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Onlinehandel stellt Zunahme fest

Brettener wollen auch in der Krise nicht auf Christbaum verzichten

Mit Blick auf die Festtage ohne den großen Familienkreis bleibt der Christbaum eine wichtige Konstante. Im Handel sieht man indessen bislang allenfalls leichte Aufwärtstendenzen beim stationären Verkauf, online legt der Absatz an Weihnachtsbäumen aber deutlich zu.

Weihnachten kann kommen: Jonas Baumann (links) hat sich gemeinsam mit seinem Vater Christoph Baumann (rechts) eine Tanne ausgesucht, die es ohne Corona vermutlich nicht gegeben hätte. Elke Sitzler netzt diese nun für den Transport ein. Foto: Anna Thienes

Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass Weihnachten 2020 so sehr in den Sternen stehen könnte? Wie und ob dieses Jahr gefeiert wird, ist vielen Leuten noch nicht klar. In untrennbarer Verbindung mit den drei Feiertagen und der vorangegangenen Adventszeit steht der Star des Fests: der Weihnachtsbaum.

Da viele Menschen getrennt von den Großeltern und Geschwistern feiern, könnte man vermuten, dass jeder Haushalt sich einen eigenen Baum besorgt und der Weihnachtsbaumkauf dieses Jahr förmlich durch die Decke geht.

Fabian Bechtold, Inhaber von „Odenwaldtannen“, berichtet von einem Boom des Onlinemarkts. Dieses Jahr biete er seine Tannen erstmals auch online an und möchte dies wegen der guten Quote als Vertriebsweg für die Zukunft beibehalten. Nichtsdestotrotz sei der Versand „sehr aufwendig und kompliziert“ und fordere die Versanddienste heraus.

Generell schildert Bechtold einen geringen Anstieg der Nachfrage nach Bäumen, schätzungsweise fünf Prozent. Ob dies bis Weihnachten so bleibe, könne er nicht vorhersagen. Er geht davon aus, dass viele Menschen ihren Christbaum dieses Jahr früher besorgen, um ihr Zuhause „gemütlich und besinnlich“ zu gestalten. Gerechnet hätte Fabian Bechtold nicht mit diesem Kaufverhalten, die Prognosen gingen weit auseinander und alles liege „auf Messers Schneide“, da jederzeit neue Einschränkungen vorgenommen werden könnten.

Die Pressestelle des Baumarkts Toom kann noch keine Einschätzung abgeben, die Verkäufe seien erst angelaufen. Doch auch hier geht man davon aus, dass das Zuhause als wichtigster Rückzugsort dieses Jahr eine besonders große Rolle spiele.

Mihaela Brang, die auf dem Parkplatz des Kraichgaucenters unterwegs ist, meint, dass viele Leute nicht so viel Geld zum Feiern übrig hätten. Auch die Nerven lägen blank. Die Menschen seien ungeduldig. Wegen Corona könne sie ihre Eltern nicht sehen, sagt sie traurig. Einen Baum kauft sie trotzdem: „Es ist ja schließlich Weihnachten“.

Handel sieht kaum einen Aufwärtstrend im Verkauf

Marktleiterin des Hagebaumarkts in Bretten, Melanie Jankowski, konnte allerdings keine Veränderung im Kaufverhalten beobachten. Weder kauften Kunden 2020 mehr Bäume, noch sei ein Trend zur Lieferung an die Haustür zu beobachten. Kunden wollten den Weihnachtsbaum selbst aussuchen und mit anderen Exemplaren vergleichen. Hierfür nähmen die Verkäufer die Bäume solange aus ihren Netzen, bis die Kunden den richtigen für sich gefunden hätten.

Jankowski gibt zu, dass auch für ihren Wunschbaum einige aus- und wieder eingepackt wurden. Ein Wandel sei allerdings in der Nachfrage nach Dekorationsartikeln zu beobachten, so die Marktleiterin. Dekorationsartikel seien in diesem Jahr häufiger gekauft worden als in den Vorjahren. Es sei wie mit den Garten-Artikeln im ersten Lockdown. Jetzt, wo die Menschen viel Zuhause seien, schmückten sie die eigenen vier Wände mehr.

Während sie sich ihren Baum aussuchen, erzählen Jonas und Christoph Baumann, dass sie für die Feiertage noch nichts geplant hätten. Die Tanne, die Jonas Baumann für sich und seine Familie aussucht, hätte es ohne Corona jedoch vermutlich nicht gegeben, sagt er. Auch sie wollen das Eigenheim dieses Jahr besonders schön herrichten.

Andreas Schröter gibt an, in seiner Familie seien in diesem Jahr genauso viele Weihnachtsbäume anzutreffen wie immer – es sei denn „die Oma kauft keinen“. Es scheint, dass selbst die ungewöhnlichsten Umstände der Tradition des Christbaums nicht in die Quere kommen können.

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