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Mit 7.500 Euro dotiert

Gebürtiger Karlsruher Theologe erhält den Brettener Melanchthonpreis

In Bretten wurde zum zwölften Mal der Internationale Melanchthonpreis verliehen. Die Auszeichnung ging an den 31-jährigen Theologen Tobias Jammerthal.

Preisträger Dr. Tobias Jammerthal mit Brettens Oberbürgermeister Martin Wolff. Foto: Susanne Schiller-Winkel/Europäische Melanchthon-Akademie

Die Feierstunde im Gedächtnissaal des Brettener Melanchthonhauses hatte etwas Besonderes: Die 40 geladenen Gäste, die in sicherem Abstand voneinander entfernt saßen, spürten förmlich den Geist und die Aura des großen Reformators Melanchthon und des berühmten Sohnes der Stadt.

Zum zwölften Mal wurde der Internationale Melanchthonpreis verliehen. Der Preisträger ist in diesem Jahr der 31-jährige Theologe Tobias Jammerthal, in Karlsruhe geboren und heute Pfarrer und Assistent für Kirchen, Dogmen und Theologiegeschichte an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau in der Nähe von Nürnberg.

Auszeichnung mit 7.500 Euro dotiert

Die Auszeichnung ist mit 7.500 Euro dotiert und wird nur alle drei Jahre verliehen. Für die Stadt, so Brettens Oberbürgermeister Martin Wolff (Freie Wähler), gehe es vor allem darum, die Erinnerung an den großen Sohn der Stadt und an das Werk des streitbaren Reformators aufrecht zu erhalten. Diesem Ziel diene auch die Auszeichnung.

Jammerthal erhielt die Auszeichnung für seine Studie „Phillip Melanchthons Abendmahlstheologie im Spiegel seiner Bibelauslegung 1520 bis 1548“, die zugleich seine Doktorarbeit an der Uni Tübingen darstellt.

Eine wissenschaftliche Findungskommission hatte die Promotionsschrift für den Melanchthonpreis vorgeschlagen. Der Brettener Gemeinderat hatte sich dieser Empfehlung angeschlossen. Jammerthal befasst sich mit der Frage des Abendmahls: Besteht das Heilige Sakrament in der Darreichung und dem Empfang der Elemente von Brot und Wein, wie es Melanchthon sah, oder verkörpern Brot und Wein Jesus Christus selbst, wie es die Katholische Kirche sieht? Ein Streit, der noch heute die Konfessionen trennt und in der ökumenischen Bewegung eine zentrale Rolle spielt.

Melanchthon-Preis: Doktorvater hält Laudatio

In seiner Laudatio lobte Professor Volker Leppin, der Doktorvater von der theologischen Fakultät der Uni Tübingen, den Preisträger, weil dessen Arbeit den Bogen von der Frühen Neuzeit bis heute spanne und daher auch aktuelle Themen anspreche.

Leppin ging auch detailliert auf das Verhältnis Melanchthons zu Martin Luther ein. So sei der „Praeceptor Gemaniae“ – der Lehrmeister Deutschlands, eine Bezeichnung für den Reformator Melanchthon – für die Reformation wesentlich dominanter gewesen, als allgemein angenommen. „Die Reformation ist nicht Luther allein“, so Leppin.

Zum Abschluss der kurzweiligen Feierstunde, bei der sich alle Redner kurz fassten, hob Professor Günter Frank von der Europäischen Melanchthon Akademie Bretten noch einmal die Bedeutung Melanchthons für Theologie, Philosophie, Literatur und für die schulische Erziehung hervor. Frank hofft auf wachsende Verständigung beider Kirchen, die auf Ökumenischen Kirchentagen und Steuerungsgruppen die Annäherung der Konfessionen zum Ziel haben.

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