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Händewaschen wegen Corona

Was hilft gegen trockene und kaputte Hände?

Dass viel und gründliches Händewaschen davor schützt, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, ist inzwischen wohl den Meisten klar. Was aber hilft gegen die dadurch rauen, trockenen und kaputten Hände? Eine Kosmetikerin und ein Hautarzt geben Tipps.

Vor allem nach jedem Husten oder Niesen auf die Hand ist Händewaschen angesagt. Foto: dpa

In ihrem Kosmetikstudio in der Karlsruher Gutenbergstraße behandelte Bozena Rutkowska-Kulawik vor der Corona-bedingten Schließung auch Ärzte, die in ihrem Alltag viel mit Desinfektionsmitteln arbeiten. „Der Alkohol darin trocknet die Haut aus“, erklärt sie.

Hände in Corona-Zeiten lieber waschen als desinfizieren

Häufiges Händewaschen trockne die Haut mehr aus als Desinfizieren. Das sagt Dirk Meyer-Rogge. Er ist Hautarzt im Ästhetic- und Hautzentrum Karlsruhe. „Seife entfettet, egal ob Duschgel, Spülmittel oder Waschmittel. Die darin enthaltenen Tenside legen Schutzkapseln um den Dreck und holen Fett aus dem Gewebe.“

Im Supermarkt kann man sich nicht die Hände waschen – für unterwegs ist deswegen Desinfektionsmittel besser.
Dirk Meyer-Rogge, Hautarzt aus Karlsruhe

Ist Desinfizieren dann besser als Händewaschen? Nein, ist es nicht, sagt der Hautarzt. Denn Desinfektionsmittel inaktiviere die Viren nur biologisch und töte sie ab, die Keime blieben aber noch auf der Haut. „Im Supermarkt kann man sich nicht die Hände waschen – für unterwegs ist deswegen Desinfektionsmittel besser“, so Meyer-Rogge. Wo es geht, empfehle er aber, sich die Hände zu waschen.

Das Waschen entfettet die Haut, die Hände werden trocken. Dem vorzubeugen, sei schwierig, sagt Rutkowska-Kulawik. Der Hautarzt stimmt zu. „Wer zu trockener Haut neigt, sollte permanent gegenfetten, also nach jedem Händewaschen die Hände eincremen. Durch konsequente Pflege kann man kaputte Haut verhindern.“

Im Homeoffice reicht es, sich fünfmal täglich die Hände zu waschen

Er gibt zudem Tipps, wie oft Hände überhaupt gewaschen werden müssen: „Vor Corona habe ich gesagt, fünfmal am Tag kann man sich ohne Probleme die Hände waschen, zehnmal kann man noch tolerieren. Wenn man sich die Hände häufiger wäscht, werden sie trocken.“

Diese Regel nütze jetzt zu Corona-Zeiten aber nichts: „Wenn man viel unterwegs ist, muss man auch viel waschen.“

Im Haushalt reicht Handöl, wenn man keinen Kontakt zu anderen Menschen hat.
Dirk Meyer-Rogge, Hautarzt

Wer aber nur zu Hause im Homeoffice sitze, müsse sich die Hände nicht mehr als fünfmal waschen: „Im Haushalt reicht Handöl, wenn man keinen Kontakt zu anderen Menschen hat.“ Auch könne man sich dann ohne Seife abwaschen: „Ich mache zum Beispiel viel Sport und dusche an diesen Tagen dreimal täglich, aber ich dusche nicht dreimal täglich mit Seife. Das würde die Haut zu sehr entfetten.“

Was aber kann man tun, wenn die Haut schon kaputt ist? „Unsere Aufgabe ist es, die Handekzeme unter Kontrolle zu bekommen“, sagt Dirk Meyer-Rogge. Die Kosmetikerin Bozena Rutkowska-Kulawik greift dafür ganz klassisch auf Handcreme zurück. Sie empfiehlt, selbst zu testen, welche Creme dem Einzelnen am besten hilft. „Ich benutze super gern Naturcreme“, sagt sie.

Tagsüber hilft eine leichte Creme, nachts eine Fettsalbe

Wenn die Haut schon sehr kaputt sei, helfe ihrer Meinung nach vor allem Fett. „Die Haut muss sich regenerieren, sie braucht nicht nur Feuchtigkeit.“ Über Nacht könne man gut eine fettige Creme oder Salbe benutzen, sind sich die Kosmetikerin und der Hautarzt einig.

„Bei Fettsalben kann man nach dem Eincremen eine Weile lang nichts anfassen“, gibt Meyer-Rogge zu bedenken. Deswegen empfehle er tagsüber etwas Leichtes. „Eine Creme ist sehr gut mit Harnstoff, er verstärkt die fettende Wirkung, ohne dass die Creme fettig ist.“ Auch Rutkowska-Kulawik rät neben dem Inhaltsstoff Fett zu Harnstoff.

Dirk Meyer-Rogge erklärt die unterschiedlichen Begrifflichkeiten: „Bei einem geringen Fettanteil spricht man von einer Milch oder Lotion. Cremes haben mehr Fett, Salben noch mehr und am meisten Fett haben Fettsalben.“ Je älter die Haut sei, desto reichhaltiger sollte die Pflege sein. So reiche für Kinder eine Lotion, Senioren sollten dagegen zur Fettsalbe greifen.

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