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Geld neues Nothilfefahrzeug

Altpapier-Bringsystem in Oberderdingen: Lange Autoschlange vor DRK-Sammlung

In Oberderdingen-Flehingen darf der DRK wieder Altpapier sammeln. Aus Pandemiegründen kann der Verein nicht mit den Press-Fahrzeugen das Papier sammeln. Deshalb organisierte der Ortsverein eine Papiersammlung mit Bring-System.

Ware wird angeliefert: Tobias Grund trägt Kartons zur Sammelstelle der Altpapiersammlung des Flehinger Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes. Foto: Claudia Pospieszczyk

„Bleiben Sie ganz entspannt im Auto sitzen und parken Sie einfach zwischen den Containern. Wir entladen dann Ihr Auto“, diese Sätze hat Basti Häder am Samstag unzählige Male wiederholt. Auf dem Vorplatz des Vereinsgeländes des FC Flehingen stand bereits zu Beginn der Altpapiersammlung des Flehinger Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), veranstaltet über die Interessengemeinschaft (IG) Flehinger Vereine, eine lange Autoschlange.

Zwischen zwei Containern wuselten vier Männer des DRK-Ortsvereins fleißig hin und her.

Der Vereinsvorsitzende Kevin Arz, Tobias Grund, Basti Häder und Johannes Zink entluden so manches Fahrzeug, darunter Handbollerwagen, Autos, Anhänger und Transporter. Zum Abschluss gab es Essen von Karin Sebold im DRK-Gebäude. „Jeder Verein der IG darf alle zwei Jahre eine Altpapiersammlung durchführen.

Früher haben wir uns stets Pressfahrzeuge einer Entsorgungsfirma geliehen und haben alles abgeholt. Jeweils zwei Mann waren mit zwei Fahrzeugen unterwegs. Die Bauernhöfe sind wir mit unserem Mannschaftstransportwagen angefahren. Da aber nach Papier und Kartonagen getrennt werden muss, ist das nicht mehr so einfach möglich“, erzählte Kevin Arz.

Ich habe extra das ganze Jahr gesammelt.
Heike Daemgen, Teilnehmerin

Heike Daemgen freute sich über die Altpapiersammlung. Sie hatte im Ortsnachrichtenblatt von der Aktion erfahren. „Ich habe extra das ganze Jahr über Papier und Kartonagen gesammelt, um den Verein zu unterstützen. Nun fahre ich noch mal nach Hause und lade alte Bücher ins Auto.“

Erlös für ein neues Notfallhilfefahrzeug

Gerhard Müller erzählte, wie mühselig Altpapiersammlungen sein können. „Ich bin aktiv im Vereinsleben und habe selbst oft Altpapier abgeholt. Das Bringsystem ist besser als die ganze Fahrerei.“ Auch Sabine Dörner lagerte im Keller einiges, um nun den DRK-Ortsverein zu unterstützen.

Für die Sammelaktion hat sie nur lobende Worte: „Der Einbahnstraßenverkehr funktioniert sehr gut und die Organisation ist hervorragend. Die Helfer sind sehr freundlich und haben mir gleich gesagt, wo ich hinfahren muss.“ Rolf Spranz ist Vorsitzender des Kleintierzuchtvereins C735 Flehingen.

Auch er hatte Papier und Kartonagen im Kofferraum seines Autos. „Im vergangenen Jahr hat unser Verein gesammelt und wir haben das Bringsystem eingeführt. Man bekommt die Pressfahrzeuge nicht mehr so einfach. Wenn die Bevölkerung mitmacht, ist es relativ einfach, Geld für die Vereinskasse zu verdienen.“

Der Erlös wird beim DRK Flehingen in ein neues Notfallhilfefahrzeug fließen, das bereits fertig gebaut ist und bald abgeholt wird. „Zwischen 70 bis 80 Prozent des Kaufpreises können wir durch Spenden abdecken. Wir haben Notfallhilfepaten, deren Spenden zu hundert Prozent an unsere Notfallhilfe gehen“, sagte Kevin Arz.

Ehrenamt rund um die Uhr beim DRK

Aktuell hat der Verein 28 aktive Mitglieder, die sich ehrenamtlich in den Bereichen aktive Bereitschaft, Wohlfahrt und Sozialarbeit sowie Jugendrotkreuz engagieren. „Zwei Helfer befinden sich in der Ausbildung zum Sanitätshelfer. Danach fahren sie mit erfahrenen Leuten mit und sammeln Einsatzerfahrungen. Bei uns sind sechs Helfer im Bereich der Notfallhilfe unterwegs“, so Arz.

Wer sich für die Notfallhilfe entscheidet, leistet das gesamte Jahr über rund um die Uhr ehrenamtliche Bereitschaft.

Jährlich fahren die Flehinger Rotkreuzler rund 80 Einsätze. „Wir werden beispielsweise zu bewusstlosen Menschen gerufen oder zu denen, die einen Herzinfarkt erlitten haben. Bei einem Kreislaufstillstand zählt schließlich jede Minute. Wir treffen meist drei bis vier Minuten nach einem Alarm am Einsatzort ein und verhindern damit eine medizinische Versorgungslücke, bis der Rettungswagen vor Ort ist“, erläutert Kevin Arz.

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