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Weinbau

Brettens einziger Wein wächst in Neibsheim

Obwohl in Bretten jährlich ein großer und beliebter Weinmarkt stattfindet, ist Bretten nicht als Weinanbaugebiet bekannt. Einzig in Neibsheim gibt es eine kleine Fläche.

Hubert Bachmann sieht der kommenden Weinlese mit Zuversicht entgegen.
Hubert Bachmann sieht der kommenden Weinlese mit Zuversicht entgegen. Foto: Michael Fritz

Obwohl in Bretten jährlich ein großer und beliebter Weinmarkt stattfindet, ist Bretten nicht als Weinanbaugebiet bekannt. Einzig in Neibsheim gibt es seit rund 45 Jahren einen beim badischen Weinbauverband eingetragenen Weinberg mit nennenswertem Ertrag.

Aber auch hier ist der Weinanbau rückläufig. Von ursprünglich sechs Hektar Rebfläche werden aktuell nur noch zwei Hektar bewirtschaftet. Der größte Teil der Ernte wird in der Winzergenossenschaft in Wiesloch verarbeitet, verschwindet also in der Anonymität.

Neibsheimer Wein wird im Direktvertrieb vermarktet

Eine Fläche von rund 50 Ar bewirtschaftet der gebürtige Neibsheimer Hubert Bachmann und vermarktet seinen Wein im Direktvertrieb. Bei ihm kann man somit reinen Neibsheimer Wein erwerben. „Als ich die Reben vor rund zehn Jahren von meinen Eltern übernahm, beschloss ich, fortan nicht mehr an die Winzergenossenschaft abzugeben, sondern meinen eigenen Wein auszubauen“, erzählt Bachmann, der sich hierdurch einen höheren Ertrag versprach.

Im Gegenzug trägt er allerdings auch ein höheres unternehmerisches Risiko. Denn auch die Vermarktung der rund 7.000 Flaschen pro Jahr übernimmt der Nebenerwerbswinzer nun in Eigenregie.

Nachdem die Möglichkeiten, seine Kunden direkt zu kontaktieren in den vergangenen zwei Jahren coronabedingt stark eingeschränkt waren, kommen nun noch starke Preissteigerungen beim Kauf von Weinflaschen auf den Winzer zu. „Zum Glück habe ich noch Vorräte aus den Vorjahren. Außerdem reinige ich die zurückgebrachten Flaschen und kann sie somit wieder befüllen.“

Weinlese in Bretten ist mehr Event als harte Arbeit

Bei der Vermarktung seiner Weine setzt Bachmann vor allem auf persönliche Kontakte. „Das geht über Weinverkostungen, Stammkunden und viel über Mund-zu-Mund-Propaganda“, berichtet Bachmann, der mit seinem Hobby ganzjährig beschäftigt ist. Im Januar und Februar werden die Reben geschnitten. Im Sommer wird die Grünarbeit erledigt, bevor im Herbst endlich die Weinlese ansteht. „Das ist aber mehr ein Event als harte Arbeit“, beschreibt Hubert Bachmann die unmittelbar bevorstehende Ernte der Weintrauben.

Nach der Weinlese erfolgt dann der Ausbau des aktuellen Jahrgangs. Müller-Thurgau und Chardonnay als Weißweine und Portugieser und Merlot für Rotweinliebhaber umfasst sein Sortiment. Mit dem laufenden Weinjahr ist Bachmann durchaus zufrieden. „Wir hatten dieses Jahr kaum Schädlinge und auch mit der Dürre kamen die Reben ganz gut zurecht.“ Somit steht einem guten Wein-Jahrgang 2022 nichts im Wege.

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