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Neues aus dem Elternleben

Wer braucht schon eine Pointe?

"Was ist schwarz und tanzt auf dem Ast?" - wenn Sie sich von diesem Kinderkram eine Pointe versprechen, werden Sie enttäuscht werden. Dafür hat unsere Kinderkram-Autorin viele andere Erkenntnisse zum Thema Kinder und Witze zusammengetragen.

Kinderkram Foto: Dolgachov - Fotolia

Mama, was ist schwarz und tanzt auf dem Ast“, fragte mich jüngst der Vierjährige auf dem Heimweg von der Kita. „Ähm“, eine tanzende Ameise?“ antwortete ich mit fragender Stimme. „Nein!“ verkündete er kichernd, „also, was ist schwarz und tanzt auf dem Ast?“

Was ist schwarz und tanzt auf dem Ast

„Ein ... ein wildgewordenes Einhörnchen?“ versuchte ich wieder. „Na-hein! Was ist schwarz und tanzt auf dem Ast?“ wiederholte der Vierjährige die Frage abermals und dann noch weitere 50 Male, ohne eine Auflösung bereitzustellen, bis wir 30 Minuten später endlich daheim ankamen, wo ihn dankenswerterweise seine Spielsachen ablenkten, während ich ermattet auf die Couch sank.

Wenn Kinder Witze entdecken

Es gibt diese Phase im Leben, da entdecken Kinder Witze. Der Klassiker: Der vom Fritzchen und seiner Oma, die dem Kleinen immer wieder erklärt „Was auf dem Boden liegt, darf man nicht aufheben“, wenn er etwas  findet, nur um schließlich auf einer Bananenschale auszurutschen (was, wie ich mit dem Alter realisiere, kein Bagatellvorfall ist) und von Fritzchen mit ihrem eigenen Satz konfrontiert zu werden.

Fritzchen und die Bananenschale

Wenn ein Kind lernt, das zu erzählen, läuft das so: „Fritzchen findet auf der Straße einen Geldschein, da sagt seine Oma ...“. „Stop, du musst erst erklären, dass er mit seiner Oma unterwegs ist“. „Ok, Fritzchen und seine Oma laufen auf der Staße. Da stürzt die Oma und Fritzchen sagt ...“ „Nein, du musst erst die Oma den Satz sagen lassen, sonst stiehlst du dir die Pointe!“ „Die was?“.

Mehr Kinderkramereien gibt es unter https://bnn.de/magazin/kinderkram

Ist diese Hürde schließlich gemeistert, wird man als Eltern täglich mit mindestens zehn Witzen konfrontiert, die aus Erwachsenensicht recht wenig mit Humor zu tun haben. Ein Beispiel aus dem Fundus des Vierjährigen: „Warum braucht der Polizist eine Schere? Um Einbrechern den Weg abzuschneiden!“ Oder: Sagt der Lehrer: "Emil, nenne mir fünf Tiere aus Australien." Sagt Emil: "Zwei Koalas und drei Kängurus!"

Was ist grau und tut nichts zur Sache?

Unangenehmerweise wird man zudem penetrant aufgefordert, ebenfalls Witze zu erzählen. Wer dabei – wie ich – zu den Menschen gehört, die über genau einen, nicht kindergeeigneten Witz verfügen, den sie ad hoc aufsagen können (Meiner: Was ist grau und tut nichts zur Sache? Ein Irrelefant.), der muss entweder googeln, was wiederum zur Folge hat, dass man die nächste halbe Stunde Witze aus dem Internet vorlesen muss, oder sich (meine Empfehlung) vorm Nachwuchs verstecken.

Es ist wundervoll, wenn die Witz-Phase wieder vorbeigeht.

Oh, und falls hier noch jemand wissen will, was schwarz ist und auf dem Ast tanzt – darauf habe ich keine Antwort. Und ich vermute, der Vierjährige auch nicht.

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