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Betrieb nach Zwangspause wieder aufgenommen

Kletterwald in Bretten hat wegen Corona 50 Prozent weniger Einnahmen

Seit Mitte Mai darf der Brettener Kletterwald wieder für Besucher öffnen. Die Pause hat das Geschäft allerdings hart getroffen.

Klettern dürfen im Kletterwald Bretten schon die Kleinsten. Dreijährige können auf den drei angebotenen Kinderparcours von ihren Eltern geführt werden. Foto: Florian Ertl

Von Florian Ertl

Seit mehr als zehn Jahren ist Stephan Coenen im Kletterwaldgeschäft tätig. Das Jahr 2020 ist für den Geschäftsführer der Kletterparks in Illingen und Bretten trotz seiner langjährigen Erfahrung nochmal eine ganz andere Hausnummer. „Wir sind zuversichtlich ins Jahr gestartet und hatten nach dem Ende der Winterpause im März einige wenige Tage geöffnet, bevor dann der Lockdown kam“, berichtet Coenen, der den Kletterwald Bretten seit 2017 betreibt.

Mitarbeiter des Kletterwaldes mussten in Kurzarbeit

Die Mitarbeiter mussten in Kurzarbeit geschickt werden, er beantragte die Corona-Soforthilfe. „Schwierig war vor allem die Unsicherheit darüber, wann und ob es wieder weiter geht. Wir hatten nur sehr wenig Planungsspielraum, was die Lage nochmal schwieriger machte“, so Coenen.

Mitte Mai war es dann soweit und der Kletterwald wurde wieder für Besucher geöffnet. Zu Beginn hätten sich die Besucherzahlen noch in Grenzen gehalten, an den Wochenenden im Juni und Juli schossen diese dann rasant in die Höhe. „Die Menschen waren im Mai einfach noch nicht sicher, ob diese Freizeitaktivitäten wieder möglich waren.

Im Juni und Juli lief es dann überdurchschnittlich gut. Jetzt machen uns die extrem hohen Temperaturen der letzten Wochen zu schaffen. Es ist einfach zu heiß fürs Klettern gewesen, deswegen war auch wieder weniger los“, erklärt sich der Geschäftsführer die Entwicklungen.

Zusammen muss man den neuen Parcours „Der Bieber“ durchqueren. Eine halbe Stunde benötigt man für den Gemeinschaftsparcours. Foto: Florian Ertl

Der wirtschaftliche Schaden ist trotz der deutlichen Erholung der Besucherzahlen immens. Coenen rechnet derzeit mit 50 Prozent weniger Einnahmen als im vergangenen Jahr, natürlich unter der Bedingung, dass nicht noch ein weiterer Lockdown verhängt werden muss.

Beim Einkleiden muss Maske getragen werden, beim Klettern nicht

Im Brettener Kletterwald gelten, wie an anderen Orts auch, Corona-Auflagen, an die es sich zu halten gilt. Grundsätzlich solle dort ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, wo es nicht anders gehe. So wird beim Anlegen der Kletterausrüstung eine Maske getragen, da die Ausrüstung von den Mitarbeitern des Kletterwalds festgezurrt und kontrolliert wird.

Hier kann ein Mindestabstand nicht eingehalten werden. Auf das zweieinhalb Hektar große Kletterwaldgelände dürfen aktuell 150 Besucher. Durch die Größe des Areals sind Begegnungen daher eher selten, weswegen auf den zahlreichen Kletterparcours keine Maske getragen werden muss.

Trotz der schwierigen Lage wurde mit „Der Bieber“ vor etwa einem Monat ein neuer Parcours im Park eröffnet. Dieser hat die Besonderheit, dass man ihn nur zu zweit durchqueren kann. Die Übungen, die es zu durchklettern gilt, erfordern Zusammenarbeit, Geschicklichkeit und vor allem einen guten Gleichgewichtssinn.

Den Verlust vom Saisonbeginn werden wir nicht mehr wett machen können.
Stephan Coenen, Geschäftsführer

Insgesamt werden nun damit mehr als 150 verschiedene Kletterübungen, 40 Seilrutschen mit einer Gesamtlänge von mehr als zwei Kilometern sowie drei große Kinderparcours für Kinder ab drei Jahren im Kletterwald angeboten. Der mit Abstand spektakulärste Parcours ist dabei wohl „Der Falke“. Von zwölf Metern Höhe geht es hier mit einer 350 Meter langen Seilrutsche über den ganzen Parkplatz des Kletterwalds bis hinüber zum anliegenden Brettener Tierpark.

Kletterwald-Geschäftsführer Stephan Coenen wünscht sich für die restliche Saison stabile Besucherzahlen, gutes Wetter, angenehme Temperaturen und ein möglichst schnelles Ende des Coronavirus. „Den Verlust vom Saisonbeginn werden wir nicht mehr wett machen können, aber ich bin zuversichtlich, dass wir eine gute Restsaison haben werden“, meint Coenen.

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