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Kampagne zu Fastnacht fällt ins Wasser

Wegen Corona bleiben die Narrenkappen 2021 rund um Bretten wohl im Schrank

Der Kamelle-Schauer in der Region fällt 2021 vielleicht komplett ins Wasser. Viele Veranstalter von Veranstaltungen zu Fastnacht haben bereits eine Absage vermeldet. Manche Städte und Gemeinden planen trotzdem.

Polonaise mit BeNNi an der Spitze: Ein großer Erfolg war auch 2020 der Ramba-Zamba-Kinderfasching in der Oberderdinger Aschingerhalle mit BNN-Maskottchen BeNNi. Für 2021 ist die Veranstaltung bereits abgesagt. Foto: Claudia Pospieszczyk

Der Kamelle-Schauer in der Region fällt 2021 vielleicht komplett ins Wasser und die Narrenkappen bleiben dann im Schrank. Das steht nach Rückfragen bei einigen Veranstaltern und Aktiven in der Region bereits jetzt schon fest. Einzig die Kürnbacher und die Sulzfelder haben die fünfte Jahreszeit noch nicht komplett aufgegeben, und auch die Brettener planen etwas. Die Faschingsrufe wie „Bredde wau wau“ in der Melanchthonstadt Bretten oder „Fünf Balle“ in Flehingen bleiben 2021 aus.

Die Bühnen der verschiedenen Veranstaltungsorte bleiben wohl leer und auch entlang der Straße wird sich kein närrischer Lindwurm durch Menschenansammlungen schlängeln. Fasching, wie man ihn seither kennt, macht im Jahr 2021 eine Pause und muss sich der Pandemie beugen. Es wird kein Lasso rausgeholt, mit dem man tanzend „Cowboy und Indianer“ spielen wird. Das „rote Pferd“ aus einem Faschingshit wird sich auch nicht umdrehe, und an Schunkelrunden ist ebenfalls vorerst nicht zu denken. Zwar hat die Wurst laut einem Faschingshit zwei Enden, aber die Pandemie macht der Faschingssession 2021 fast gänzlich ein Ende, bevor sie überhaupt begonnen hat.

Eine Absage seitens des „Festivals der guten Taten“ vermeldet Uli Lange für den Ramba-Zamba-Kinderfasching in Gondelsheim und in Oberderdingen. „Das Treffen der Aktiven am 11. November fällt flach, der Narrenzug mit Proklamation entfällt und es wird keine Prunksitzung geben“, berichtet Bernd Neuschl, der normalerweise als Sitzungspräsident durch die Brettener Bütt führt, von einem närrischen Lockdown in der Melanchthonstadt. Für ihn ist es ein seltsames Gefühl, bis Februar nun keinen einzigen Faschingsauftritt vorzubereiten. Trotz allem müssen die Brettener nicht komplett auf Fasching verzichten. Neuschl verspricht passend zur Pandemie eine Überraschung, mit der die Brettener Narren virtuell auf sich aufmerksam machen werden. „Numme ´d Gosch net ghalte, diesem Motto bleiben wir auf jeden Fall treu“, verspricht Neuschl.

Da man aktuell nicht proben und damit auch kein Programm auf die Füße stellen könne, habe man das Thema Fasching beim Närrischen Händschich Gölshausen auf Eis gelegt, berichtet der Vereinsvorsitzende Sven Ripka. Ähnliche Töne hört man auch von Aaron Treut, der nicht nur Ortsvorsteher in Ruit ist, sondern auch stellvertretender Vorsitzender des örtlichen Fördervereins ist: „Bei uns im Ort gibt es einen Kinderfasching, der stets sehr gut besucht wird. Bedingt durch Corona wäre eine Ausrichtung der Veranstaltung zu gefährlich, sodass wir diese abgesagt haben“.

Da müssen wir halt in den sauren Apfel beißen
Frank Anhalt vom Flehinger Fußballverein

Der Männergesangverein Flehingen verstummt bis Jahresende aus Veranstaltungssicht komplett, denn man hat vor einigen Wochen bereits alle Auftritte bis Jahresende abgesagt. „Leider wurde auch unser 59. MGV-Faschingsball in der Schlossgartenhalle Flehingen am 13. Februar 2021 ebenfalls aufgrund der angespannten Corona-Lage abgesagt“, berichtet Gerald Hintermayer. Die Konfettikanonen werden auch beim Flehinger Fußballverein nicht gezündet. „Unseren Rosenmontagsball haben wir bereits abgesagt. Es war für die Akteure zu unsicher, zu proben und schlussendlich doch nicht auf der Bühne stehen zu dürfen. Da müssen wir halt in den sauren Apfel beißen“, sagt der Vereinsvorsitzende Frank Anhalt.

Der Verein ist in diesem Jahr leidgeprüft und konnte bereits das 100-jährige Bestehen nicht feiern. Laut Anhalt wird es 2021 auch keinen Faschingsumzug in Flehingen geben. Aus heutiger Sicht plant auch der Neibsheimer Männergesangverein laut Peter Gerweck keine Veranstaltung. Erst in den kommenden Wochen wird beim Arbeitergesangverein „Frohsinn“ Sulzfeld eine Entscheidung fallen. „Tendenziell wird es aufgrund der aktuellen Lage 2021 eher keine Faschingsveranstaltung geben“, sagt die Vereinsvorsitzende Vanessa Braun. Eine endgültige Entscheidung treffe man erst in den kommenden Wochen bei einer Online-Vorstandssitzung

„Wir planen für das Jahr 2021 keine Faschingsveranstaltungen“, lässt Cathrin Wöhrle, Bürgermeisterin von Zaisenhausen, verlauten. Der Musikverein Kürnbach hat seine Faschingsveranstaltung auf den 6. Februar 2021 geplant. „Falls es die Rechtslage im Zusammenhang mit Corona dann erlaubt, findet die Veranstaltung statt. So wurden auch andere jährlich wiederkehrende Vereinsveranstaltungen für 2021 geplant. Wir warten vor einer eventuellen Absage jeweils die dann gültige Rechtslage ab“, sagt der Vereinsvorsitzende Raphael Gegenheimer.

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