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Tipps von den Landfrauen

Dampfnudel-Workshop in Liedolsheim: Sie schreien, wenn sie fertig sind

"Schon probiert, gelingt aber nicht immer." So ging es den meisten Teilnehmerinnen beim Dampfnudel-Workshop in Liedolsheim. Wie man rundum gelungene Dampfnudeln macht, zeigten die örtlichen Landfrauen, nicht zuletzt mit Tipps von der Schwiegermutter.

Es ist vollbracht: Landfrau Karin Kretzler (rechts) hebt die Dampfnudeln mit knuspriger Salzkruste vorsichtig aus der Pfanne. Links die Teilnehmerinnen Martina Klein und Manuela Müller. Foto: Petra Steinmann-Plücker

Wie jetzt? Die Dampfnudeln schreien, wenn sie fertig sind? Na ja, sie können auch singen oder schwätzen, auf jeden Fall braucht es gute Ohren, um das Brutzel-Geräusch wahrzunehmen, das die Dampfnudeln in der Pfanne machen, wenn das Wasser verdampft ist und sich die Kruste am Boden bildet. Und dann sollte es zügig gehen, denn die Zeitspanne zwischen knusprig und kokelig ist kurz. Aber bis es soweit ist, braucht es Zeit und Geduld. „Hordisch“, mal eben ruckzuck Dampfnudeln für ein schnelles Mittagessen machen, das geht gar nicht.

Von Petra Steinmann-Plücker

Wie es geht, das haben die Landfrauen Liedolsheim beim Dampfnudel-Workshop gezeigt. „Badische Dampfnudel und Grumbiersupp (Kartoffelsuppe)“ stehen auf dem Zubereitungsplan. 16 Teilnehmer, darunter, wie die weibliche Mehrheit scherzhaft bemerkt, der „Quotenmann“ Bernd Seitz, haben sich in vier Gruppen in den Kochzeilen der Schulküche in der Pestalozzischule zusammengefunden. Die Kenntnisse in der Herstellung der Hefekugeln reichen von „noch nie selbst gemacht“ bis „von der Schwiegermutter/Mutter gelernt“. Dazwischen liegt die Erfahrung, die Sabine Schnörringer mit den meisten Anwesenden teilt: „Schon probiert, gelingt aber nicht immer.“ Damit es gelingt, stehen Landfrauen den Teilnehmern zur Seite.

Kartoffeln sollten mehlig sein

Während für die Suppe das klein geschnittene Gemüse, Karotten, Lauch, Sellerie, Tomaten, zusammen mit den Kartoffeln – das sollten mehlige sein, „sonst wird die Suppe zu rau“, so die Landfrauen-Vorsitzende Ingrid Beele-Luppold – in Brühe langsam (ganz wichtig!) vor sich hin köchelt, wenden sich die Damen und der Herr dem Hefeteig zu. Mehl, Hefe, Milch, Salz und Zucker werden mit dem Knethaken der Küchenmaschine oder des Handrührers verarbeitet. „Wenn der Teig sich vom Schüsselrand löst, ist er gut“, gibt Svenja Fröhlich-Kopp den Hinweis ihrer Schwiegermutter weiter.

Schlagen bis zur Geschmeidigkeit

Martina Klein zeigt, dass sie trotz vollautomatischer Küchenhelfer das Schlagen des Teigs mit der Hand bis zu dessen Geschmeidigkeit beherrscht. Nach einer guten halben Stunde – zwischenzeitlich hat sich auch Dettenheims Bürgermeisterin Ute Göbelbecker eingefunden und schaut interessiert zu – ist er doppelt so groß, und gemeinsam geht es ans Kugeln.

Tipps von der Schwiegermutter

Um den Teig zu portionieren, kommt wieder ein Schwiegermuttertipp zur Anwendung: Mit dem Messer lassen sich schöne Brocken abteilen. Landfrau Margitta Schneider hilft beim Rollen von Hand und weist darauf hin, dass die Oberfläche glatt gezogen werden muss. Die Teigkugeln dürfen nochmal zehn Minuten ruhen, während in einer Pfanne Pflanzencreme (oder Öl oder Schmalz) heiß wird. Etwas Salz aus der Hand kommt hinzu, dann lauwarmes Wasser, anschließend werden die Teiglinge hineingesetzt und die Pfanne mit einem Deckel, der geschickterweise aus Glas sein sollte, um die Fortschritte zu beobachten, fest verschlossen.

Warten auf den "ersten Schrei"

Vor Ablauf von mindestens 15 Minuten oder eben bis der erste „Schrei“ zu hören ist, sollte die Pfanne nicht geöffnet werden, sonst droht Gefahr, dass die Dampfnudeln zusammenfallen.

Damit so wenig wie möglich Dampf entweicht, empfiehlt Landfrau Karin Kretzler noch, ein Geschirrtuch um den Deckel zu legen, dann die Pfanne mit Deckel leicht zur Seite neigen, um das Wasser vom Deckelinneren nicht auf die Dampfnudeln tropfen zu lassen. Ja, und dann ist es soweit: Die Dampfnudeln haben eine glatte glänzende Oberfläche, einen pikant-salzigen, krustigen Boden, sind innen fluffig und schmecken allen Teilnehmern vorzüglich.

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