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Zwangsarbeit in Bretten

Handgeschriebene Liste verrät Namen von Firmen, wo NS-Zwangsarbeiter in Bretten im Einsatz waren

Verschleppt, in Lager gesteckt und ausgebeutet: Auch in Bretten waren in der NS-Zeit Hunderte von Zwangsarbeitern bei zahlreichen Unternehmen im Einsatz. Eine handgeschriebene Liste gibt Auskunft darüber.

Aufschlussreiche Liste: Der Brettener Stadtarchivar hat in den Akten eine handgeschriebene Aufstellung gefunden, aus der hervorgeht, wie viele Zwangsarbeiter 1942 bei welchen Brettener Unternehmen beschäftigt waren. Foto: Tom Rebel

Es ist nur ein zerfledderter Zettel aus einer alten Akte des Brettener Stadtarchivs, doch in dem vergilbten Stück Papier stecken Tragödien – jede Zahl steht für mitunter unsägliche Menschenschicksale. Nach Einschätzung des Brettener Stadtarchivars Alexander Kipphan stammt die handgeschriebene Tabelle vom November 1943 und war wohl Teil einer Vorlage für einen Bericht an eine höhergestellte Behörde. Das Dokument zeigt auf, wie viele Zwangsarbeiter in der Endphase des Dritten Reiches in Bretten bei unterschiedlichen Firmen beschäftigt waren.

Offenkundig gab es Internierte im Lager und außerhalb. Aufgelistet wurden sie getrennt nach Männern und Frauen sowie nach ihren Nationalitäten als Russen, Polen und Franzosen. 127 Zwangsarbeiter waren der Notiz zufolge bei der Firma C. Beuttenmüller beschäftigt. Das Unternehmen brachte lackierte Metallwarenteile auf den Markt, in Kriegszeiten waren es Läufe für Maschinengewehre. Zwangsbeschäftigte hatte auch die Firma Mellert, die Kunststoffverpackungen für Gasmasken herstellte.

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