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RKH-Kliniken zum Coronavirus

Brettener Krankenhaus-Hygienikerin: "Beim ersten Infizierten ist es zu spät, sich Gedanken zu machen"

Sabine Gfrörer, RKH-Krankenhaus-Hygienikerin und Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, zu den Vorbereitungen aufs Coronavirus. Was machen die Kliniken rund um Bretten, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern?

Sabine Gfrörer, RKH-Krankenhaushygienikerin und Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, zu den Vorbereitungen aufs Corona-Virus Foto: Benjamin Stollenberg

Sabine Gfrörer, RKH-Krankenhaus-Hygienikerin und Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, zu den Vorbereitungen aufs Coronavirus .

Bereiten sich die Kliniken im Holding-Verbund schon auf Menschen vor, die durch das Coronavirus erkrankt sind?

Gfrörer: Ja, das tun wir. Denn wenn plötzlich ein Patient mit entsprechenden Symptomen und einer Reiseanamnese nach China in der Notaufnahme steht, ist es zu spät, sich Gedanken zu machen. In der Vorbereitung gibt es auch zwischen den RKH-Kliniken, auch Bretten und Bruchsal, grundsätzlich keine Unterschiede, da die Abläufe in den Häusern weitgehend gleich sind.

Was tut Ihr Team momentan zur Vorbereitung auf mögliche Infizierte?

Gfrörer: Anhand der Daten von Robert-Koch-Institut und der WHO, der Weltgesundheitsorganisation, erstellen wir zunächst eine Arbeitsanweisung, welche Schutzmaßnahmen bei Patienten mit Verdacht auf eine Infektion umzusetzen sind und welche Proben zum Erregernachweis eingesandt werden müssen. Anschließend werden meine Mitarbeiter dieses Dokument mit Kollegen und Kolleginnen vor Ort in den Zentralen Notaufnahmen besprechen und gegebenenfalls Schulungsmaßnahmen vornehmen.

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Welche Schutzmaßnahmen sind dies konkret?

Gfrörer: Patienten sollten möglichst einen Mund-Nasenschutz tragen, bis sie in einem Zimmer mit Schleuse oder Vorraum isoliert werden können. Die Mitarbeiter tragen Einmalschutzkittel und Einmalhandschuhe sowie neben einer Atemschutzmaske auch einen Augenschutz.

Sind dies dieselben Maßnahmen wie bei anderen Viren?

Gfrörer: Da die erforderlichen Maßnahmen immer von der Art der Erregerübertragung und der Infektiosität des Virus abhängig sind, gibt es durchaus Parallelen zu anderen, ebenfalls über die Atemwegssekrete übertragene Viren, wie etwa den Grippeviren. Wir müssen also das Rad nicht neu erfinden, sondern können auf Bewährtes zurückgreifen.

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