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Leere Stiefel vor der Tür

Dreiste Diebe und ein Oberderdinger Polizist mit großem Herz

Eine böse Überraschung erlebten BNN-Mitarbeiterin Corinna Stein und ihre Tochter Alena am Nikolaustag: Zwei restlos leer geräumte Stiefel vor der Wohnungstür. Wo am Vorabend noch eine Puppe der Eiskönigin zusammen mit weiteren kleinen Geschenken auf ihre neue Besitzerin wartete, herrschte gähnende Leere.

Trost mit dem "Polifanten": Alena und Polizeibeamter Christian Wäckerle. Foto: Stein

Corinna Stein konnte nicht glauben, was sie da sah. Ein Kind bestohlen im Mehrfamilienhaus? Wo gibt es denn so was? Mit Tränen der Wut und Enttäuschung versuchte sei, auf die Schnelle einen „Notfall-Stiefel“ zu füllen – fieberte Tochter Alena doch schon seit Tagen auf dieses Ereignis hin. Die Freude war denn auch mäßig, als sie lediglich Orangen, Nüsse und eine kleine Schokolade in den großen Gummistiefeln vorfand.

Dreistigkeit des Diebes größer als schlechtes Gewissen

Ihren Frust hängte die Fotografin in Form eines unübersehbaren Zettels an die Eingangstüre. Insgeheim habe sie gehofft, so erzählt sie, dass sich jemand nur einen bösen Scherz erlaubt habe und die Geschenke bis Mittag wieder an ihrem Platz liegen würden. Doch leider sei die Dreistigkeit des Diebes größer als sein schlechtes Gewissen gewesen. Bis zum Abend wurde der Groll immer größer.

Beim Polizeiposten Oberderdingen schilderte Stein den Vorfall – und war auf Unverständnis vorbereitet. Doch die Reaktion von Postenleiter Christian Wäckerle habe sie überrascht: „Was sie mir da erzählen, tut mir in der Seele weh. Ich bin selbst Papa und wenn meine Kinder heute Morgen einen leeren Stiefel vorgefunden hätten, wäre das einem Super-GAU gleichgekommen.“

Nachträgliche Nikolausfreude

Fünf Minuten später stand der Polizeibeamte vor der Tür und klingelte bei allen Nachbarn, um nach den gestohlenen Geschenken zu fragen. Ihre Gefühle, sagt Corinna Stein, seien in diesem Moment einfach nur von tiefer Dankbarkeit geprägt gewesen, war doch der Verlust an diesem Morgen für ihre Tochter riesengroß gewesen. Die „Fahndung“ blieb erfolglos, was das Auffinden der Geschenke betraf. Doch dem Polizeibeamten ging der Vorfall so nahe, dass er die Steins drei Tage später ein zweites Mal besuchte, um dem Kind mit einem „Polifanten“ eine nachträgliche Nikolausfreude zu machen. Wahre Nächstenliebe in diesen vorweihnachtlichen Zeiten.

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