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Optik eines Computerspiels

Auf der virtuellen Mobilitätsmesse Karlsruhe geht es um den Verkehr der Zukunft

Wie können die Emissionen nachhaltig gesenkt werden, die Menschen sich aber immer noch möglichst schnell, bequem und vor allem sicher fortbewegen? Antworten geben Karlsruher Wissenschaftler.

Virtuelle Messe: Wie auf den Präsenz-Messen vor Beginn der Corona-Pandemie werden den Besuchern auch einzelne Exponate mit Infotafeln geboten. Foto: Screenshot Matthias Pfriem/Leistungszentrum Profilregion Mobilitätssysteme Karlsruhe

Wie können die Emissionen nachhaltig gesenkt werden, die Menschen sich aber immer noch möglichst schnell, bequem und sicher fortbewegen?

Diesen Fragen gehen um die 90 Wissenschaftler des Forschungszusammenschlusses Profilregion Mobilitätssysteme Karlsruhe nach.

Am Freitagvormittag haben sie auf dem Virtuellen Mobility Summit erstmals rund 200 Vertretern aus Industrie, Wirtschaft, der öffentlichen Verwaltung sowie Interessierten ihre bisherigen Erkenntnisse vorgestellt.

Fest steht: Der Verkehr der Zukunft wird zunehmend digitaler und der Wunsch nach umweltfreundlichen Fortbewegungsmitteln steigt.

Ohne politische Regulierungen geht es nicht.
Till Gnann, Frauenhofer-Institut für System- und Innovationsforschung

„Die jetzigen Maßnahmen der Politik sind zu schwach, um die Emissionen gemäß der EU-Vorgaben zu senken“, sagt Till Gnann vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung.

Er spricht sich deshalb für autofreie Städte und ein Verbot des Verbrennungsmotors aus. „Ohne politische Regulierungen geht es nicht“, ist er sich sicher.

Experte empfiehlt integratives Konzept

Gnann empfiehlt ein integratives Konzept mit dem ÖPNV. So könnte etwa die Karlsruher Taxiflotte mit fünf Ladesäulen zur Hälfte batteriebetrieben fahren.

Bei der Logistik schlägt er Nachtlieferungen, den Einsatz von Micro-Hubs („Paket-Umschlagplätze“ in Form von Immobilien oder nicht-stationären Zwischenlagern wie Container) und Lastenräder vor.

Es gibt immer mehr Assistenzsysteme in Neuwagen, um die Sicherheit der Passagiere zu verbessern.
Miriam Ruf, Frauenhofer-Institut für Optronik

Ab 2060 wird es nur noch autonomes Fahren geben, so lautet die Prognose des IT-Unternehmens NTT Data. „Es gibt immer mehr Assistenzsysteme in Neuwagen, um die Sicherheit der Passagiere zu verbessern“, erklärt Miriam Ruf vom Fraunhofer-Institut für Optronik.

Am weitesten verbreitet sind Park- und Notbremsassistenzsysteme. Dahinter steht Software, die programmiert wird.

Interaktive Infotafeln: Videos, Präsentationen und Vorträge informieren über die bisherigen wissenschaftlichen Ergebnisse des Forschungsverbunds Leistungszentrum Profilregion Mobilitätssysteme Karlsruhe. Foto: Screenshot Matthias Pfriem/Leistungszentrum Profilregion Mobilitätssysteme Karlsruhe

Doch damit steigt auch das Risiko eines Cyber-Angriffs. Das Team um die Karlsruher Wissenschaftlerin simuliert etwa derartige Attacken und sucht nach einer Lösung. Derzeit entwickeln sie einen „Rendezvous-Partner“.

Dieser stellt eine Verbindung zwischen den Fahrzeugen etwa auf einer Autobahn und den bei einer Zufahrt einfahrenden Fahrzeugen her, um das Einfädeln zu erleichtern.

Ziel ist es, den Kraftstoffverbrauch zu senken. Dann werden auch weniger Schadstoffe ausgestoßen.
Olaf Toedter, Leiter neue Technologien und Zündsysteme am KIT

Olaf Toedter, zuständig für neue Technologien und Zündsysteme am KIT, arbeitet an einem umweltfreundlichen Hybridmotor – einer Kombination aus Batterie und Verbrennung.

„Ziel ist es, den Kraftstoffverbrauch zu senken. Dann werden auch weniger Schadstoffe ausgestoßen“, erklärt der Ingenieur. Im Bahn-, Schiff- und Flugzeugverkehr kann er sich einen reinen Batteriebetrieb nicht vorstellen. Bei diesen schweren Nutzfahrzeugen und Fluggeräten „braucht es regenerativen Kraftstoff.“

Virtuelle Messe: Im gläsernen Messegebäude kann sich der Besucher wie in einem Computerspiel fortbewegen. Es gibt sogar einen Paternosteraufzug. Foto: Screenshot Matthias Pfriem/Leistungszentrum Profilregion Mobilitätssysteme Karlsruhe

Virtuelle Messe noch bis zum 30. Juni

„Der virtuelle Mobilitätsgipfel kam sehr gut an“, sagt Matthias Pfriem von der Profilregion Mobilitätssysteme Karlsruhe. Er kann sich gut vorstellen, in den kommenden Jahren wieder einen Mobilitätsgipfel zu veranstalten.

Detaillierte Informationen zu den Forschungsprojekten gibt es noch bis zum 30. Juni auf der Virtuellen Messe. Dort kann sich der Besucher wie in einem Computerspiel durch ein gläsernes Messegebäude bewegen und sich über Videos, Präsentationen, Vorträge, und dreidimensionale Exponate informieren.

Die Teilnahme ist kostenlos und erfolgt über die Internetseite des Karlsruher Mobility Summits 2021.

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