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Hohe Ernteausfälle erwartet

Durchwachsene Erntebilanz in Baden: Anhaltende Trockenheit setzt Mais zu

Während das Getreide in Baden noch weitgehend rechtzeitig eingefahren werden konnte, sind die Prognosen beim Mais düster. ZG Raiffeisen erwartet wegen der Dürre hohe Ernteausfälle beim Mais.

Getreideverladung am Karlsruher Rheinhafen: Beim Getreide fällt die Erntemenge in Baden laut ZG Raiffeisen leicht unterdurchschnittlich aus. Weit weniger Optimismus herrscht dagegen wegen der anhaltenden Dürre beim Mais.
Die Erntemenge in Baden fällt laut ZG Raiffeisen leicht unterdurchschnittlich aus. Weit weniger Optimismus herrscht dagegen wegen der anhaltenden Dürre beim Mais. Foto: ZG Raiffeisen

Die ZG Raiffeisen-Gruppe hat angesichts der anhaltenden Dürre eine durchwachsene Erntebilanz gezogen. Während die bereits abgeernteten Getreidefelder im badischen Arbeitsgebiet zum Teil noch recht gute Erträge gebracht hätten, leide der Mais unter der seit Wochen anhaltenden Hitze und Trockenheit.

„Bereits jetzt werden vertrocknete Bestände gehäckselt, deren Ernte sich für die Landwirte nicht mehr lohnt “, sagte Vermarktungsbereichsleiter Richard Volz am Donnerstag in Karlsruhe.

Die ZG Raiffeisen rechnet mit einem Rückgang der Gesamtmenge von 25 bis 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Erntebeginn wird für spätestens Anfang September erwartet.

Leicht unterdurchschnittliche Getreideernte in Baden

Die diesjährige Getreideernte hätte nach Einschätzung der Gruppe insgesamt deutlich üppiger ausfallen können, wenn die Vegetationsbedingungen nach einem optimalen Frühjahr nicht regelrecht umgeschlagen hätten.

Bereits jetzt werden vertrocknete Bestände gehäckselt.
Richard Volz, ZG Raiffeisen

Da die Ernte im Oberrheingraben früher startete, kamen die Kulturen dort laut ZG Raiffeisen noch weitgehend gut, teilweise auch sehr gut durch die Reifephase.

In Nordbaden dagegen und besonders im Taubergebiet führten anhaltende Hitze und besonders Trockenheit hingegen zu teils schwachen Erträgen. „In Summe und im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt verzeichnen wir eine leicht unterdurchschnittliche Getreideernte“, sagte Volz.

Dennoch zog die Gruppe eine positive Halbjahresbilanz für alle Geschäftsbereiche im Agrar- und Verbraucherbereich. „Die ersten sechs Monate sind gut verlaufen“, sagte Vorstand Holger Löbbert bei der Getreide-Pressekonferenz der genossenschaftlichen Unternehmensgruppe auf dem Hofgut Maxau bei Karlsruhe.

Grundsätzlich sieht die ZG Raiffeisen angesichts der Ukraine-Krise die Bedeutung regionaler Landwirtschaft im Aufwind.

Maximal auskömmliche Gesamtsituation für Landwirte

„Jede Tonne, die wir hier in Baden mehr produzieren, kann die inländische Nachfrage decken, sodass größere Warenströme aus Nord- und Mitteldeutschland bevorzugt an die Exporthäfen gelangen können“, führte Volz am Beispiel Weizen aus. „Somit können wir indirekt mit jeder in Baden erzeugten Tonne Weizen einen Beitrag zur internationalen Ernährungssicherheit beisteuern.“

Wir können indirekt mit jeder in Baden erzeugten Tonne Weizen einen Beitrag zur internationalen Ernährungssicherheit beisteuern.
Richard Volz, ZG Raiffeisen

Die wirtschaftliche Gesamtsituation für die Landwirte bleibt aus Sicht der Genossenschaft im Durchschnitt „maximal auskömmlich“. Zwar seien die Preise für Getreide an den internationalen Börsen enorm gestiegen.

Dagegen stünden aber die weiterhin hohen Betriebsausgaben, insbesondere für Dünger und Kraftstoffe und Gas.

„Die Gassituation ist bekanntermaßen branchen- und gesellschaftsübergreifend eine riesige Herausforderung“, so der für das Agrarressort zuständige Holger Löbbert.

Auf das Thema Maistrocknung, das die ZG Raiffeisen in eigenen Anlagen an ihren größeren Erfassungsstandorten als Dienstleistung für die Landwirte durchführt, bereite sich das Unternehmen deshalb akribisch vor.

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