auslaufmodell: Die Wertstofftonnen mit den roten Deckeln sollen ab 2023 durch Tonnen mit gelben Deckeln ersetzt werden. Foto: Jörg Donecker

Die Wertstofftonnen mit den roten Deckeln sind schon bald ein Teil der Karlsruher Stadtgeschichte. Spätestens zum 1. Januar 2023 werden die Sammelbehälter nach einem mehrheitlichen Beschluss des Gemeinderats durch dunkle Tonnen mit gelben Deckeln ersetzt.

Für die Sammlungen ist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr die Stadt Karlsruhe, sondern die Betreiber Dualer Systeme (BDS), ein Konsortium von Recycling-Firmen, zuständig.

Ändern wird sich auch der Inhalt der Tonnen. Mit der Umstellung dürfen in den Behältern nur noch die Leichtverpackungen (LVP), also Getränkekartons, Konservendosen oder Nudeltüten aus Kunststoff entsorgt werden. Laut der geplanten Vereinbarung mit den BDS sollen die Tonnen wie bisher alle zwei Wochen an der Haustür abgeholt werden.

Zähneknirschendes Votum

Grund für das Ende des Karlsruher Sonderwegs bei der Wertstoffsammlung ist eine Änderung im Verpackungsgesetz. „Die Kommunen wissen selbst am besten, wie sie mit ihrem Abfall umgehen. Deshalb würden wir das alte System gerne beibehalten, aber es gibt keine Möglichkeit dafür“, sagte Grünen-Stadträtin Christine Großmann.

Auch die Mitglieder anderer Gemeinderatsfraktionen nahmen das Ende der bisherigen Tonnen zähneknirschend zur Kenntnis. Die Bürger wüssten noch nicht, was auf sie zukomme, betonte FDP-Stadtrat Thomas Hock, und KAL-Vertreter Lüppo Cramer, der als Einziger gegen die Beschlussvorlage stimmte, prognostizierte wegen der neuen Vorgaben sogar ein „absolutes Chaos“.

Eigene Sammlung für Bratpfannen und Plastikspielzeug

Alltagsmüll aus der Gruppe der sogenannten Stoffgleichen Nichtverpackungen (SNVP) wie alte Bratpfannen aus Metall oder kaputtes Kunststoffspielzeug, der bislang in den städtischen Wertstofftonnen entsorgt werden durften, muss ab 2023 nämlich in den Wertstoffstationen abgegeben werden. Direkt nach der Umstellung soll dazu noch ein Pilotprojekt zur Abholung des SNVP im Rahmen des Systems Sperrmüll auf Abruf eingeleitet werden.

„Am neuen System gab es schon Kritik aus den Reihen der Bürgerverein“, betonte Umweltbürgermeisterin Bettina Lisbach (Grüne) in der Sitzung. Deshalb sollten die Bürgervertreter künftig besser in solche Entscheidungen mit eingebunden werden.

Die Bürger sollen ebenfalls frühzeitig über die neuen Modalitäten informiert werden, teilte die Stadtverwaltung auf einen entsprechenden Antrag der CDU-Gemeinderatsfraktion mit.

Bürger sollen frühzeitig über Änderungen informiert werden

Komplett ungelegen kommt die Gesetzesänderung der Stadt nach eigenen Angaben allerdings nicht. Weil über die Hälfte des Inhalts der Wertstofftonnen aus Fehlwürfen wie Altpapier, Kartonage, Bioabfälle oder Restmüll bestand, war die Sortierung des Tonneninhaltes in den vergangenen Jahren eine kostspielige Angelegenheit. Mindestens eine Million Euro jährlich werden durch die Erledigung der Wertstoffsammlung durch externe Anbieter eingespart.

Nicht eingespart werden sollen dagegen die Personalkosten für die über 40 Mitarbeiter des Amts für Abfallwirtschaft, die derzeit noch für die Wertstoffsammlung zuständig sind. Laut der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung sollen die Mitarbeiter in anderen Bereichen des AfA eingesetzt werden. Dadurch sei künftig unter Umständen auch eine zweiwöchige Leerung der Altpapiertonnen möglich.

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