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„Click & Collect“ als Hoffnungsschimmer

Brettener Einzelhändler üben sich angesichts des längeren Lockdowns in Zweckoptimismus

Die Lockdown-Verlängerung bis zum 31. Januar stellt die Händler in Bretten weiterhin vor große Herausforderungen. Zwar üben sich alle in Zuversicht, doch die Angst vor Geschäftsschließungen ist omnipräsent.

Ein Bild, an das man sich schon gewöhnt hat: Die Brettener Fußgängerzone ist während des Lockdowns wie ausgestorben. Die Einzelhändler hoffen, dass sie durch „Click and Collect“-Angebote zumindest ein paar Umsätze generieren. Foto: Christof Bindschädel

Über zu wenig Muße oder zu viel Stress, wie man ihn sonst an den Tagen nach Weihnachten sowie zum Jahresbeginn kennt, kann sich diese Branche derzeit nicht beschweren: Im Einzelhandel herrscht wegen des Lockdowns weiterhin Flaute - und das wird, nachdem die Politik zwischenzeitlich die Verlängerung des Lockdowns bis mindestens zum 31. Januar beschlossen hat, wohl auch noch weitere Wochen so bleiben.

Immerhin gibt es für die lokalen Händler und ihre Geschäfte einen kleinen Hoffnungsschimmer: Ab kommenden Montag ist „Click & Collect“ - also das Abholen von vorher bestellter Ware in den Geschäften - erlaubt.

Angst vor weiterer Lockdown-Verlängerung

Das sei ein „kleiner Lichtblick in schweren Zeiten“, meint Agathe Pohl, die gemeinsam mit Monika Lawetzki das Schmuck- und Uhrenfachgeschäft Tic Tac Pohl in der derzeit verwaisten Brettener Fußgängerzone betreibt.

Wie viele andere Händler übt sich auch Pohl, eine von drei Sprecherinnen der Interessengemeinschaft Brettener Innenstadt (IGBI), in Zweckoptimismus. „Ich hoffe, dass der Lockdown am 31. Januar endet und nicht noch einmal verlängert wird. Allerdings befürchte ich, dass es wohl doch so kommen wird und wir auch im Februar nicht öffnen dürfen“, sagt Pohl.

Frust und Ärger nehmen zu

Dass bei den Menschen wegen dieser Maßnahmen der Frust und Ärger immer mehr zunehmen, kann Pohl indes verstehen: „Das ist für alle deprimierend.“ Man dürfe auch nicht vergessen, dass bei vielen Händlern die Rücklagen langsam aber sicher knapp werden, bei manchen seien diese auch schon aufgebraucht.

Sollte der Lockdown über den Januar hinaus verlängert werden, „dann wird es wohl für viele Händler richtig eng werden“, meint IGBI-Sprecherin Pohl, stellt aber auch klar: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Öffnung an Ostern ist realistisch

Das ist derzeit auch das Motto von Ingo Jäger. „Man muss versuchen, positiv zu bleiben, auch wenn das nicht gerade einfach ist. Aber es bleibt einem auch nichts anderes übrig“, sagt der Inhaber des Alten Rathauses. Je länger der Lockdown dauert, desto mehr Gedanken über die Zukunft mache man sich, gesteht Jäger.

Der Gastronom rechnet übrigens damit, dass der Lockdown über den 31. Januar hinaus gelten wird. „Optimistisch betrachtet wäre es schön, wenn wir ab März wieder öffnen dürften. Realistisch ist meiner Meinung nach aber, dass wir erst ab Ostern, also Anfang April, wieder öffnen dürfen“, betont der Gastwirt.

Kultur-Branche liegt ebenfalls brach

Vom Lockdown hart getroffen ist neben dem Einzelhandel auch die Kultur: Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen oder gemütliche Kinobesuche sind derzeit nicht möglich.

Auch für die hier handelnden Personen kam die Lockdown-Verlängerung nicht überraschend, im Gegenteil: „Ich habe eigentlich stark damit gerechnet. Insgeheim hatte man sich schon in den Tagen davor darauf eingestellt, dass der Lockdown verlängert wird“, sagt Lars Skoda.

Neue Leinwände für das Brettener Kino

Der Theaterleiter des Brettener Kinostar hofft, dass ab März kulturelle Einrichtungen wieder öffnen dürfen und dann auch wieder Veranstaltungen jeglicher Art möglich sind.

„Man hat sich mit der Situation mittlerweile abgefunden. Die Zuversicht ist natürlich weiterhin da, auch wenn es einem mit jeder Lockdown-Woche ein bisschen schwerer fällt, positiv zu bleiben“, betont Skoda. Im Brettener Kino werde man jedenfalls vorbereitet sein und Gewehr bei Fuß stehen, damit der Betrieb wieder starten kann, sobald das erlaubt ist.

Den gezwungenen Stillstand im Januar, traditionell einer der stärksten Kino-Monate, nutzt man im Kinostar zum Tausch der Leinwände. „Wenn wir dann wieder öffnen dürfen, können wir den Besuchern eine noch bessere Bildqualität bieten“, sagt Skoda.

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