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Hoffnungen auf guten Sommer

Kultur in Bretten: Das planen Veranstalter für 2022

Kulturveranstalter in Bretten starten wegen Corona nur sehr verhalten ins neue Jahr. Dabei hoffen hoffen sie vor allem auf einen guten Sommer. Einige planen bereits Veranstaltungen. Ein Überblick.

Die Sommerevents des Jazz-Clubs werden definitiv wieder stattfinden. Foto: Michael Fritz

Anfang Dezember sah es noch relativ gut aus. Mit 2G plus waren Konzerte, Theateraufführungen und sonstige Kulturveranstaltungen vielerorts wieder möglich, die Branche atmete zögerlich auf. Dann kam mit Omikron eine neue Corona-Variante – und eine fünfte Welle unbekannten Ausmaßes droht erneut, alle Hoffnung zunichte zu machen.

Wolfgang Kienzle, der in seinem Maulbronner Musikclub „Musicpark Live“ als einer der ersten mutig unter 2G-plus-Regeln wieder Live-Konzerte veranstaltete, musste Mitte Dezember die bereits ausverkauften Dire-Straits-Cover-Konzerte absagen und auch die große Abba-Party zu Silvester fiel aus. „Ich habe keine große Hoffnung, dass vor März wieder etwas möglich sein wird“, sagt Kienzle ernüchtert. „Unter den derzeitigen Bedingungen ist an einen wirtschaftlichen Betrieb nicht zu denken.“

Aber Kienzle wäre nicht seit Jahren so erfolgreich im Geschäft, wenn er den Kopf in den Sand stecken würde. So hat er „vorsorglich“ die Veranstaltungstermine ab Mitte Januar auf seiner Homepage belassen. „Wir stehen in den Startlöchern. Sobald etwas Sinnvolles möglich ist, sind wir wieder da“, verspricht der Clubbesitzer.

Jazz-Club Bretten plant Konzerte

Auch der Jazz-Club Bretten musste im Dezember zwei Veranstaltungen kurzfristig absagen. „Nun stehen wir am Beginn unseres Jubiläumsjahres. Der Jazz-Club swingt bereits seit 40 Jahren“, sagt Peter Gropp. Da das bisherige Stammlokal, das Lamm, wohl längerfristig ausfällt, hat man mit dem Stadthaus einen neuen Veranstaltungsort gefunden.

„Hier wollen wir am 18. Januar mit einer Session ins Jubeljahr starten“, sagt Gropp verhalten optimistisch. Bis Ende März sind insgesamt fünf Konzerte geplant. „Die Sommerkonzerte, Jazz im Grünen, Jazz-Walk, im Hohberghaus und eventuell Sommer im Park, werden definitiv stattfinden“, schildert Gropp.

„Wenn ich das wüsste“, beantwortet Benedikt Forster vom Kunstverein Bretten die Frage nach der nächsten Ausstellung. „Die Ausstellung von Matthias Mansen war bereits fertig eingepackt und zum Transport bereit, da kam die Absage. Jetzt ist sie zunächst im Winterschlaf.“

Sobald eine Ausstellung unter vertretbaren Bedingungen möglich sein wird, werde sie nachgeholt, so der Plan. Bis dahin können Kunstfreunde die vergangenen Ausstellungen auf der Homepage des Vereins anschauen. „Das ist aber nur ein schwacher Ersatz, denn Kunst braucht einen realen Ort der Begegnung“, sagt Forster.

Brettener Gugge-e-mol-Theater bereitet sich in kleinen Gruppen auf nächste Premiere vor

Das Gugge-e-mol-Theater hatte gerade seine Brandschutzprobleme gelöst und wollte ebenfalls wieder durchstarten, nun ist erneut „alles auf Rot gestellt“, wie es die künstlerische Leiterin Judith Fritz ausdrückt. Dennoch wird in kleinen Gruppen geprobt und die nächste Premiere vorbereitet. „Wir hatten alle genug Drama die letzte Zeit, deshalb wird es eine Komödie sein“, verrät Fritz. Zum Auftakt sind Konzerte der Gonzo Compadres und des Jazz-Clubs geplant.

Auch das Eppinger Figurentheater musste seine Planung über den Haufen werfen. Bis vorerst Mitte Januar bleiben die Türen geschlossen. Als kleinen Ersatz für die Bühne gibt es ein digitales Winterprogramm mit Geschichten, Spielen und Basteln auf der Homepage. Das internationale Theaterfestival Imaginale wird um ein Jahr auf Februar 2023 verschoben.

Beim Teatro Gillardo steht die Wiederaufnahme des Clavigo im Februar auf der Kippe. „Wir rechnen mit anhaltenden Beschränkungen und sind unsicher, ob die Vorstellung in der Buchhandlung Kolibri stattfinden kann“, berichtet Frank Ebeling. Ansonsten steht „Der ideale Gatte“ von Oscar Wilde für Frühjahr/Sommer zur Premiere an. „Den konnten wir pandemiebedingt im letzten Jahr nicht aufführen. Aber dafür umso lieber in diesem Jahr.“

Wir spielen durch.
Norbert Kritzer, Badische Landesbühne

„Wir spielen durch“, sagt Norbert Kritzer von der Badischen Landesbühne (BLB). „Wir haben große Säle und können mit der halben Auslastung die Abstände gut einhalten.“ Die Abonnenten kämen treu und auch spontane Zuschauer würden sich freuen, dass es überhaupt Theater gäbe, so der Geschäftsführer. Am 8. Januar ist in Bruchsal Premiere für „Warte nicht auf den Marlboro-Mann“ und am 13. Januar gastiert die BLB mit „Unser Mann in Havanna“ in Bretten.

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