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Gewerbesteuer sprudelt

Gondelsheimer Finanzen trotz Corona im Aufwind

Trotz Corona sprudeln in Gondelsheim die Gewerbesteuern. Der Kommune verschafft das mehr Spielraum - etwa, um von der Krise gebeutelte Vereine zu unterstützen.

Die Sitzung des Gondelsheimer Gemeinderats fand in der Saalbachhalel statt. Foto: Arnd Waidelich

Von Arnd Waidelich

Corona bringt nicht nur die Wirtschaft in Schwierigkeiten. Auch den Kommunen droht der Einbruch der Steuereinnahmen. In Gondelsheim hingegen scheinen die Uhren anders zu gehen. Rechnungsamtsleiterin Corinna Kehrer konnte dem Gemeinderat bei der Vorlage des Haushaltszwischenberichts gar eine positive Überraschung präsentieren. Bei allen Unwägbarkeiten, die die Gewerbesteuer bestimmen, weisen die bis jetzt vorliegenden Zahlen eine Steigerung von geplanten 1,9 auf 2,1 Millionen Euro aus.

Auch im Gesamtüberblick gebe es keine großen Ausreißer. „Alles läuft planmäßig, trotz Corona“, versicherte Kehrer. Das Landratsamt habe den Haushaltsbeschluss vom 16. Juni genehmigt. Derzeit müssen zwei große Aufgaben finanziert werden, zum einen der Bau des Feuerwehrgerätehauses und zum anderen der Kindergarten am Saalbach.

Alles klar in Sachen Erdbeerhof

Bürgermeister Markus Rupp führte das erfreuliche Ergebnis darauf zurück, dass das Gondelsheimer Gewerbe breit aufgestellt sei und die Gemeinde deshalb konjunkturelle Schwankungen nicht zu sehr spüre.

Während der Gemeinderat hier nur Kenntnis nehmen musste, billigte er bei einer Enthaltung durch Gemeinderätin Claudia Dickemann-Kohler (Grüne) den Bebauungsplan Erdbeerhof und den geänderten Planentwurf. Bürgermeister Rupp wies darauf hin, dass die bisher eingegangenen Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange in die Planung eingearbeitet worden seien. „Wir können den Deckel drauf machen“, meinte er.

Die eingegangenen Anregungen seien in den Plan eingearbeitet worden, betonte Planer Alexander Gerst. Die überbaubare Grundstücksfläche entspreche jetzt 70.000 Quadratmetern. Sie beinhaltet zwei Sondergebietsflächen für den Hof sowie für das Mistlager und die Reithalle.

Baumkataster grundsätzlich beschlossen

Die Planung setze klare Grenzen für die bauliche Entwicklung. Auch bei der Ausgleichsbilanz sah Gerst kein Problem. Die notwendigen Ökopunkte seien völlig unbedeutend und schnell zu erreichen. Gerst mochte den Bedenken des grünen Gemeinderats Roland Fella nicht folgen. Letzterer konnte sich nicht vorstellen, dass die neue Planung die ursprünglichen Bedenken berücksichtige. Das Gegenteil habe das Regierungspräsidium versichert, entgegnete der Planer. Der Reitplatz, der Fella besonders ins Auge gestochen war, stelle nicht nur kein Problem dar, sondern sei zur Grünfläche abgestuft worden.

Großzügig zeigte sich der Gemeinderat gegenüber den Gondelsheimer Vereinen. Nachdem der Bürgermeister darauf hingewiesen hatte, dass die Vereine durch Ausfall von Festen am „Darben“ seien, stimmte der Gemeinderat einstimmig seinem Vorschlag zu, die Grundförderung für das Jahr 2020 zu verdoppeln. Das kostet die Gemeinde rund 4.000 Euro.

Grundsätzlich zugestimmt hat der Gemeinderat der Erstellung eines Baumkatasters, das von der SPD-Fraktion beantragt worden war und von Klaus Kretschmar vorgestellt wurde. Laut SPD-Fraktion dreht es sich dabei um die Bäume im Außenbereich. Es blieb jedoch beim Grundsatzbeschluss.

Manfred Schleicher (CDU) empfand den Vorschlag ebenso als vorschnell wie Thomas Stein (FWV) und sein Fraktionskollege Manfred Boos (CDU). Man solle es bei einer Absichtserklärung belassen. Details sollte man in einer weiteren Sitzung festlegen, was der Bürgermeister für eine der nächsten Sitzungen zusagte.

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