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Abwasserverband verabschiedet Haushalt

Kläranlage in Bruchsal-Heidelsheim verursacht weiter hohe Kosten

Das Kanalnetz des Abwasserverbandes muss an etlichen Stellen nachgebessert werden. Im Vordergrund steht dabei die Erhöhung der Durchflusskapazitäten.

Das Speichervolumen des Regenüberlaufbeckens am Hundesportplatz Rinklingen muss vergrößert, die Maschinentechnik modernisiert werden.
Das Speichervolumen des Regenüberlaufbeckens am Hundesportplatz Rinklingen muss vergrößert, die Maschinentechnik modernisiert werden. Foto: Arnd Waidelich

Den Haushaltsplan für das Jahr 2024 hat die Verbandsversammlung des Abwasserverbands Weissach und oberes Saalbachtal einstimmig verabschiedet. Er hat ein Volumen von rund 10,76 Millionen Euro und liegt damit um gut zwei Millionen Euro über dem des Vorjahres. Die Erhöhung ergibt sich vor allem durch die neue Filtration und die vierte Reinigungsstufe der Kläranlage Heidelsheim.

Die Mehrkosten konzentrieren sich dabei auf Abschreibungen (840.000 Euro), die Pulveraktivkohle (400.000 Euro) und Stromkosten (rund 100.000 Euro). Weitere Schwerpunkte sind die Sanierung der Verbandskanäle (460.000 Euro) und die Betonsanierung der Regenüberlaufbecken in Helmsheim und Dürrenbüchig mit insgesamt 380.000 Euro. Zur Finanzierung wurde ein Darlehen in Höhe von rund 1,88 Millionen Euro aufgenommen. Es wird im Januar 2024 ausbezahlt.

Der größte Etatposten innerhalb dieses Haushaltsplans ist erneut die Ertüchtigung und Erweiterung der Heidelsheimer Kläranlage. Dafür wurden die Vergaben für die Maschinen- und Rohrleitungstechnik (1,5 Millionen Euro) und die elektrische Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik (755.000 Euro) bewilligt.

Das Regenüberlaufbecken (RÜB) am Rinklinger Hundesportplatz nimmt im Einzugsgebiet des Abwasserverbandes Weissach und oberes Saalbachtal eine Schlüsselposition ein. Der Brettener Stadtbereich, Rinklingen und Diedelsheim gehören zu seinem direkten Einzugsgebiet. Es weist einen besonderen Verschmutzungsgrad auf.

Regenüberlaufbecken bei Rinklingen ist besonders verschmutzt

Deshalb müsse man an diesem RÜB umfangreiche Optimierungsmaßnahmen vornehmen, informierte die Geschäftsführerin des Abwasserverbandes, Susanne Strauß. Schon 2011 und 2012 seien mehrere Sanierungsvarianten erarbeitet worden. Besonders berücksichtigt wurde dabei der Aspekt der Wirtschaftlichkeit und der Rückhalt von Schmutz. Mehrere vorgeschlagene Varianten mussten wegen nicht ausreichend vorhandenen Erfahrungen verworfen werden. Mit der Fertigstellung der Schmutzfrachtberechnung im Jahr 2023 konnten diese Maßnahmen wieder aufgegriffen werden.

Mit der geplanten Ertüchtigung des Ablaufkanals will man den Belastungen bis ins Jahr 2040 gerecht werden. Eine vorläufige Kostenschätzung geht von Gesamtkosten von rund 650.000 Euro aus. Es sollen auch die Möglichkeiten zu Vergrößerung des Speichervolumens am Regenbecken geprüft werden. Das ergäbe weitere Kosten von 644.000 Euro. Mit knapp 10.000 Euro fällt hingegen die Position für die Modernisierung von Maschinen und Elektrotechnik relativ bescheiden aus. Die Maßnahmen sollen im Jahr 2025 erfolgen.

Vergrößert werden muss auch das RÜB in Göbrichen. Die hydraulische Kapazität des vorhandenen Zulaufkanals reiche nicht mehr, weil der verbandseigene Abwasserkanal überlastet sei, hieß es. Eine erste Ausschreibung ergab Angebote, die weit über der Kostenberechnung lagen und deshalb aufgehoben wurden. Das günstigste Angebot der zweiten, folgenden Ausschreibung lag mit rund 1,12 Millionen Euro weitaus günstiger und wurde von der Verbandsversammlung angenommen.

Neben den notwendigen Verbesserungen braucht das RÜB auch eine Sanierung der Betonfundamente. Die Kostenschätzung dafür beläuft sich auf 928.000 Euro und wurde von der Verbandsversammlung genehmigt.

Günstiges Angebot spart dem Verband 95.000 Euro

Doch nicht nur die RÜB sind sanierungsbedürftig. Auch bei den Verbandskanälen herrscht Nachbesserungsbedarf. Das gilt insbesondere für den Streckenabschnitt zwischen Nussbaum und Bretten. Dort wurde wegen undichter Rohreinbindungen, verschobener Verbindungen, Oberflächenschäden und Rissbildungen ein sofortiger Handlungsbedarf festgestellt. Dafür lag eine Kostenberechnung von 168.000 Euro vor.

Das günstigste Angebot der Ausschreibung lag mit 73.000 Euro weit darunter. „Da kriegen wir im Brettener Rathaus Tränen, dass es sowas noch gibt“, freute sich Oberbürgermeister und Verbandsvorsitzender Martin Wolff (Freie Wähler) über diese Zahlen. Die Vergabe erfolgte dann auch einstimmig.

Die in den vergangenen Jahren begonnene Diskussion über mögliche Stromausfälle hat jetzt auch im Abwasserverband zu Konsequenzen geführt. Die Verbandsversammlung billigte bei einer Angebotssumme von 732.000 Euro die Anschaffung eines dieselgetriebenen Notstromaggregats mit einer Leistung von 500 Kilowatt.

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