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Maskenregeln gut eingehalten

In Bretten kaufen während des zweiten Corona-Lockdowns mehr Menschen auf dem Markt ein

Marktbeschicker in Bretten spüren, dass statt Essen gehen selber kochen angesagt ist. Die Kundschaft beachtet die Corona-Regeln und kauft mehr ein.

Auch Zierkürbisse wollen ausgewählt sein: Sabine Schmittgall schätzt den Brettener Samstagsmarkt in Corona-Zeiten umso mehr, weil er im Freien ist. Foto: Edith Kopf

Die Sonne scheint, Kürbisse strahlen und Brettens Wochenmarktgänger sind da wie immer. Daran kann weder der Teil-Lockdown noch der weiterhin geltende Verlust des eigentlichen Markplatzes im Herzen der Stadt etwas ändern. Am Samstag stehen die Leute wohlgeordnet nach den Regeln der Pandemieverordnungen vor den an der Sporgasse aufgereihten Ständen.

„Es sind weder mehr noch weniger Einkäufer, es gilt nur eine neue Ordnung“, sagen beispielsweise Tanja Bast und Thomas Puckinger, die noch einige Meter, aber nur wenige Minuten von der Gemüseauslage ihrer Wahl entfernt stehen. Sie seien regelmäßig auf dem Wochenmarkt, ist bei den beiden weiter zu erfahren, die gleich allen anderen sehr korrekt den 1,5 Meter-Abstand zueinander und zu den Leuten davor und dahinter wahren.

Nur fast alles wie immer

Alles wie immer also auf dem Samstagsmarkt? Eine Verkäuferin am Stand vom Gartenhof Kohler aus Gondelsheim schüttelt den Kopf. „Beim ersten Lockdown im März haben wir zu fünft bedient“, erzählt sie und lässt dafür einen ihrer Kunden kurz warten. An diesem Samstag verkaufen sie den winterlichen Wirsing, Kartoffel und Äpfel zu dritt. Aber das wird sich ändern, wenn der Corona-Druck steigt, ist die Marktfrau überzeugt.

Eine indirekte Bestätigung dafür, was dann wohl zu erwarten ist, gibt Sabine Schmittgall. Sie kaufe immer schon, aber unter Pandemiebedingungen bevorzugt auf dem Wochenmarkt ein, „weil es im Freien besser ist als in Geschäften“. Ohne Maske war ihr das „natürlich sympathischer“. Aber seit vergangenen Samstag ist es eben anders, signalisiert sie Gelassenheit.

Genießer kommen mit der zweiten Welle

Und so scheinen es auch die anderen zu sehen, die da für Fisch, Fleisch, Oliven, Gemüse oder Brot anstehen. Ausreißer von der Maskenpflicht beobachtet niemand , auch nicht Christine Lindenfelser und Barbara Schaeidt, die für die Tagespflege des ASB werben. Die beiden Frauen stehen den ganzen Vormittag an ihrem weißen Rundtisch mit den Prospekten darauf. Sie sehen den ersten Andrang gegen 8.30 Uhr und den zweiten zwischen 10 und 11 Uhr.

Die Brettener sind gut gebrieft.
Martina Stiny, Marktfrau

Der Unterschied ist augenfällig für sie: Wer früh kommt, füllt zielgerichtet den Kühlschrank mit allem, was heimische Felder hergeben. Die zweite Einkäuferwelle kommt dann genießerischer daher, lässt sich anregen und verführen, schätzt den Blick auf die üppige Vielfalt herbstlicher Genüsse.

Sie werden nicht nur gerne, sondern oft auch in deutlich größeren Mengen gekauft, ist bei Martina Stiny zu erfahren. „Die Gastronomie hat zu, sie kochen selber“, schiebt die Marktfrau nach, die aus der Pfalz nach Bretten kommt und ihr Angebot in Richtung Feinkost ausgedehnt hat. Ansonsten ist aber auch für sie alles wie immer und vor allem alles korrekt.

„Die Brettener sind gut gebrieft“ – also gut informiert über die Vorschriften - erklärt Martina Stiny weiter und lobt den Einsatz des Ordnungsamts. Sie meint allerdings eine ganz aktuelle Aktion. Das Ordnungsamt ist am Samstag nicht zusehen. Es geht um den Lockdown im Frühjahr. Stiny ist froh über diese offensichtlich nachhaltig wirkende Aktion zur Durchsetzung der Corona-Regeln. Sie selbst könne die Leute schließlich nicht maßregeln, wenn sie zu dicht und ohne Maske auftreten.

Vielleicht hat der Lionsclub einen ordnenden Einfluss, der auf der Westseite des Samstagsmarkts seine Adventskalender verkauft. Zumindest auf Ortsfremde könnte sein Auftritt so wirken. Schließlich steht der Stand von Volker Duscha und zwei seiner Clubfreunde direkt hinter dem Absperrgitter zum Markt. Davor haben die drei einen Aufsteller mit sechs Piktogrammen. Es ist Werbung, aber nicht für den Club, sondern für die Einhaltung der Regeln, die helfen, eine Covid-19-Ansteckung zu vermeiden.

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