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Manchmal keine Abholung

Wer in Germersheim Plastik in die Biotonne wirft, muss nacharbeiten

2021 kommt die verpflichtende Biotonne im Landkreis Karlsruhe. Jenseits des Rheins, im Kreis Germersheim, gibt es diese schon – mit allen Vor- und Nachteilen. Denn das zuständige Abfallentsorgungsunternehmen Suez Süd stellt in letzter Zeit vermehrt Falschbefüllungen fest.

Im Landkreis Germersheim wird künftig der Bioabfall bei der Abholung unter die Lupe genommen. Im Landkreis Karlsruhe gibt es erst ab 2021 Biotonnen. Foto: Armin Weigel/dpa
Von unserer Mitarbeiterin Janina Croissant

Vor allem im Biomüll von Hochhäusern und Wohnblocks sind zunehmend Kunststoffe – vor allem Plastiktüten – und alle Arten von Restmüll zu finden. Deshalb werden nun ab Dezember 2019 in einer gezielten Aktion die Biotonnen kontrolliert.

Verwarnungen und Konsequenzen

In der so genannten „Qualitätsoffensive Biomüll“ werden die Bürger durch eine gelbe Banderole an ihrer Tonne „verwarnt“, wenn die Müllmänner eine leichte Falschbefüllung feststellen. Geleert wird sie trotzdem. Ein großer Anteil von falschem Müll wird mit einer roten Banderole gekennzeichnet. Und die Tonne wird auch nicht geleert mit der Konsequenz, dass der Müll eigenhändig nachsortiert werden muss und erst beim nächsten Termin mitgenommen wird.

Zusätzliche Hinweise sollen die Bürger beim richtige Müllsortieren unterstützen. Dass der Kreis Germersheim so konsequent auf das falsche Befüllen der Tonnen reagiert, hat mehrere Gründe: Anfang Oktober wurde eine neue Biovergärungsanlage in Betrieb genommen.

In Germersheim werden bald nur noch Tonnen abgeholt, in denen nicht zu viele Fremdstoffe liegen. Foto: Patrick Seeger/dpa

Der zuständige Dezernent Michael Gauly weist darauf hin, „dass diese saubere, umweltfreundliche Energie allerdings nur effektiv gewonnen werden kann, wenn die Anlage mit gut getrenntem Bio-Wertstoff befüllt wird.“

Auch spezielle Biomülltüten verrotten zu langsam

Der aktuelle Verschmutzungsgrad in den Biomülltonnen sei sehr hoch. Insbesondere Plastiktüten und Biomüllbeutel seien problematisch. „Sogar Plastiktüten aus Maisstärke verrotten zu langsam und können nicht vollständig aussortiert werden. Kleinste Reststoffe gelangen mit dem Kompost auf unsere Äcker“, nennt der Leiter der Abfallwirtschaft, Jürgen Stumpf, ein weiteres Problem.

Auch kompostierbare Plastiktüten gehören deshalb nicht in die Biotonne. In der Biovergärungsanlage werden Flüssigdünger und Kompost gewonnen. „Dieser wird in unseren Gärten beziehungsweise auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht. Ist das Material noch mit Mikroplastik durchsetzt, landet eben diese durch Nahrungsmittel wieder auf unseren Esstischen“, nennt Fritz Brechtel, Landrat im Kreis Germersheim, eine weitere Konsequenz der falschen Mülltrennung.

Ein Viertel der Bürger kompostiert

Etwa 27 0000 Biotonnen gibt es im Kreis Germersheim, was 75 Prozent der Grundstücke ausmacht. Die anderen 25 Prozent haben sich von der Biotonne befreien lassen und kompostieren ihre Bioabfälle selbstständig auf dem von ihnen genutzten Grundstück. Die Möglichkeit, sich von der Biotonne befreien lassen zu können, ist gesetzlich festgeschrieben und wird deshalb auch im Kreis Karlsruhe möglich sein.

Was darf in die Germersheimer Biotonne: Die Biotonne darf ausschließlich mit Garten- und Grünabfällen sowie Speiseresten und Küchenabfällen befüllt werden. Die Speise- und Küchenabfälle können eingewickelt in Zeitungspapier oder in Papiertüten in die Biotonne geworfen werden, da das Papier im Gegensatz zu Plastiktüten verrottet. Biologisch abbaubare „Plastiktüten“ wie zum Beispiel Maisstärkebeutel hingegen, sind Störstoffe und verrotten zu langsam. Auch diese Beutel dürfen nicht in die Biomülltonne.

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