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Klima-Projekt am Edith-Stein-Gymnasium

Brettener Schule spart Energie – und tausende Euro

Das Brettener Edith-Stein-Gymnasium hat seit 2019 tausende Euro an Energiekosten eingespart. Wie kam es zu dem Klima-Projekt, von dem nicht nur die Schule, sondern auch die Stadt profitiert?

Investieren Zeit und Geld in den Klimaschutz: Umwelt-AG-Leiterin Petra Wigand und Schulleiter Daniel Krüger (Mitte hinten) zusammen mit den am Projekt beteiligten Schülern Noah Schwarz, Frauke-Charlotte Engel, Damian Vrljicak Sophie Dubovy und Emily Klumpp. Foto: Tom Rebel

Dass sich Schüler politisch für den Klimaschutz engagieren, ist seit Fridays For Future keine Seltenheit mehr. Das Edith-Stein-Gymnasium Bretten (ESG) zeigt mit seinem Energie-Einspar-Projekt, dass die Schüler nicht nur Veränderung fordern können, sondern auch selbst bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Allein durch Verhaltensänderung hat die Schule in den vergangenen 15 Monaten Energiekosten in Höhe von 6.500 Euro eingespart. Von den 4.500 Euro, die allein in den vergangenen zehn Monaten zusammenkamen, geht ein Drittel an die Stadt, das zweite soll für weitere Energiemaßnahmen am ESG genutzt werden, das dritte darf die Schule als Belohnung behalten. Wo liegen die Wurzeln dieses Projekts?

Seinen Anfang genommen hat alles mit einem Impulsvortrag zu Klimawandel und Klimaschutz, den Vertreter der Schweizer Stiftung MyClimate Anfang 2018 vor der Klasse 10c des ESG gehalten haben.

Die Stiftung will den Klimaschutz durch Bildung und Beratung fördern und bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihren CO2-Fußabdruck zu kompensieren – durch Investitionen in ein entsprechendes Projekt, den Handel mit Emissionen oder die Optimierung ihrer Energiebilanz.

Erfolgreiche Überzeugungsarbeit

Der Impuls zeigte Wirkung: Im Anschluss an den Vortrag erarbeiten die Zehntklässler erstmals ein Nachhaltigkeitskonzept für die Schule, das auch eine maximale CO2-Reduktion vorsieht. „Da ist die Schulleitung aufmerksam geworden“, sagt Petra Wigand, die am ESG Französisch, Spanisch und Erdkunde unterrichtet.

Als Leiterin der Umwelt-AG wird Wigand im Januar 2019 damit beauftragt, den klimafreundlichen Weg weiterzuverfolgen – zu ihrer großen Freude: „Das war schon immer mein Thema“, sagt sie. Zudem sei das ESG als Unesco-Projektschule prädestiniert, die Vereinten Nationen beim Ziel der Umwelt-Gerechtigkeit zu unterstützen, das auch in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung angestrebt wird.

Das war schon immer mein Thema, und jetzt konnte ich da endlich auch mal wirksam werden.
Petra Wigand, Initiatorin des Projekts

Bei ihrer Recherche stößt die findige Lehrerin auf das Hamburger Projekt 50/50, das zum Vorbild der Drittel-Regelung werden wird. Die Idee: Ausgehend vom durchschnittlichen Energieverbrauch der vergangenen drei Jahre, im Falle des ESG von Strom und Heizung, werden die eingesparten Energiekosten als Prämie anteilig auf Stadt und Schule verteilt.

Mit Beispielen aus Berlin und München, wo mehrere Schulen zusammen pro Jahr bis zu 500.000 Euro einsparen, kann sie schließlich die Gesamtlehrer- sowie die Schulkonferenz für ein ähnliches Vorhaben gewinnen.

Klima-Botschafter spüren Energiefresser auf

Im Mai 2019 wird der Vertrag mit der Stadtverwaltung unterzeichnet. Mit dabei sind auch zwei sogenannte Umwelt-Mentoren aus der Schülerschaft.

Wie ESG-Schulleiter Daniel Krüger ausführt, sensibilisieren die in einem Lehrgang des Landes ausgebildeten Mentoren ihre Mitschüler für den schonenden Umgang mit Ressourcen und spüren mit ihnen gemeinsam Einsparmöglichkeiten auf. Passend zum ESG gilt das Mentorenprogramm als Vorzeigeprojekt der Unesco-Kampagne „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

Jetzt ging es erst mal darum, mit einer Verhaltensänderung etwas zu erreichen. In Zukunft wollen wir dann auch mit besserer Technik Energie einsparen.
Daniel Krüger, Schulleiter

„Jetzt ging es erst mal darum, mit einer Verhaltensänderung etwas zu erreichen. In Zukunft wollen wir dann auch mit besserer Technik Energie einsparen“, erklärt Schulleiter Krüger. So plane etwa die Stadt, die alten Leuchtstoffröhren durch LEDs zu ersetzen oder Präsenzmelder in den Toiletten zu installieren, die Licht nur leuchten lassen, wenn es gebraucht wird. Künftig sollen dann nach und nach die alten Geräte in der Schule durch energieeffiziente Modelle ersetzt werden.

Was es bei allem Erfolg zu bedenken gilt: Die Corona-Krise hat die Ergebnisse des Klimaschutzprogramms in zweifacher Hinsicht beeinflusst: Einmal positiv, weil die Schulen nicht durchgehend in Betrieb waren, und einmal negativ, weil Infektionsschutzmaßnahmen wie Luftfiltergeräte und die technische Ausrüstung für den Fernunterricht auch energetisch zu Buche geschlagen haben.

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