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Nur knapp 50 Prozent Auslastung

Weil die Nachfrage sinkt: Karlsruher Impfzentren schicken Ärzte und Helfer nach Hause

Impfwillige standen Schlange, plötzlich wollen nur noch wenige die Corona-Schutzimpfung. In den Karlsruher Impfzentren gibt es deshalb aktuell mehr Personal als Arbeit. Folge: Mediziner und Helfer werden teilweise heimgeschickt.

Die Zahlen der Impfwilligen sind drastisch eingebrochen. In den Karlsruher Impfzentren verabreichen Ärzte derzeit noch rund 1.000 Impfungen am Tag – in den Vorwochen waren es noch 2.500. Foto: Stadt Karlsruhe

Von einem Extrem zum anderen innerhalb weniger Tage: Monatelang tippten sich die Impfwilligen die Finger wund, um einen raren Termin zu ergattern, die Ärzte impften fast pausenlos die Massen, wenn genügend Corona-Impfstoff da war.

Doch jetzt herrscht plötzlich Flaute bei der Nachfrage – und die Mediziner sind teilweise arbeitslos. Im großen zentralen Impfzentrum in der Messe Karlsruhe und im Impfzentrum in der Schwarzwaldhalle wurden Ärzte schon heimgeschickt.

„Beide Zentren werden derzeit mit knapp 50 Prozent der ursprünglich geplanten Auslastung betrieben“, erklärt das städtische Presseamt auf BNN-Anfrage. Denn die Zahl der Impfungen hat sich mehr als halbiert.

Nur noch 1.000 Impfungen täglich

Zur Zeit würden pro Tag insgesamt rund 1.000 Corona-Schutzimpfungen in beiden Zentren verabreicht. „In den Vorwochen fanden insgesamt bis zu 2.500 Impfungen täglich statt“, erklärt eine Sprecherin. Ob sich die Impfzentren schon grundsätzlich von einem Teil ihres Personals trennen wollen?

„Die Dienstpläne werden – wie bisher auch – jeweils von Woche zu Woche erstellt, sodass flexibel auf aktuelle Entwicklungen reagiert werden kann.“ Bisher hätten die gelieferten Impfstoff-Mengen die Dienstpläne bestimmt, und derzeit sei eben die Nachfrage der Impfwilligen der entscheidende Faktor.

Feste Laufzeitverträge haben die Impfärzte demnach nicht. Sie arbeiteten auf Honorarbasis und seien „nicht vertraglich gebunden“. Auch Ärzte im Ruhestand wurden für die Arbeit in den Impfzentren gewonnen.

Erstimpfungen in Karlsruhe vor allem mit Biontech und Moderna

Für die Ursache der stark gesunkenen Nachfrage gibt es ein Bündel an Erklärungen. Die Älteren sind durchgeimpft, die geringe Zahl der Neuerkrankungen und die neuen Freiheiten in Läden und Biergärten lassen die Impfung weniger notwendig erscheinen.

Die Skepsis gegenüber dem Impfstoff Astrazeneca dürfte in Karlsruhe kein Grund für die Zurückhaltung der Ungeimpften sein. „Für Erstimpfungen werden derzeit vor allem mRNA-Impfstoffe – Biontech und Moderna – eingesetzt“, erklärt das Presseamt. „Bei den Zweitimpfungen werden Astrazeneca und mRNA-Impfstoffe in ähnlicher Größenordnung eingesetzt.“

KIT-Studierendenvertretung macht Studenten auf freie Impftermine aufmerksam

Nach Plänen des Landes bleiben die zentralen Impfzentren bis 15. August geöffnet, die Kreisimpfzentren noch mindestens bis zum 30. September. Zur stärkeren Auslastung versuchen auch Institutionen wie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beizutragen. Die Studierendenvertretung hat die Studenten in einer Rundmail auf die vielen freien Impftermine in den Karlsruher Impfzentren aufmerksam gemacht.

Allerdings macht die Universität inzwischen auch ein eigenes Angebot: „Da die Terminnachfrage durch Beschäftigte inzwischen rückläufig ist, können sich seit Mittwoch dieser Woche bis zunächst einschließlich Mittwoch nächster Woche auch Studierende für die freibleibenden Termine bei den Medizinischen Diensten im Impfportal des KIT einbuchen“, sagt eine KIT-Sprecherin.

Die Resonanz? Bei einigen Studierenden sei sie „sehr positiv“, aber insgesamt „nicht allzu groß“.

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