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Abstriche im Minutentakt

Lockerungen im Landkreis Karlsruhe führen zu Schlangen vor den Testzentren in Bretten

An Brettener Zentren ist das Testfieber ausgebrochen. Oftmals bildeten sich in den vergangenen Tagen Schlangen vor Corona-Testzentren.

Die Nachfrage nach Corona-Tests ist in den letzten Wochen rasant gestiegen. Foto: Florian Ertl

Wer dieser Tage einen Restaurant- oder Barbesuch plant, einen neuen Haarschnitt durch den Friseur oder die Friseurin seines Vertrauens benötigt, oder andere Dienstleistungen in Anspruch nehmen will, kommt um einen Corona-Test nicht herum. Es ist daher wohl kaum verwunderlich, dass nun das Testfieber ausgebrochen ist.

Für viele Erledigungen oder Freizeitaktivitäten braucht es allerdings einen tagesaktuellen, beziehungsweise höchsten 24 Stunden alten Corona-Test. Bei den Testzentren sind nun Abstriche im Minutentakt angesagt.

Zumindest berichtet dies der DRK-Bereitschaftsleiter Christoph Glück. Die Nachfrage nach Testungen ist in den letzten Wochen rasant gestiegen. Seit der Eröffnung einiger Brettener DRK-Testzentren Ende April mussten die Testkapazitäten, beziehungsweise die Anzahl der Testtage, schon mehrfach erweitert werden .

Etwa 120 Tests pro Tag in den Brettener DRK-Testzentren

„Mittlerweile testen alle DRK-Testzentren in Bretten und den Stadtteilen jeden Tag zusammen etwa 120 Personen“, betont Glück.

An einigen Tagen, gerade zu Wochenbeginn, würde man mit 100 Tests unter diesem Schnitt liegen, an Freitagen habe man dann aber teilweise auch 170 bis 200 Personen getestet. Dies hänge damit zusammen, dass am Wochenende mehr Menschen ausgehen oder etwas vorhaben würden.

Alle Testtermine des DRK seien dabei dennoch praktisch immer ausgebucht. Wegen des steigenden Testangebots durch private Anbieter, die nun vielerorts Testzentren eröffnen, habe das Deutsche Rote Kreuz aber mittlerweile sein Testangebot wieder zurückgefahren. „Das DRK hat den Auftrag, humanitäre Hilfe zu leisten, wenn es diese braucht.

Durch die Vielzahl der Testangebote kann nun aber auch eine konstante Versorgung mit Tests durch andere Teststellen sichergestellt werden, weswegen es weniger Initiative durch das DRK benötigt und wir unser Angebot zurückfahren konnten“, erläutert Glück.

Private Teststellen würden zwar nicht mit den gleichen Mitteln und Ressourcen des Deutschen Roten Kreuzes testen, doch seien auch diese Teststellen vertrauenswürdig, meint Glück. Solange die Tests von geschultem Personal und korrekt durchgeführt werden, sei es kein Problem, nun vermehrt auf private Testanbieter zu setzen.

Wegen eines unguten Gefühls beim Test vermehrt auf Abstriche zurückzugreifen, die sich weniger unangenehm anfühlten, findet Glück dagegen aber nicht sinnvoll. „Es geht ja darum, dass man durch die Tests infizierte Personen ausmacht und dann entsprechende Maßnahmen ergreifen kann, um ein weiteres Ausbreiten des Virus zu verhindern. Das sollte jeder im Hinterkopf behalten“, betont der Bereitschaftsleiter.

Auch Brettener Apotheken erweitern Angebote

Neben den privaten Teststellen erweitern zudem einige Brettener Apotheken das Angebot. So auch die Melanchthon-Apotheke in der Weißhofer Straße. Hier testet man 250 Personen täglich. An einigen Spitzentagen werden teilweise sogar bis zu 400 Tests vorgenommen, berichtet ein Mitarbeiter der Apotheke.

Man habe durch die erhöhte Nachfrage nach Corona-Tests das Terminangebot sogar ausgebaut und teste nun auch außerhalb der eigentlichen Apothekenöffnungszeiten.

Über das Online-Buchungsprogramm der Melanchthon-Apotheke würden die meisten Termine sehr schnell vermittelt. Ältere Kunden, die vermehrt wenig oder keine Erfahrungen mit dem Internet und Online-Plattformen haben, hätten auch weiterhin die Möglichkeit, einen Termin über einen sonst üblichen Weg auszumachen, so der Apotheker.

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