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Kurzarbeit angemeldet

Corona: Zusätzliche Intensivbetten stehen in der Pforzheimer Arcus-Klinik zur Verfügung

Es gibt mehr Intensivbetten in Pforzheim als das Land erlaubt. Dies ist den Ausführungen von Professor Bernhard Rieser zu entnehmen. Der geschäftsführende Gesellschafter der Arcus-Klinik sagt, er warte seit über einer Woche auf eine Antwort auf sein Angebot, 20 Betten für Corona-Patienten plus vier mit Intensivversorgung zur Verfügung zu stellen

Eine Krankenpflegerin der Uniklinik Essen betrachtet in Schutzkleidung zwei Abstrichröhrchen. Foto: Bernd Thissen/dpa/Archivbild

Es gibt mehr Intensivbetten in Pforzheim als das Land erlaubt. Dies ist den Ausführungen von Professor Bernhard Rieser zu entnehmen. Der geschäftsführende Gesellschafter der Arcus-Klinik sagt, er warte seit über einer Woche auf eine Antwort auf sein Angebot, 20 Betten für Corona-Patienten plus vier mit Intensivversorgung zur Verfügung zu stellen. „Es scheint nicht dringend zu sein“, meint er, nachdem das Landesgesundheitsministerium auf sich warten lässt.

„Wir sind im Moment gut aufgestellt“, meint der Sprecher des Landratsamts Enzkreis, Jürgen Hörstmann, zur Lage in Pforzheim und im Enzkreis und bestätigt so indirekt den Eindruck des Arcus-Chefs. Aktuell gebe es 56 Intensivbetten mit und weitere 29 ohne Beatmung in den beiden Pforzheimer Kliniken sowie in Mühlacker. Davon seien etwa 25 mit und knapp 20 ohne Beatmung frei. „Allerdings sind die Intensivbetten nicht nur mit Covid-19-Fällen belegt, sondern auch mit „ganz normalen Patienten“, erläutert Hörstmann weiter.

Bei der Arcus-Klinik dürfte das bekannt sein. Das Haus arbeitet in einem Arbeitskreis mit, den laut Landratsamt Thilo Bode, Oberarzt Intensiv- und Notfallmedizin am Helios, bereits im Februar angeregt hatte. Die Runde habe 20 Mitglieder, die zweimal die Woche tagt. Dort weiß man natürlich, dass die Arcus-Klinik über neun Operationssäle verfügt und entsprechend auch über Beatmungsgeräte und andere intensivmedizinische Ausrüstung.

Betten brauchen eine internistische Widmung

Die Sache hat allerdings einen Haken, macht Rieser deutlich. Die Betten, die er zur Verfügung stellen will, brauchen eine internistische Widmung. Sie seien bislang gemäß dem Kerngeschäft der Klinik nur für orthopädische und unfallchirurgische Eingriffe zugelassen. Sollte das Ministerium zusätzlich Innere Medizin genehmigen, ließen sich binnen vier Tagen zu den genannten weitere 31 Betten plus vier mit Beatmungsgerät zur Verfügung stellen.

Diese Kapazitäten im Dienste der Corona-Versorgung müssten natürlich, so wie bei öffentlichen Kliniken mit einem Versorgungsauftrag, auch bezahlt werden, erläutert Rieser weiter. Die Arcus-Klinik habe insgesamt 67 Betten im Bettenbedarfsplan des Landes. Im privatmedizinischen Bereich gebe es 185 Betten, davon 41 Wach- und Intensivbetten.

60 Prozent planbarer Operationen abgesagt

Als unproblematisch beschreibt der Klinikbetreiber, sein dem Land vorgelegtes Bettenangebot, auch tatsächlich schnell bereit zu stellen. Elektive Operationen, also Eingriffe, die nicht zwingend zu einer bestimmten Zeit gemacht werden müssen, könnten schnell abgesagt werden. Bereits jetzt zögen wegen des Coronavirus viele Patienten zurück, bei denen die Angst vor einer Infektion den Leidensdruck überwiegt. Risikopatienten würden derzeit sowieso nicht operiert. Bei elektiven Operationen führe das zu einem Rückgang von rund 60 Prozent.

Restaurantbereich von Kurzarbeit betroffen

Das zieht „Einbußen, die nicht klein sind,“ nach sich. Solche „erheblichen Summen sind nicht lange Zeit durchzuhalten“, erläutert Klinikchef Rieser weiter. „Selbstverständlich“ habe er in Reaktion darauf Kurzarbeit angemeldet. Tatsächlich betroffen sei zunächst aber nur der Restaurantbereich. Beim medizinischen Personal würden jetzt zunächst Überstunden abgebaut und es werde Urlaub genommen.

Wie lange der private Klinikbetrieb insgesamt zu halten ist, hänge von den Banken ab, erläutert Rieser weiter. Es dauere derzeit mindestens zwei Monate bis Bankprüfungen für die von der Bundesregierung zugesicherten Überbrückungskredite abgeschlossen seien. Das führe ganz allgemein zu Liquiditätsengpässen und Insolvenzen, beschreibt Rieser. Die Kosten liefen schließlich weiter.

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