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Richtiger Umgang mit dem Corona-Mund-Nasen-Schutz

Krankenhaus-Hygienikerin aus Bretten: „Viele tragen die Maske falsch”

Fünf Fragen an Sabine Gfrörer, die Krankenhaushygienikerin der RKH Kliniken, über den richtigen Umgang mit dem Mund-Nasen-Schutz in Corona-Zeiten.

Viele Menschen tragen ihre Maske falsch - Politiker sind dabei keine Ausnahme. Foto: dpa

Was sind im ganz normalen Alltag die häufigsten Fehler im Umgang mit der Schutzmaske?
Sabine Gfrörer

Man sollte die Maske beim An- und Ablegen möglichst nur an den Ohrschlaufen und an der Außenseite anfassen. Und dann muss man beachten, dass man sie auch gut anpasst. Der verstärkte Bügel über der Nase muss anmodelliert und die Maske dann bis unter das Kinn auseinandergezogen werden, damit sowohl die Nase als auch der Mund komplett bedeckt sind. Denn der Mund-Nasen-Schutz ist wirkungslos, wenn die Atemluft zwischen Nase, Mund und Maske ungefiltert entweichen kann.

Was passiert, wenn man die Innenseite der Maske anfasst?
Sabine Gfrörer

Wenn man Keime an den Händen hat, dann trägt man diese nach innen in die Maske und dann hat man sie auch an der Nase oder am Mund. Das sollte man tunlichst vermeiden und auch beachten, vor dem An- oder Ablegen der Maske die Hände zu desinfizieren oder zu waschen.

Die Maske sitzt oft nicht richtig?
Sabine Gfrörer

Manche betrachten die Maske lediglich als Mundschutz oder sie hängt ganz unter dem Kinn. Es gibt erschreckend viele Fälle, wo die Maske nicht Mund und Nase bedeckt. Nur Mundschutz ist völlig sinnlos, denn man atmet die Erreger ja über die Nase ein. Man trägt die Maske aus zweierlei Gründen: zum Fremdschutz und zum Eigenschutz. Und auch ein schlichter Mund-Nasen-Schutz kann den Träger vor Tröpfcheninfektion schützen. Bei Aerosolen ist das allerdings nicht der Fall. Aber einen hundertprozentigen Schutz gibt es mit keiner Maske, doch man hat ein deutlich vermindertes Risiko.

Wie bewahrt man die Maske richtig auf?
Sabine Gfrörer

Wenn man es ganz korrekt machen will, müsste man sie nach jedem Tragen wegwerfen oder die Alltagsmasken aus Stoff waschen. Aber das macht kaum jemand. Wenn man die Maske noch einmal benutzen will, sollte man sie mit der Innenseite nach innen falten, damit diese Seite nicht kontaminiert wird. Wenn man sie dann sorgfältig einsteckt, kann man sie schon einen Tag lang benutzen. Hochrisikopatienten sollten öfters eine frische Maske nehmen. Wobei sich für diesen Fall eine FFP2-Maske empfiehlt. Doch diese korrekt zu tragen, ist fast noch schwieriger. Denn wenn sie nicht dicht sitzt, ist die Schutzwirkung stark eingeschränkt. Im Bedarfsfall kann man zum Beispiel die Ohrschlaufen mit einem Knoten verkürzen.

Wie viele Maskenträger, die Sie sehen, tragen die Maske korrekt?
Sabine Gfrörer

Bestenfalls zwei Drittel, bei einem Drittel besteht Optimierungsbedarf. Und dieses Drittel wiegt sich dann in einer Pseudosicherheit, denn die beste Maske nützt nichts, wenn sie nicht richtig sitzt. Und FFP-Masken mit Ausatemventil schützen nur den Maskenträger. Wer auch andere schützen will, muss auf das Ausatemventil verzichten.

Sabine Gfrörer Foto: Benjamin Stollenberg

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