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Wissen und Tipps

Wespen, Mücken und Bienen: Wie man Insekten fernhält und Stiche behandelt

Wann kommen die Wespen diesen Sommer? Wie halte ich Mücken und Zecken fern? Und was mache ich nach einem Stich? Mit diesem Wissen kommen Garten- und Biergartenfans gut durch den Sommer.

Süße Ablenkung: Mit überreifem Obst wie etwa Weintrauben lassen sich Wespen weglocken – zum Beispiel vom Kuchenbuffet oder der Grillparty. Foto: Jochen Lübke/dpa

Es summt, es blüht und plötzlich juckt es einen in der Natur überall. Der Sommer ist da und mit ihm die Insekten und Spinnentiere. Während Zecken in Wäldern schon besonders aktiv sind, lassen Mücken und Wespen noch auf sich warten. Trotzdem müssen Apotheker die ersten Insektenstiche behandeln.

Aber wie können sich Freiluft-Fans vor den Stichen schützen? Wie sollten die juckenden Beulen behandelt werden? Und welche Insekten werden eigentlich wirklich von Licht oder Grillfleisch angezogen?

Die BNN-Redaktion beantwortet diese Fragen, noch bevor es mit der Wespensaison 2021 in Baden-Württemberg richtig losgeht.

Insekten am Gartentisch: Das mögen Wespen und Co. besonders gern

Bei schwülem Wetter tauchen neben Schmeißfliegen und Wespen auch Bremsen am Essenstisch auf. Franz Panther, Sprecher des Naturschutzbundes Achern erklärt, dass es eigentlich ausschließlich fleischfressende Insekten sind, die am Grill oder Restaurant vorbeischauen.

Hornissen würden zwar Fleisch essen, die großen Insekten bevorzugen aber die Jagd auf andere Insekten. Mücken werden nicht vom Fleisch, aber auch nicht wie allgemein behauptet vom Licht angezogen, sondern orientieren sich an Gerüchen.

Mücken werden nicht von Licht sondern beispielsweise von Schweißgeruch angezogen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Mücken folgen beispielsweise einem hohen Kohlendioxidgehalt oder einem Schweißgeruch in der Luft.

Tipps gegen Wespen am Tisch, Mücken in der Wohnung und Zecken im Garten

Panther empfiehlt Lüften als einfachen Tipp gegen Mücken im Haus. Am besten tagsüber, wenn es draußen wärmer ist als drinnen. Auch Zecken können Hobby-Gärtner mit einem einfachen Trick vertreiben. Im Garten sind generell weniger Zecken zu erwarten als im Wald, meint der Experte vom Nabu Achern. Wer aber auf Nummer sicher gehen will, sollte seinen Rasen zweimal die Woche mähen. Die Spinnentiere fühlen sich in hohen Gräsern besonders wohl.

Gegen Wespen am Esstisch hat Verhaagh, Insektenexperte vom Naturkundemuseum Karlsruhe Tipps. Wer nicht komplett auf Grillen und Kuchen essen verzichten möchte, sollte die Speisen abdecken. Verhaagh empfiehlt außerdem eine aufmerksame Platzwahl. Wenn vorher schon viele Wespen an einer Stelle sind, werden es nur mehr

Er rät außerdem von bunten Gegenständen ab. Bunte Kleidung beispielsweise lockt die Insekten an, weil die Tiere diese mit Blüten verwechseln. „Man sollte die Tiere außerdem nicht anatmen, das Kohlenstoffdioxid macht die Insekten aggressiv“, sagt der Experte.

Insektenstiche behandeln und erkennen: Das ist zu beachten

Für die Behandlung von Insektenstichen ist es zunächst nicht wichtig, welches Tier gestochen hat. Es sei denn, der Betroffene reagiert auf ein Insektengift allergisch.

Ansonsten kommt es für die Behandlung darauf an, wie ausgeprägt die Reaktion ist, erklärt eine Mitarbeiterin der Hof-Apotheke in Karlsruhe. Handelt es sich um einen großen Stich, der sich ausgebreitet hat, sei Kühlen besonders wichtig. So eine Reaktion ruft beispielsweise ein Hornissenstich hervor.

Zecken sollten nach einem Stich so schnell wie möglich entfernt werden. Apotheker dürfen jedoch keine Zecken entfernen. Die Mitarbeiterin der Hof-Apotheke Karlsruhe, erklärt, dass die Apotheker nicht gegen mögliche Komplikationen nach der Behandlung versichert sind.

Personen, die sich nicht trauen, die Zecke alleine zu entfernen, können sich aber in der Apotheke anleiten lassen. Dort gibt es auch verschiedene Zeckenkarten, außerdem kann die Wunde im Anschluss desinfiziert werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, muss einen Arzt aufsuchen.

Insekten loswerden: Nicht immer die beste Lösung

Franz Panther vom Naturschutzbund Achern betont, dass nicht in jedem Fall etwas gegen Wespen oder Bienen unternommen werden muss. „Am Ende des Sommers löst sich das Problem von alleine“, erklärt er. Und meint damit unter anderem Wespen oder Bienen, die sich in Rollladenkästen einnisten.

Man sollte die Tiere nicht anatmen, das Kohlenstoffdioxid macht die Insekten aggressiv.
Manfred Verhaagh, Naturkundemuseum Karlsruhe

Die Arbeitsbienen sterben, wenn es kalt wird und es bleibt nur noch die Königin zurück. Früher entfernt werden müssen beispielsweise Nester in Rollladenkästen an Kinderzimmern.

Wespennester im Garten sind unbeliebt aber laut Experte nicht immer ein Grund zur Panik. Foto: Ralf Joachim Kraft

Aber auch dann dürfen die Nester nicht selbst entfernt werden, da die Tiere unter Naturschutz stehen. Betroffene können der Hausverwaltung Bescheid geben oder einen Kammerjäger zurate ziehen.

Nützlinge: Ungefährliche Insekten im Garten

Nicht von allen Insekten im Garten geht eine Gefahr aus. Der Insektenexperte Verhaagh erklärt, welche Insekten Sie in Ruhe betrachten können. Neben Schmetterlingen seien das vor allem Wildbienen. „Über Wildbienen können Sie sich freuen, die sind vollkommen harmlos“, sagt der Experte.

Da diese Insekten nicht in Kolonien leben, zeigen sie kein aggressives Verhalten. Auch Bockkäfer und Rosenkäfer können gefahrlos beobachtet werden. Außerdem seien schöne und ungefährliche Wanzen unterwegs.

Wespensaison 2021: Das kommt auf die Baden-Württemberger zu

Noch ist keine Hochzeit für die Insekten. Ab Mitte Juli sind die Wespen vermutlich vermehrt in den Gärten und Straßen unterwegs, meint Franz Panther. Er erklärt, dass in diesem Jahr keine Wespenplage zu erwarten ist. Das bestätigt auch Manfred Verhaagh. Der Experte für Insektenkunde vermutet, dass es 2021 weniger Wespen geben wird als noch im Jahr 2020. Das hängt mit dem Wetter zusammen – im Frühling, in dem die Wespen-Königin Eier gelegt hat, war es nass und kalt.

Über die Feuchtigkeit und Unwetter der letzten Tage freuen sich hingegen vor allem die Stechmücken. Bisher hat Verhaagh zwar noch nicht viele Schnaken beobachtet. Das könne sich allerdings „schlagartig ändern“, meint Panther. Nach Unwettern entstehen Pfützen. Innerhalb von zwei Wochen können sich die Mücken so vermehren. Die Insekten legen Eier in die Wassertümpel, aus denen neue Mücken schlüpfen.

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