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Kühe Lotte und Liesl

Milch vom Erzeuger gibt es dank europäischer Förderung jetzt auch in Sulzfeld

Die Familie Dittes in Sulzfeld betreiben einen landwirtschaftlichen Betrieb. Ihre beiden Kühe werden teilweise auch auf Grünland gehalten, und hier werden sie auch gemolken. Momentan geschieht das mit einer kleinen Melkmaschine. Ein Milchautomat wurde zu 80 Prozent vom europäischen LEADER-Topf gefördert und ermöglicht so dem Verbraucher, direkt vom „Erzeuger“ seine Grundnahrungsmittel zu kaufen.

Natürliche Haltung sorgt für weitaus höhere Lebenserwartung: Im Stall bekommen die Milchkühe Lotte und Liesl von Christiane Dittes nur Grünfutter aus eigener Landwirtschaft. Beide Kühe liefern pro Tag bis zu 27 Liter Milch. Foto: Waltraud Schellenberger-Hagenbucher

Von unserer Mitarbeiterin Waltraud Schellenberger-Hagenbucher

„Nachhaltige Tierhaltung ist uns sehr wichtig“, meint Christiane Dittes und verweist auf ihre zwei Milchkühe Lotte und Liesl. Diese bekommen nur Erzeugnisse, die der Feldanbau ihres Bruders Matthias Dittes abwirft. Die Liebe zur Landwirtschaft haben sowohl Christiane als auch Matthias Dittes in die Wiege gelegt bekommen.

Beide stammen aus einer alten Sulzfelder Familie, die sich über Jahrzehnte von der bäuerlichen Tradition ernährte.

Von der Floristin zur Milchviehhaltung

Christiane Dittes fand ihren Weg zur Landwirtin über einige Umwege. Als gelernte Floristin landete sie in der Verwaltung, um schließlich die Fachhochschulreife zu absolvieren. Die Qualifikation zur Nebenerwerbslandwirtin erarbeitete sie sich an der Abendschule. Später legte sie noch Prüfungen zur Vollerwerbslandwirtin ab.

Uns ist wichtig, dass unsere Tiere mit Futter aus dem eigenen Anbau versorgt werden können.

Verschiedene Praktika führten sie unter anderem auf einen Milchviehhof mit 500 Kühen in Norddeutschland. Hier erlebte sie die professionelle Milchviehhaltung und wusste, dass das für sie nicht der richtige Weg ist.

„Uns ist wichtig, dass unsere Tiere mit Futter aus dem eigenen Anbau versorgt werden können“, meint Dittes. Ihr Bruder Matthias Dittes bewirtschaftet sieben Hektar Land, Grünland und Ackerbau mit Getreide, Mais und Erbsen. Dies liefert das Futter für Kühe und Hühner. „Wir müssen wenig zufüttern“, erklärt Matthias Dittes. „Lediglich Bio-Lege-Mehl für die Hühner, um für die wichtigen Mineralien zu sorgen und kleine Mengen Milchleistungsfutter für die Kühe, da diese erst an das neue gesunde Futter gewöhnt werden müssen“, ergänzte Christiane Dittes. Das Ziel ist ein geschlossener Nahrungskreislauf, um gesunde Bio-Produkte anbieten zu können.

1,50 Euro kostet ein Liter Biomilch

Die Kühe werden teilweise auch auf Grünland gehalten, und hier werden sie auch gemolken. Momentan geschieht das mit einer kleinen Melkmaschine, die mit einem Stromaggregat betrieben wird. Doch auch hier will Dittes zukünftig auf Solarstrom zugreifen. Die Bio-Milch hat einen doppelt so hohen Omega-3-Wert und liefert dem Verbraucher so gesunde Fette, vergleichbar mit Fisch. Der Preis ist moderat und beträgt pro Liter 1, 50 Euro. Der Milchautomat kommt ganz ohne Verpackungsmaterial aus, da jeder seine Milchflasche hier kaufen und diese jedes Mal wieder hier benutzen kann.

Liesl und Lotte stehen momentan im Stall und werden mit Grünfutter aus eigener Landwirtschaft versorgt. Beide liefern pro Tag 27 Liter Milch. Momentan ist Lotte trächtig und wird somit nicht gemolken. Sie kann erst wieder Mitte November in die Milchgewinnung mit einbezogen werden.

Christiane Dittes hat beide Kühe von einem Bio-Braunviehbetrieb gekauft und betreibt die Milchwirtschaft seit August. Eine Kuh in der professionellen Milchwirtschaft wird ungefähr vier Jahre alt, bei ihr haben die Kühe durch die natürliche Haltung eine weitaus höhere Lebenserwartung.

Der Milchautomat wurde zu 80 Prozent vom europäischen LEADER-Topf gefördert und ermöglicht so dem Verbraucher, seine Grundnahrungsmittel direkt vom „Erzeuger“ zu kaufen. Kinder bekommen so zudem einen lebensnahen Blick auf die Tierhaltung und erleben „glückliche Kühe und Hühner“ hautnah.

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