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Enorme Investition

Kläranlage Heidelsheim soll für 16,5 Millionen eine Flockenfiltrationsanlage erhalten

Der Abwasserverband Weißach- und Oberes Saalbachtal will rund 16,5 Millionen Euro in eine sogenannte Flockenfiltrationsanlage investieren. Sie soll in der Kläranlage in Heidelsheim entstehen - und etwa Arzneimittel- und Chemikalienrückstände aus dem Wasser filtern können.

Eine enorme Investitionssumme: Rund 16,5 Millionen Euro kostet der Bau einer sogenannten Flockenfiltrationsanlage in der Kläranlage in Heidelsheim. Der Baubeginn für die Flockungsfiltration und die vierte Reinigungsstufe ist im Frühjahr 2021 vorgesehen. Foto: Arnd Waidelich

Von Arnd Waidelich

Vor einer gewaltigen Investition steht der Abwasserverband Weißach- und Oberes Saalbachtal. Rund 16,5 Millionen Euro kostet der Bau einer sogenannten Flockenfiltrationsanlage in der Kläranlage in Heidelsheim. Die Verbandsversammlung hat die Summe während ihrer Sitzung am 20. Juli einstimmig gebilligt. Im Herbst 2020 soll der bauliche Teil mit einer Kostenschätzung von 6,5 Millionen Euro ausgeschrieben werden.

Das Bauwerk soll auf einem bisher nicht genutzten Bereich des Klärwerks entstehen. Im Frühjahr 2021 folgt die Ausschreibung für die Technik-Gewerke. Der Baubeginn für die Flockungsfiltration und die vierte Reinigungsstufe ist im Frühjahr 2021 vorgesehen.

Diverse Faktoren lassen Kosten steigen

Bei der Vergabe wird der Abwasserverband auch der wirtschaftlichen Entwicklung Rechnung tragen müssen. Durch Preissteigerungen, einer gegenüber der Entwurfsplanung genaueren Kostenplanung und durch technologische Weiterentwicklungen im Bereich der vierten Reinigungsstufe hätten sich Kostensteigerungen in Höhe von rund dreieinhalb Millionen Euro ergeben, berichtet der kaufmännische Leiter des Abwasserverbandes, Christian Franek. Die kostensteigernden Faktoren seien in den vorherigen Planungen nicht bekannt gewesen.

Bei der Flockenfiltration und der vierten Reinigungsstufe handele es sich um einen Bereich, der kontinuierlich eine Weiterentwicklung erfahre, um auf dem derzeitigen Stand der Wissenschaft und Technik zu bleiben. Den immer neuen Erkenntnissen sei es geschuldet, dass Veränderungen der vorliegenden, anfänglichen Planungen notwendig würden, so Franek.

Das ziehe unweigerlich steigende Kosten nach sich. Überdies sei die Lage vorhandener Kanäle in den Bestandsplänen nicht korrekt gewesen. Deshalb mussten Zu- und Ablaufkanäle und der Ablaufschacht verlegt werden, was ebenfalls zur Kostensteigerung beigetragen habe, fügt der kaufmännische Leiter des Abwasserverbandes hinzu.

Arzneimittel- und Chemikalienrückstände sollen entfernt werden

Zentrales Element der Investition ist die vierte Reinigungsstufe, die sogenannte Flockenfiltrationsanlage. Mit ihr will der Abwasserverband schärfere Auflagen der Genehmigungsbehörden erfüllen. Nach der Flockenfiltration werde der Einlauf in den Saalbach einen Grenzwert von weniger als 0,15 Milligramm Phosphor pro Liter einhalten, berichtet die Geschäftsführerin des Abwasserverbandes, Susanne Strauß.

In dieser Reinigungsstufe sollen Mikroverunreinigungen wie zum Beispiel Arzneimittel- und Chemikalienrückstände beseitigt werden. Viele der Mikroverunreinigungen können mit den üblichen technischen Abwasserreinigungsverfahren nicht gezielt und oft nur im geringen Umfang entfernt werden und gelangen in die Umwelt. Dort werden sie nur sehr langsam oder gar nicht abgebaut.

Die Auswirkungen solcher Spurenstoffe auf Ökosysteme und Organismen sind derzeit nicht absehbar. Daher komme der Spurenstoffentnahme aus dem Abwasser eine entscheidende Bedeutung zu, betont die Geschäftsführerin des Abwasserverbandes.

Die zusätzliche Investition habe andererseits die Möglichkeit einer sehr attraktiven Förderung für die gesamte Maßnahme eröffnet, ergänzt Strauß. Die Bonusförderung betrage gemäß der aktuellen Förderrichtlinie Wasserwirtschaft 20 Prozent, zusammen mit der Regelförderung ein Zuschuss von maximal 80 Prozent. Ein aktualisierter Zuwendungsbescheid liege noch nicht vor. Sie gehe aber davon aus, so Strauß, dass der Abwasserverband eine Förderzusage in Höhe von rund 4,7 Millionen Euro erhalten werde.

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