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Helfer bereiten sich vor

Coronavirus: Drohende Pandemie beschäftigt die Stadt Bretten, Rettungskräfte sowie Ärzte und Kliniken

Wie stellt man sich in Bretten auf mögliche Erkrankungen mit dem Coronavirus ein? Die Brettener Nachrichten haben bei der Stadtverwaltung und den Rettungskräften, aber auch bei der Klinik und im Landratsamt zu dem Thema nachgefragt.

Vorbereitung bei den Rettungskräften: Das Deutsche Rote Kreuz im Kreisverband Karlsruhe hat seine 30 Fahrzeuge seit Wochen bereits ausgestattet mit Schutzkleidung sowie mit Mund-Nasen-Schutzmasken der höchsten Sicherheitsklasse. Foto: DRK Kreisverband

Wie stellt man sich in Bretten auf mögliche Erkrankungen mit dem Coronavirus ein? Die Brettener Nachrichten haben bei der Stadt und den Rettungskräften, aber auch bei der Klinik und im Landratsamt nachgefragt.

„Wir können Feuer, Wasser und Unfälle, aber für eine Corona-Pandemie sind zunächst einmal die Gesundheitsbehörden gefragt“, bekundet Brettens Oberbürgermeister Martin Wolff. Und wenn es um Katastrophenschutz gehe, dann sei der Landkreis zuständig. Verwaltungsintern habe man das Thema und mögliche Maßnahmen, die notwendig werden könnten, noch nicht besprochen.

„Unsere Ärzte und Krankenhäuser stehen jedoch Gewehr bei Fuß und sind vorbereitet“, ist das Stadtoberhaupt überzeugt. Im Fall der Fälle müssten die Gesundheitsämter sagen, was zu tun ist. Die Sorgen des Brettener Oberbürgermeisters in dieser Angelegenheit sind derzeit allerdings nicht allzu groß.

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Gesundheitsbehörden zuständig

Gleiches gilt für den Kreisbrandmeister. Dem ist zwar der Katastrophenschutz unterstellt, doch eine Pandemie ist keine Katastrophe im verwaltungstechnischen Sinn. Auch Jürgen Bordt verweist im Blick auf den Coronavirus auf die Zuständigkeit der Gesundheitsbehörden. Die hätten auch gesundheitspolizeiliche Befugnisse und könnten bestimmte Vorgehensweisen anordnen. Das Gesundheitsamt ruft den Pandemiefall aus“, erklärt der oberste Feuerwehrmann des Landkreises. Die Feuerwehr könne dann unterstützen.

Im Brettener Polizeirevier klingt man auch nicht übermäßig besorgt. Das Thema Coronavirus werde zwar diskutiert, die Kollegen seien jedoch gelassen, berichtet Ulrich Kritzer, der stellvertretende Revierleiter. Anordnungen von oben habe es noch nicht gegeben, wohl aber Mahnungen zur Vorsicht. „Vom Robert-Koch-Institut gibt es Hygienemaßnahmen für nicht-medizinische Einsatzkräfte, auf die wurden wir hingewiesen“, sagt Ulrich Kritzer. Dazu gehöre, im Verdachtsfall Abstand zu halten, auf die Handhygiene zu achten und bei Bedarf einen Mundschutz zu tragen. Den habe man im Polizeiauto immer dabei.

Einsatzpersonal in der Hinterhand

„Konkrete Maßnahmen sind derzeit nicht planbar“, heißt es aus der Pressestelle des Polizeipräsidiums. Zwar lägen Katastrophenschutzpläne vor, aber nicht für eine Corona-Pandemie. Für besondere Notfalllagen habe man aber immer das entsprechende Einsatzpersonal in der Hinterhand, bei Bedarf könne man auch andere Polizeipräsidien unterstützen oder selbst Hilfe anfordern. Ob ausreichend Schutzmasken und Schutzanzüge vorhanden sind, vermochte die Pressesprecherin nicht zu sagen.

Im Landkreis Karlsruhe ist bislang keine Erkrankung durch das Coronavirus aufgetreten.
Martin Zawichowski, Pressereferent des Landratsamts Karlsruhe

„Im Landkreis Karlsruhe ist bislang keine Erkrankung durch das Coronavirus aufgetreten“, erklärt Martin Zawichowski, Pressereferent des Landratsamts Karlsruhe. Zwei Verdachtsfälle hätten sich nicht bestätigt. Es gebe jedoch bei einer drohenden Ausbreitung eine Vorbereitungsstufe und eine Reihe von Maßnahmenstufen, die je nach Lage aufgerufen werden. Je nachdem würden dann die Akteure konkret eingebunden - – analog zu sonstigen Notfallplanungen, die vorbereitet und geübt werden.

Auf Tests vorbereitet

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sei vorbereitet auf mögliche Corona-Verdachtsfälle, sagt Jörg Biermann auf Anfrage. Das DRK des Landkreises Karlsruhe wurde, sagt dessen Kreisgeschäftsführer, nach Personal gefragt, um in Kirchheim/Teck in einer zentralen Isolationseinrichtung zu helfen. Dort seien laut DRK-Landesverband 15 Rückkehrer aus China im Auftrag der Bundesregierung untergebracht.

Auch sei das DRK logistisch ausreichend ausgestattet, um gegebenenfalls Corona-Tests vorzunehmen. Aktuell finden solche Tests in Zelten vor italienischen Klinik-Türen statt und auch beispielsweise in einem Zelt, welches das Karlsruher Vincentius-Krankenhaus nach BNN-Informationen vor seinem Eingang aufgestellt hat. So sollen Patienten im Inneren geschützt und Notaufnahmen entlastet werden.

Schutzausrüstung vorhanden

Zudem sind alle 30 DRK-Fahrzeuge im Stadt- und Landkreis Karlsruhe und somit auch in Bretten mit Schutzkleidung ausgestattet. Dazu gehören Schutzanzüge sowie 160 Stück Mund-Nasen-Schutzmasken der höchsten Sicherheitsklasse. Wie lange die reichen, vermag Biermann nicht zu sagen, aber: „Die haben wir vor Wochen schon geordert. Zum Glück, denn momentan sind keine mehr zu bekommen.“ Sie würden ja in China produziert. Im Netz werden sie für bis zu 70 Euro je Stück gehandelt.

Die Regionale Klinik-Holding RKH informierte am Abend, es laufe ein intensiver Abstimmungsprozess zwischen den RKH-Kliniken – die auch die Krankenhäuser in Bretten und Bruchsal betreiben – und mit der Kreisärzteschaft und dem Landratsamt Karlsruhe über das gemeinsame Vorgehen bei Corona-Verdachtsfällen. Dessen Ergebnisse werden am Donnerstag kundgetan.

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