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Friedensarbeit

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sammelt mit Promis für sein internationales Wirken

Mit Spendendöschen unterwegs auf dem Brettener Marktplatz: Das Andenken deutscher Toter im Krieg mündet in der Arbeit für das Erinnern an Leid und Trauer.

Eine Gruppe Spendensammler auf dem Brettener Marktplatz
Milde Gabe für den Frieden: CDU-LAbgeordneter Ansgar Mayr, Neibsheims Ortsvorsteher Michael Koch, Grünen Abgeordnete Andrea Schwarz, Stabsfeldwebel Lothar Falk, OB Martin Wolff und Volksbund-Geschäftsführer Volker Schütze auf dem Brettener Marktplatz (v.l.). Foto: Tom Rebel

Mal sind es Münzen, mal kleine Scheine – langsam, aber stetig füllen sich die Spendendöschen des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge bei der Sammelaktion des Vereins auf dem Brettener Marktplatz. Mit am Samstagmittag dabei: bekannte Gesichter aus Politik und Verwaltung.

Der Krieg in der Ukraine führt vor Augen, wie fragil der Frieden ist, den die meisten Menschen in Europa erleben. Und wie hilft man aktuell der Ukraine? Die Meinungen darüber, ob Waffenlieferungen oder Friedensverhandlungen der Weg sind, waren geteilt. Die Einigkeit über die Bedeutung der Arbeit für den Frieden war dafür groß.

Andrea Schwarz, Grünen-Abgeordnete im Landtag, war eine der Gäste bei der Sammelaktion: „Das Geld ist wichtig, um die Arbeit des Volksbundes aufrechtzuerhalten. Und der Konflikt in der Ukraine führt uns vor Augen, dass Kriegszeiten auch Zeiten von Gräbern sind.“

Ihr Landtagskollege Ansgar Mayr (CDU), erklärte: „Der Volksbund ist mit seiner Arbeit auf Friedensmission, mit der Versöhnungsarbeit geleistet wird.“

Flyer und Spendendosen stehen auf einem Tisch auf dem Brettener Marktplatz.
Alles bereit: Am Samstagvormittag lud der Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge zum Spendensammeln auf den Brettener Marktplatz. Foto: Tom Rebel

Waffenlieferungen oder nicht? Darin herrscht Uneinigkeit

Eine Arbeit, die der Verein in vielen Ländern leistet, wo deutsche Soldaten gefallen sind – auch in der Ukraine. Geschäftsführer Volker Schütze erklärt jedoch, dass diese Arbeit aktuell dort nicht zu leisten ist: „Die Leute, die für den Volksbund vor Ort in der Ukraine arbeiten, mussten das Land verlassen. Eine Arbeit im Krieg ist nicht vorstellbar.“

Nach Schätzungen des Volksbunds ruhen derzeit noch etwa 170.000 deutsche Kriegstote auf den Kriegsgräberstätten in der Ukraine, die gleiche Zahl wird vermisst. Die Zahl sowjetischer Tote dürfte in die Millionen gehen.

Ich halte die Aufnahme von Friedensverhandlungen für notwendig.
Andrea Schwarz, Grünen-Landtagsabgeordnete für Bretten

Was bringt den aktuellen Konflikt in der Ukraine am ehesten zu einem Ende? Andrea Schwarz positioniert sich eindeutig: „Ich halte die Aufnahme von Friedensverhandlungen für notwendig. Sie sind der wahrscheinlichste Weg aus dem Krieg.“ Weitere Waffenlieferungen hält die Grünen-Politikerin für unverantwortlich und einen möglichen Weg in die Eskalation.

Ansgar Mayr forderte, den Weg für Friedensverhandlungen freizumachen, ohne die Waffenlieferungen einzustellen. Beide Optionen kommen für ihn in Betracht. Auf das Aussetzen der Lieferungen von Waffen würde aber auch er sich aktuell nicht einlassen wollen.

Volker Schütze vom Volksbund wollte das Thema nicht kommentieren. Wichtiger ist die Arbeit vor Ort wie in Bretten, um den Frieden mit den Mitteln zu sichern, die man hat oder sammeln kann. Die Menschen spenden, auch in der Krise und in Bretten. Dafür brauche es Menschen, die sammeln gehen. „Das ist aktuell die größte Herausforderung.“

Volksbund macht mit bei Friedenstagen in Bretten

Damit werden die finanziellen Möglichkeiten geschaffen, um Kriegstote umzubetten, aber auch, um Jugendliche aus verschiedenen Ländern zusammenzubringen, mit ihnen über den Frieden zu sprechen und sie in gemeinsamen Aktionen wie Seminaren miteinander in Kontakt zu bringen.

Auch beteiligt sich der Volksbund an den Friedenstagen in Bretten, wie Brettens Oberbürgermeister Martin Wolff (parteilos) betont: Der Verein hat die Wanderausstellung mitkonzipiert, die die Massenerschießungen von Juden am Stadtrand der lettischen Hauptstadt Riga thematisiert. Die Ausstellung ist von 8. bis 24. November im Foyer des Brettener Rathauses zu sehen.

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