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Betriebt läuft gemächlich an

Die Leinwände im Brettener Kino erwachen aus dem Corona-Dornröschenschlaf

Nach rund dreimonatiger Corona-Zwangspause hat das Brettener Kino nun wieder geöffnet. Allerdings lief der Betrieb im Kinostar der Melanchthonstadt am ersten Wochenende nach dem Re-Start eher gemächlich ab. Am Samstag waren zwei der sechs Filmvorstellungen unbesucht. Dennoch ist Theaterleiter Lars Skoda mit dem Geschäft ganz zufrieden: "Es läuft besser als erwartet."

In Corona-Zeiten müssen auch im Brettener Kino immer drei Sitze zwischen den jeweiligen Gästegruppen frei bleiben, zudem ist jede zweite Sitzreihe gesperrt. Bis die Besucher auf ihren Plätzen sind, müssen sie eine Mund-Nasen-Maske tragen. Foto: Rebel

Nach rund dreimonatiger Corona-Zwangspause hat das Brettener Kino nun wieder geöffnet. Allerdings lief der Betrieb im Kinostar der Melanchthonstadt am ersten Wochenende nach dem Re-Start eher gemächlich ab. Dennoch ist Theaterleiter Lars Skoda mit dem Geschäft ganz zufrieden: "Es läuft besser als erwartet."

Es hat lange gedauert, bis die Kinos wieder den Betrieb aufnehmen durften und die Leinwände aus ihrem Corona-bedingten Dornröschenschlaf erwachten. Samstag und Sonntag sind traditionell die Tage, an denen in den Lichtspielhäusern der Bundesrepublik der größte Besucherandrang herrscht. Da bildet der Brettener Kinostar keine Ausnahme.

Die Zahlen am ersten Wochenende nach der Wiederöffnung waren in der Melanchthonstadt nach Meinung von Theaterleiter Lars Skoda „eigentlich ganz okay“. Das sei letztlich auch genau so zu erwarten gewesen.

Von kostendeckend arbeitendem Betrieb ist das Kino weit entfernt

Von einem kostendeckend arbeitenden Betrieb sei man derzeit natürlich meilenweit entfernt, versichert Skoda. Doch darum gehe es gar nicht. „Wir sehen das eher als Service an, den wir den Leuten in diesen verrückten Zeiten bieten. Wir wollen einfach präsent sein und so den Menschen eine weitere Freizeitmöglichkeit bieten“, betont Skoda.

Am Samstag hat der Theaterleiter das Brettener Kino bei eigentlich bestem Kino-Wetter – bewölkt, teilweise regnerisch und für den 6. Juni ungewöhnlich kühle 14 Grad – pünktlich um 14.30 Uhr aufgeschlossen, eine halbe Stunde vor der ersten Vorstellung. Danach passierte aber erst einmal überhaupt nichts.

Zwei Filmvorstellungen bleiben unbesucht

„So etwas habe ich eigentlich noch nie erlebt“, erklärt Skoda. Wie seine Mitarbeiter trägt er nun im Dienst eine Schutzmaske. Das automatisch startende Filmprogramm in Saal drei stoppt der Theaterleiter um 15.17 Uhr. Denn spätestens zu diesem Zeitpunkt ist klar: Den Film „Die Heinzels – Rückkehr der Heinzelmännchen“, der seit 15 Uhr über die Leinwand flimmert, will an diesem Tag niemand sehen.

Das gleiche Schicksal ereilt um 15.30 Uhr dann auch den bekannten Film-Collie „Lassie“, dessen neueste abenteuerliche Leinwand-Reise an diesem Tag in der Melanchthonstadt ebenfalls keinen Besucher in den Kinostar lockt.

Es kann schon mal vorkommen, dass unter der Woche bei einer Nachmittagsvorstellung gar niemand oder nur zwei, drei Leute kommen.
Lars Skoda, Theaterleiter

„Es kann schon mal vorkommen, dass unter der Woche bei einer Nachmittagsvorstellung gar niemand oder nur zwei, drei Leute kommen. Aber dass das an einem Samstag bei zwei Filmen hintereinander passiert, ist wirklich außergewöhnlich“, versichert Skoda. Und muss gestehen, dass man in Corona-Zeiten doch immer wieder neue Erfahrungen macht.

Bei „Lassie“ hofft der Theaterleiter sogar eine Minute länger als zuvor bei den Heinzels auf kurzentschlossene Besucher. Doch um 15.48 Uhr schaltet er auch in Saal zwei das Programm ab.

Exklusive Privatvorstellung für Familie Krüger

Immerhin sind zu diesem Zeitpunkt schon drei Gäste im Haus, sie bleiben allerdings auch die einzigen Besucher im ersten Film-Block. „Das ist in der Form schon überraschend, zumal an den beiden vorherigen Tagen auch die Nachmittagsvorstellungen eigentlich ganz gut besucht waren“, erklärt Skoda.

Wir freuen uns einfach riesig, schließlich mussten wir auch lange genug warten, bis wir wieder ins Kino durften.
Lea und Luca

So kommen aber mit Gabriele Krüger und ihren Enkeln Lea und Luca drei Brettener Kinogänger in den exklusiven Genuss einer Privatvorstellung in Saal eins. Normalerweise ist dort Platz für 197 Filmfans. „Wir freuen uns einfach riesig, schließlich mussten wir auch lange genug warten, bis wir wieder ins Kino durften“, erzählen Lea und Luca.

Gäste und Mitarbeiter müssen Schutzmasken tragen

Bevor für die drei jedoch das Filmvergnügen mit „Sonic the Hedgehog“ starten kann, müssen sie sich zuerst in die neben dem Eingang ausliegende Liste eintragen, damit im Falle einer möglichen Covid-19-Infektion die Infektionskette nachverfolgt werden kann. Übrigens müssen die Gäste im Kino so lange einen Mund-Nasen-Schutz tragen, bis sie auf ihren Plätzen sitzen.

Etwas Gutes haben die ausbleibenden Besucher übrigens: Skoda und sein Mitarbeiter Florian Scherer, der an diesem Samstag im Einsatz ist, müssen vor dem abendlichen Filmblock nur an drei Sitzen die Armlehnen desinfizieren. Auch ist die Reinigung des Treppenhandlaufs und der Toiletten, die aufgrund der geltenden Corona-Hygieneregeln mittlerweile Pflicht ist, diesmal recht schnell erledigt.

Plexiglasscheibe schützt die Verkaufstheke

So bleibt noch genügend Zeit, um in Ruhe und ganz ohne Hektik die neuerdings durch eine Plexiglasscheibe geschützte Verkaufstheke mit ausreichend Popcorn und Nachos für die drei Abendvorstellungen zu bestücken. Um 19 Uhr öffnet Skoda wieder den Haupteingang. Am Abend läuft das Programm planmäßig, zu den drei Filmen kommen insgesamt 82 Gäste.

„Von Donnerstag, als wir erstmals wieder geöffnet hatten, bis Samstag hat sich die Besucherzahl also vervierfacht – das ist deutlich mehr, als ich erwartet hatte“, betont der Brettener Theaterleiter.

Actionthriller "Semper Fi" in der "Sneak Preview"

In Saal drei wollen 20 Personen um 19.30 Uhr die deutsche Komödie „Nightlife“ von Regisseur Simon Verhoeven mit Elyas M’Barek und Palina Rojinski sehen. 30 Besucher lockt eine halbe Stunde später die US-amerikanische Actionkomödie „The Gentleman“ in Saal zwei.

Am besten ist am ersten Kino-Samstag nach der Corona-Pause die „Sneak Preview“ um 20.30 Uhr besucht – 32 Filmfans bekommen dabei den Actionthriller „Semper Fi“ präsentiert, der in Deutschland offiziell erst am 9. Juli startet.

Gegen 23 Uhr haben Theaterleiter Skoda und sein Mitarbeiter Scherer Feierabend. Zu diesem Zeitpunkt sind die Kühlschränke für den nächsten Tag bereits mit Getränken bestückt und alle Armlehnen der benutzten Sitze desinfiziert. Um den Rest kümmert sich am nächsten Morgen die Putzfrau – und um 14.30 Uhr schließt Skoda wieder den Haupteingang auf, damit in Bretten der nächste Kinotag starten kann.

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