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Corona-Notbremse

Die Schutzengel im Brettener Museum warten weiter auf Besucher

Nach monatelangen Umbauarbeiten sollten im Brettener Schutzengelmuseum diese Woche endlich wieder die Tore für Besucher geöffnet werden. Wegen der Corona-Notbremse bleibt das Museum vorerst jedoch geschlossen. Bei Leiterin Linda Obhof ist die Enttäuschung entsprechend groß.

Die Engel warten weiter auf Besucher: Wegen der steigenden Inzidenz-Zahlen bleibt das Brettener Schutzengelmuseum geschlossen. Die vergangenen Monate haben Museumsleiterin Linda Obhof und ihre Mitarbeiter genutzt, um das Museum umzubauen. Neu ist zum Beispiel dieses Podest in Form eines Engelsflügels. Foto: Marie Orphal

Die Engelsfiguren warten auf Podesten und in Vitrinen auf die Besucher. Texttafeln, Gemälde und Fotos hängen bereits an den Wänden. Alles war und ist vorbereitet für die Wiedereröffnung des Deutschen Schutzengelmuseums in Bretten.

Nach monatelangem Lockdown und Umbaumaßnahmen wollte das Museum an diesem Mittwoch, 24. März, wieder seine Tore öffnen. Wegen der Corona-Notbremse ist die Öffnung aber vertagt: Die Museen im Landkreis Karlsruhe müssen aufgrund der steigenden Inzidenzen fürs Erste schließen.

Öffnen dürfen sie voraussichtlich erst wieder, sobald die Inzidenz an sieben aufeinanderfolgenden Tagen unter 100 bleibt. Bei Museumsleiterin Linda Obhof ist die Enttäuschung groß: „Wir sind startbereit und könnten sofort aufmachen.“

Schutzengelmuseum wurde im Lockdown umgebaut

Seit Oktober war das Museum im Schweizer Hof wegen des Lockdowns geschlossen. Obhof und ihr Team hatten während der Zwangsschließung die Bestände im Depot inventarisiert und das Museum umgebaut. Der Inhalt der Ausstellung ist nun auf einer statt auf zwei Etagen komprimiert, weil die obere Etage aus Brandschutzgründen gesperrt ist.

Neu ist außerdem die Anordnung der mehr als 200 Ausstellungsstücke, das Farbkonzept und die Raumaufteilung. Die Texte sind überarbeitet worden, einige Möbel dazugekommen, zum Beispiel ein Podest in Form eines Engelsflügels und ein beleuchtetes Schutzengel-Regal. Außerdem gibt es einige Objekte zum Anfassen, zum Beispiel Exponate in Schubladen zum Herausziehen.

Auch im Stadtmuseum im Erdgeschoss des Schweizer Hofs bleiben vorerst die Türen zu. Dort sollte eigentlich ab Mittwoch die Ausstellung „Textilgeschichte(n)“ über die Entstehung und Verarbeitung von Textilien starten. Die für Sonntag geplante Wiedereröffnung des Brettener Gerberhauses fällt ebenfalls ins Wasser. „Die Mitarbeiter stehen in den Startlöchern“, erklärt Obhof, die als Leiterin der städtischen Museen für Schutzengelmuseum, Stadtmuseum und Gerberhaus verantwortlich ist. Und: „Die Menschen dürsten nach Kultur.“

Wenn feststeht, wann die Museen wieder öffnen dürfen, können sich Besucher laut Obhof über ein Reservierungstool auf der Homepage der Stadt ein Zeitfenster für ihren Besuch in den städtischen Museen sichern. Im Schweizer Hof können sich dann voraussichtlich sieben Besucher gleichzeitig aufhalten, im Gerberhaus fünf Besucher.

Im Brettener Tierpark war die Freude über das Ende des Lockdowns von kurzer Dauer: Gut zwei Wochen nach der Wiedereröffnung sind die Schotten wegen der Corona-Notbremse schon wieder dicht. „Wir sind nicht happy darüber“, bedauert Betreiberin Annika Willig. Trotz des schlechten Wetters sei in den vergangenen Wochen mehr los gewesen als sonst um diese Jahreszeit. Maximal 100 Besucher durften sich pro Stunde gleichzeitig auf dem etwa sechs Hektar großen Gelände aufhalten. Es galt Maskenpflicht. Denjenigen, die einen Termin für einen Besuch in den nächsten Tagen reserviert hatten, hat Willig bereits per E-Mail abgesagt.

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