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Straßenweihnacht mit Minigottesdiensten

Wie feiern die Kirchen in Bretten und der Region in diesem Jahr Weihnachten?

Mit einem breitgefächerten Angebot an Präsenzveranstaltungen wollen die Kirchen in diesem Jahr die dunkle Corona-Zeit mit dem Licht von Weihnachten erhellen. Für den Fall der Fälle haben sie auch einen Plan B in der Schublade. Außerdem werden Gottesdienste gestreamt.

Licht in der Dunkelheit: Die Weihnachtsbotschaft wollen die Kirchen und Gemeinden in diesem Jahr wieder mit Präsenzveranstaltungen unter die Menschen bringen. Auch in und vor der Brettener Stiftskirche sind ein Familiengottesdienst, eine Christvesper und zwei Christmetten geplant. Foto: Tom Rebel

Wie feiern die Kirchen in diesem Jahr Weihnachten? Die ungebrochen hohen Zahlen bei den Neuinfektionen, die Überlastung der Intensivstationen und die zahllosen coronabedingten Todesfälle machen die Entscheidung nicht leicht.

Auf der anderen Seite ist es vielen Christen ein wichtiges Anliegen, das Geburtsfest ihres Glaubens auch in einem Gottesdienst zu feiern. Nachdem diese im vergangenen Jahr weitgehend ausgefallen sind, suchen die Kirchen in Bretten und Umland nun verantwortungsbewusste Lösungen.

„Von der Landeskirche gibt es im Blick auf die neue Corona-Verordnung keine neuen Vorgaben, so dass wir nach heutigem Stand die Weihnachtgottesdienste wie gehabt feiern können“, sagt Ulrike Trautz, die Dekanin des evangelischen Kirchenbezirks Bretten-Bruchsal.

Derzeit gebe es bei religiösen Veranstaltungen nur eine Maskenpflicht und die Vorgabe, einen Mindestabstand von 1,50 Meter einzuhalten. „Wir dürfen nach wie vor Gottesdienste halten, doch so gut wie alle Gemeinden haben einen Plan B“, sagt Trautz. Und der wird sich weitgehend im Freien abspielen.

Größe der Kirche ausschlaggebend

Entscheidend, ob drinnen oder draußen gefeiert wird, ist die Größe der Kirche, genauer gesagt deren Raumvolumen. 20 Kubikmeter Raumluft pro Gottesdienstbesucher ist die Maßgabe. Müssen die Pfarrer jetzt ihre Kirchen vermessen?

„Diese Daten liegen meist schon vor, denn das Raumvolumen war im vergangenen Jahr schon bei den Chören ein Thema“, weiß die Dekanin zu berichten.

In den kleineren Kirchen müsse der Kirchengemeinderat entscheiden, ob ein Gottesdienst drinnen zu verantworten ist. Bei großen, hohen Kirchenräumen könne man über 30 bis 45 Minuten ohne Bedenken einen Gottesdienst feiern.

Viele Gemeinden hätten ihr Konzept verschärft, aber ohne Zugangsbeschränkungen wie 2G oder 3G zu erlassen.

Auch das Flüchtlingsthema im Fokus

„Inhaltlich ist uns an diesem Weihnachtsfest dieses Hoffnungszeichen wichtig, dass in einer Zeit, in der das Coronavirus das Leben verdunkelt, wir Menschen das Licht von Christus brauchen, der das Dunkel erhellt“, erklärt die Seelsorgerin weiter.

Und sicher werde die Flüchtlingsthematik in diesem Jahr an Weihnachten wieder eine Rolle spielen. „Das heimatlose Christuskind erinnert uns an unsere Mitverantwortung für die unmenschlichen Verhältnisse im polnischen Grenzgebiet sowie an die Toten im Ärmelkanal und im Mittelmeer.“

Minigottesdienste im Freien

Der Gondelsheimer Pfarrer Stefan Kammer gestaltet Heiligabend als Straßenweihnacht. „Ich habe mir eine Route durch Gondelsheim festgelegt, die zu bestimmten Stationen führt“, sagt der evangelische Pfarrer.

Die bereiten Gemeindemitglieder mit ihren Familien vor, indem sie einen geschmückten Weihnachtsbaum auf die Straße stellen oder ein Fenster weihnachtlich dekorieren. Auf dem Schlossberg malen Kinder ein weihnachtliches Motiv aufs Straßenpflaster. An diesen Stationen hält der Gemeindepfarrer dann kleine Weihnachtsgottesdienste ab.

„Wahrscheinlich mache ich das auch am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag in Neibsheim und Büchig, doch das muss erst noch vorbereitet werden“, erklärt Kammerer. „Wenn das Wetter schlecht ist, dann überlege ich mir, ob ich jede Stunde eine Viertelstunde Gottesdienst in der Kirche mache.“ Doch er verspüre wenig Lust auf Anwesenheitskontrollen und Abstand und dergleichen.

„Der Stern soll leuchten“

„Wir sind als Kirche froh, dass wir überhaupt Gottesdienste feiern können“, sagt Pfarrer Harald-Mathias Maiba. Dabei müsse man sich an die Regeln halten, Mundschutz tragen und Abstände einhalten.

Leider könnten auch nicht alle kommen, denn die Anzahl der zulässigen Gottesdienstbesucher sei beschränkt. Gut sei, dass man mit dem Mundschutz auch singen dürfe. Denn das gehöre einfach zu Weihnachten und bereite den Menschen Freude.

Und was liegt dem leitenden Pfarrer der Seelsorgeeinheit Bretten-Walzbachtal im Blick auf die Weihnachtszeit besonders am Herzen? „Advent ist immer eine tröstende Botschaft. Insbesondere für alle, die alleine sind, aber auch für die Familien in all dem Stress, den sie durch die Pandemie zu bewältigen haben“, so der Seelsorger. „Unser aller Wunsch ist, dass der Stern leuchtet.“

Mit einem breitgefächerten Angebot will die Seelsorgeeinheit möglichst vielen Besuchern die Möglichkeit geben zu kommen. In Bretten-Stadt gibt es einen Gottesdienst mit den Kommunionsfamilien, der auch gestreamt wird.

Dann erklingt Weihnachtsmusik, bei der junge Familien mit ihren Kindern zur Krippe kommen können. Um 18 Uhr und um 22 Uhr werden Christmetten gefeiert. Dazu braucht es allerdings jeweils eine Anmeldung.

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