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Kurzarbeit hat sich bewährt

Bis zu 100 Stellen entfallen in Oberderdingen

Blanc und Fischer Familienholding rechnet mit hellblauem Auge durch die Corona-Pandemie.

Mit neuer Führung: Die Blanco Professional, ein Unternehmen der Blanc und Fischer Familienholding, soll mit neuer Führung die Krise meistern. Egon Kofler (links) ist neuer Vorsitzender, rechts Michael Huber, CEO im Bereich Technik. Foto: Blanc und Fischer Familien Holding

Als „schmerzhaft, aber notwendig“ bezeichnete die Geschäftsleitung der Blanco Professional den Sanierungstarifvertrag bei einer Pressekonferenz (PK). Dieser legt fest, dass bei dem Unternehmen in der Oberderdinger Blanc und Fischer Familienholding (BFF) bis voraussichtlich Februar 2021 bis zu 100 Stellen wegfallen. Bei der PK zur Gesamtsituation der Holding stellte diese ihre Lage indessen als gut dar, trotz Pandemie. Die Blanco Professional mache rund zehn Prozent der BFF aus.

Bei der E.G.O., dem Hausgerätezulieferer in der Holding, bescherte dagegen der September mit 65,8 Millionen Umsatz gar einen Rekordmonat - und das nach einem historischen Tief im Frühsommer, wie Dirk Schollack, CEO der E.G.O., sagte. Gehe es weiter so aufwärts, komme man stabil durch die Krise, vor allem dank des asiatischen Marktes und sogenannte Weißer Ware.

Jahresziel bleibt bei 667 Millionen

Man strebe bei E.G.O. weiter das Jahresziel von 667 Millionen Umsatz an, gegenüber 603 Millionen im Vorjahr. Die Frage nach der Zukunft mit Corona bleibe indes. Die E.G.O. hat 2020 zudem auch eine neue Business-Struktur geschaffen mit Geschäftseinheiten, die je selbst Ergebnisverantwortung für ihren Bereich tragen. Zudem verspreche die Entwicklung bei der Dickschicht-Technologie zur Wassererwärmung Märkte auch außerhalb des Hausgerätebereichs und somit großes Wachstumspotenzial laut Schollack.

Die Gesamtholding habe die Krise laut CEO Johannes Haupt aus eigener Kraft meistern können – trotz der Achterbahn im Jahresverlauf über katastrophale Monate bis hin zur Aufholjagd im dritten Quartal. Vor Corona sei ein Umsatz von 1,23 Milliarden geplant gewesen, so Haupt. Das Ziel werde man wohl nicht ganz erreichen. Aber man werde voraussichtlich auf Vorjahresniveau schließen, das bei 1,19 Milliarden lag. Staatshilfen habe man also nicht benötigt. Die Möglichkeit zur Kurzarbeit habe sich bewährt, ein Instrument, das es allerdings nicht weltweit gebe. Die BFF beschäftigt global 8.500 Mitarbeiter.

Die Entwicklung der BFF zeige ein spitzes „V“, so Haupt. Gemeint ist der Kurvenverlauf nach dem steilen coronabedingten Sinkflug mit ebensolchem Anstieg der Umsätze. Dass das Unternehmen künftig stark auf Nachhaltigkeit setzen wolle, liege im puren Eigeninteresse. Es gehe um Wettbewerbsfähigkeit aus Perspektive von Nachwuchskräften.

Zum Sanierungstarifvertrag der Blanco Professional mit Laufzeit bis Dezember 2023 gebe es aber „keine andere Perspektive“, so Michael Huber, CEO Technik. Denn die Umsatzprognose für 2020 bewege sich bei zwischen fünf bis neun Millionen Euro unter dem des Vorjahres. Vor allem die Lage im Geschäftsbereich Industrial sei infolge der Abhängigkeit vom Bereich Automotive und der Bereich Catering mit der Gastronomie durch die Corona-Krise „erheblich angespannt“. Im Bereich Industrial geht es um Hightech-Engineering mit verschiedensten Lösungen aus Stahl und Stahlprodukten.

Spürbarer Einbruch

Im Bereich Catering stattet die Blanco Professional beispielsweise Kantinen, Krankenhaus- oder auch Altenheim-Küchen mit Mobiliar aus, auch Schul-Mensen. Durch pandemiebedingte Schließungen öffentlicher Kantinen und Teilen der Gastronomie sei der Einbruch bei Blanco Professional sehr spürbar geworden, so Huber.

Die Stellen sozial verträglich abzubauen werde die Aufgabe von Egon Kofler sein. Er ist seit Oktober neuer Vorsitzender der Geschäftsführung von Blanco Professional. Er lobte die Kooperationsbereitschaft der Mitarbeiter. Sie seien, wie Betriebsrat, IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwest, beim Abschluss des Sanierungstarifvertrages Anfang Oktober an Bord gewesen. Unterzeichnet am 8. Oktober, sieht der Vertrag auch Reduzierungen tariflicher Zusatzleistungen vor - etwa bei Urlaubs- und Weihnachtsgeldern - von bis zu zwölf Prozent, so Haupt.

Dem Betriebsratsvorsitzenden Günter Lanz zufolge habe man „sehr erträgliche Arrangements ausgehandelt“. Die Mitarbeiter versprächen sich viel vom Freiwilligenprogramm. So könnten viele Stellen wohl über Altersteilzeit, gewünschte berufliche Veränderungen oder dank junger Mitarbeiter entfallen mit geringer Betriebszugehörigkeit.

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