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Kunden schätzen Regionalität

Auf dem Brettener Wochenmarkt sind die Preise trotz des Ukraine-Kriegs noch stabil

Die Preise für Obst und Gemüse an den Ständen auf dem Brettener Wochenmarkt sind trotz des Ukraine-Kriegs kaum gestiegen. Doch dass die Waren teurer werden, lässt sich wohl auch hier nicht vermeiden.

Gerd Bischoff (rechts) bezahlt bei David Stiny (links) das gerade gekaufte Obst und Gemüse.
Regionalität ist gefragt: Wie nahezu alle Stammkunden am Obst- und Gemüsestand von David Stiny (links) schätzt auch Gerd Bischoff die Qualität der dort angebotenen Waren. Dem Brettener ist es wichtig, regionale Händler zu unterstützen. Foto: Tom Rebel

Wegen des Kriegs in der Ukraine steigen nicht nur die Preise für Benzin und Gas, sondern auch für Lebensmittel. Neben Brot werden unter anderem Obst und Gemüse teurer.

Die Kunden, die derzeit mittwochs oder samstags auf dem Brettener Wochenmarkt einkaufen, sind von dieser Entwicklung bislang weitestgehend verschont geblieben.

Am Stand von David Stiny sind die Preise für Obst und Gemüse jedenfalls noch stabil. Wie lange das so bleiben wird, kann der Marktbeschicker allerdings nicht sagen, denn klar ist auch für ihn: „Das wird sich auf jeden Fall ändern.“

Wir werden irgendwann nicht mehr drumherum kommen, die Preise entsprechend anzupassen
David Stiny, Standbetreiber

Der Grund ist simpel. „Es gibt einfach zu viele Güter, die bei der Produktion und auch beim Import von Obst und Gemüse eine wichtige Rolle spielen, die immer teurer werden. Wir werden irgendwann nicht mehr drumherum kommen, die Preise entsprechend anzupassen“, sagt Stiny.

So seien Dünger und Substrat deutlich teurer als vor einigen Wochen, zudem seien die Kosten für Sprit, den sowohl die Erntemaschinen als auch die Lkw, die dann die Waren teilweise quer durch Europa transportieren, gestiegen – und auch die Personalkosten seien nun „um einiges höher“.

Bei Obst und Gemüse spielen Tagespreise eine große Rolle

Die Preise der meisten Waren in Stinys Sortiment sind trotz des Ukraine-Krieges nahezu unverändert geblieben, versichert der Standbetreiber.

So würden beispielsweise Äpfel, Birnen, Clementinen sowie Flugmangos oder Papayas genau wie Kartoffeln, Zwiebeln und Paprika genauso viel kosten wie noch Mitte Februar. „Man darf hier aber nicht außer Acht lassen, dass es sich bei Obst und Gemüse immer um Tagespreise handelt, die sich entsprechend immer verändern“, erklärt Stiny.

Es gebe allerdings auch einige Produkte, die preislich generell stark angestiegen sind. Exemplarisch nennt Stiny den Preis für ein Kilogramm Strauchtomaten, der derzeit bei etwa 7,90 Euro liegt. „So hoch war der Preis noch nie. Früher waren fünf Euro für das Kilo Strauchtomaten die Obergrenze – und das war damals schon viel“, berichtet der Chef des Familienbetriebs aus dem südpfälzischen Rohrbach; die Familie Stiny ist mit ihrem Marktstand seit mehr als zehn Jahren auf dem Brettener Wochenmarkt präsent.

Viele Stammkunden in Bretten schätzen regionale Erzeuger

Die Stammkunden, die am Mittwochvormittag trotz Schmuddelwetters zahlreich am Marktstand von Stiny einkaufen, schätzen derweil neben der bisherigen Preisstabilität die Qualität der Waren und nennen auch die Regionalität als wichtigen Grund, um hier einzukaufen.

Mir ist es wichtig, dass die Waren frisch und möglichst regional sind.
Mona Bögel, Wochenmarkt-Kundin aus Großvillars

Dabei sind die Kunden wie Mona Bögel aus Großvillars auch gerne bereit, ein paar Cent oder Euro mehr für die Produkte zu zahlen als in einem Supermarkt. „Bei Obst und Gemüse sparen wir nicht. Mir ist es wichtig, dass die Waren frisch und möglichst regional sind, auch wenn die Produkte dann vielleicht ein bisschen mehr kosten“, sagt Bögel.

„Es ist ein riesengroßer Unterschied zum Obst und Gemüse aus dem Supermarkt, das ist eine ganz andere Qualität. Wenn es ums Essen geht, bin ich gerne bereit ein bisschen mehr zu bezahlen“, betont Evelyn Krockow.

Sie habe ein spezielles Augenmerk auf die Ernährung, sagt die Knittlingerin, die bei Stiny regelmäßig den Wocheneinkauf für ihre fünfköpfige Familie macht. Wenn die Qualität stimmt, dann gebe es für sie eigentlich keine Schmerzgrenze, sagt Krockow, zudem könne man problemlos bei anderen Dingen sparen, etwa „bei Kleidung oder unnötigem Deko-Kram“.

Wochenmarkt ist ein beliebter Treffpunkt für die Brettener

Für Gerd Bischoff kommen etwaige Preisvergleiche mit Obst und Gemüse im Supermarkt überhaupt nicht in Frage. Man sollte schon bereit sein, für die entsprechende Qualität auch „ein paar Cent mehr zu zahlen“, meint der frühere FDP-Stadtrat, der ebenfalls jede Woche zweimal auf den Brettener Wochenmarkt kommt und einkauft. Bischoff mag zudem „das Flair auf dem Marktplatz“, der „ein wichtiger Treffpunkt für die Brettener Bevölkerung“ sei.

In dieselbe Kerbe schlägt auch der amtierende CDU-Stadtrat Martin Knecht: „Ich bin froh, dass wir hier mittwochs und samstags einen schönen Wochenmarkt haben, der eine gewisse Atmosphäre bietet.“ Neben der Qualität der Produkte ist Knecht wichtig, die „regionalen Bauern und Erzeuger zu unterstützen“.

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