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Zippelius holt Direktmandat

CDU büßt Stimmen in Bretten ein – weiterhin stärkste Kraft

Die CDU büßt in Bretten gegenüber der Bundestagswahl 2017 mehr als acht Prozentpunkte ein, ist aber mit 25,9 Prozent der Stimmen stärkste Kraft in Bretten. Die SPD wiederum legt um sechs Prozentpunkte zu und reiht sich hinter der Union auf Rang zwei ein.

Der Moment der Wahrheit: Um 18 Uhr haben Isabel Obronschka (links) und Sarah Kraus im Brettener Rathaus damit begonnen, die Wahlurnen zu leeren. Dieser Vorgang ist in allen Rathäusern der Republik stets der symbolische Auftakt für das Auszählen der Stimmen. Foto: Tom Rebel

Der große Gewinner der Landtagswahl im März ist im September in Bretten einer der Verlierer der Bundestagswahl. Im Frühjahr hatte Spitzenkandidatin Andrea Schwarz für Bündnis 90/Die Grünen insgesamt 33,8 Prozentpunkte geholt.

Die CDU landete vor einem halben Jahr abgeschlagen mit 21,9 Prozent der Stimmen auf Rang zwei.

Bei der Bundestagswahl stimmten in der Großen Kreisstadt nun nur noch 15 Prozent der Wählerinnen und Wähler für die Grünen, während 25,9 Prozent der Stimmen auf die Union entfielen.

Die grünen Themen beackern mittlerweile auch die anderen Parteien intensiv.
Martin Wolff, Oberbürgermeister Bretten

„Für die Grünen hatte ich ein anderes Ergebnis erwartet, das ist schon überraschend. Das zeigt aber, dass bei der Landtagswahl viele Wählerinnen und Wähler eben Personen gewählt haben. Denn die grünen Themen beackern mittlerweile auch die anderen Parteien intensiv“, kommentiert Brettens Oberbürgermeister Martin Wolff (Freie Wähler) das Wahlergebnis in der Großen Kreisstadt.

CDU verliert bei der Bundestagswahl acht Prozentpunkte in Bretten

Gegenüber der Bundestagswahl vor vier Jahren hat die CDU in der Melanchthonstadt etwas mehr als acht Prozentpunkte verloren, damals kam die Union auf 34,4 Prozentpunkte.

Im Vergleich zur Landtagswahl haben die Christdemokraten aber fast fünf Prozentpunkte dazugewonnen. Wenn es um den Bund geht, wählt die Mehrheit in Bretten also schwarz.

Auf den CDU-Bewerber Nicolas Zippelius, der für den Wahlkreis Karlsruhe-Land letztlich auch das Direktmandat geholt hat, entfielen 29,8 Prozent der Erststimmen, damit wählten 4.452 der Wahlberechtigten den Nachfolger von Axel E. Fischer. „Es freut mich, dass Nicolas Zippelius das Direktmandat gewonnen hat. Er hat stark dafür gekämpft und viel in diesen Wahlkampf investiert“, erklärt CDU-Urgestein Joachim Kößler.

3.164 und damit 21,2 Prozent der Erststimmen verbuchte der zweitplatzierte SPD-Kandidat Patrick Diebold für sich, bei der Zweitstimme kamen die Sozialdemokraten auf 21,6 Prozentpunkte. Damit legte die SPD im Vergleich zu 2017 kräftig um fast sechs Prozentpunkte zu und ist in der Melanchthonstadt nun zweitstärkste Kraft. Bei der Landtagswahl im März hatte die SPD in Bretten nur 9,5 Prozent der Stimmen geholt.

Grünen-Kandidat Sebastian Grässer landete mit 15 Prozent der Zweitstimmen auf Rang vier, 2.374 der Wahlberechtigten und damit 15,9 Prozent entschieden sich dafür, ihm ihre Erststimme zu geben – ein Plus gegenüber 2017 von fast vier Prozent.

Platz drei belegte die FDP mit 15,5 Prozentpunkten und insgesamt 2.332 Stimmen. Damit legten die Freien Demokraten im Vergleich zu 2017 fast drei Prozentpunkte zu. Rund 3,5 Prozentpunkte verlor dagegen die AfD, die letztlich 1.624 Stimmen und damit 10,82 Prozentpunkte für sich verbuchte. Auf den AfD-Bewerber René Rotzinger aus Bretten entfielen 10,8 Prozent der Erststimmen (1.619).

Ernüchternd fiel daneben das Ergebnis der Linken aus, die in der großen Kreisstadt gerade einmal 415 Stimmen und damit 2,8 Prozentpunkte holte – ein Minus gegenüber 2017 von rund drei Prozent. Bei der Erststimme entschieden sich nur 403 Wählerinnen und Wähler für den Linken-Kandidaten Jörg Rupp.

Wahlbeteiligung in Bretten liegt bei 78,4 Prozent

Nach der Bundestagswahl 2017, als es mit 78,7 Prozent eine Rekordwahlbeteiligung gab, verzeichnet Bretten erneut eine sehr hohe Wahlbeteiligung: Bei diesem von vielen als Richtungswahl titulierten Urnengang gaben 78,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Von den 19.326 Wahlberechtigten machten 15.149 von ihrem Wahlrecht Gebrauch, davon entschieden sich 7.723 Wählerinnen und Wähler für die Briefwahl. Es gab 15.007 gültige Stimmen, 142 Stimmzettel waren ungültig.

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