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Positive Bilanzen

Blanc & Fischer aus Oberderdingen steigert Umsatz deutlich

Zufriedene Gesichter im „Kitchen Valley“ in Oberderdingen: Die Blanc & Fischer Familienholding wächst zweistellig. Ob das allerdings so weitergeht, ist fraglich.

Blanc & Fischer, Oberderdingen
Zentrum von „Kitchen Valley“: Die auf Zulieferungen für Küchengeräte und Spülen spezialisierte Blanc & Fischer Familienholding in Oberderdingen weist in allen Sparten gute Wachstumsraten auf. Foto: Blanc & Fischer Familienholding

Kochen und sich zuhause gut einrichten stand ganz oben auf der Prioritätenliste von vielen Menschen in Coronazeiten. Davon hat auch das „Kitchen Valley“ in Oberderding profitiert. Die Blanc & Fischer Familienholding zeigte das am Dienstag mit einer doppelten Premiere: Erstmals wurden die Bilanzen der mittlerweile sieben Unternehmen der Holding auf einer gemeinsamen Pressekonferenz vorgestellt.

Geballte positive Nachrichten des auf Zulieferungen für Küchen spezialisierten Konzerns: Trotz Pandemie und Lieferkettenstörungen erzielte die Holding ein Umsatzplus von 17,7 Prozent auf fast 1,4 Milliarden Euro. Weltweit arbeiteten im vergangenen Jahr 8.246 Beschäftigte im Konzern, in Deutschland waren es 3.041, die Mehrzahl von ihnen am Stammsitz Oberderdingen.

Die zweite Premiere war die von Bernd Eckl, neuer Chef der Holding mit ihren 54 Standorten in 23 Ländern. Der Diplomingenieur war vergangenen Dezember an deren Spitze gewechselt, nach rund 30 Jahren in der Automobilbranche.

Jetzt sagt der 54-Jährige Sätze wie: „Der Induktionsherd in der Küche, das ist die Elektromobilität beim Auto“ – das Zukunftsfeld in der Branche schlechthin also, das mit zu den guten Zahlen beitrug, die unter Eckls Vorgänger Johannes Haupt entstanden waren.

E.G.O nimmt die Milliarde ins Visier

Größten Anteil daran hatte der Hausgeräte-Zulieferer E.G.O., der mit 772 Millionen Euro Umsatz ein Plus von 18 Prozent verbuchte. Geschäftsführer Dirk Schallock nimmt jetzt die Milliarde ins Visier – und revidierte seine frühere Aussage, er wolle bei Erreichen dieses Ziels in Rente gehen. „Das ziehe ich zurück, ich möchte länger arbeiten“, grinste der agile 55-Jährige.

Gut lief es auch bei Blanco, dem Anbieter von Spülen und Armaturen mit einem Umsatzplus von 18,5 Prozent auf nunmehr 483 Millionen Euro – ein Höchstwert.

Sorgenkind B.Pro

Einzig die B.Pro-Gruppe, die Güter für Großküchen produziert, wies nochmals einen Rückgang auf: Der Umsatz sank 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Millionen Euro auf 101,6 Millionen Euro.

Viele Kantinen hatten in der Pandemiezeit geschlossen – und die Zahl der Mitarbeiter bei B.Pro sank von 693 im Jahr 2020 auf 605 im vergangenen Jahr. Einige Beschäftigte kamen nach Eckls Angaben in anderen Firmen des Konzerns unter.

Doch auch der Erfolg der anderen Unternehmen des Konzerns hat im wahrsten Sinne des Wortes seine Kosten. Die Wachstumshemmnisse waren nicht klein – Lockdown, Lieferkettenproblematik, Materialknappheit. Und so wuchsen 2021 die Kosten laut Eckl noch stärker als der Umsatz, das Ergebnis war daher nach seinen Worten nur „zufriedenstellend“. Nähere Angaben zum Ergebnis macht der Konzern traditionell nicht.

Keine Prognose für 2022

Als größte Herausforderung benannte Eckl derzeit den Ukrainekrieg, „den wir nach wie vor verurteilen“. Zu Beginn des Jahres wären coronabedingt zudem ganze Schichten in der Produktion ausgefallen, die Umsätze seien daher in diesem Jahr bislang „nicht auf Top-Niveau“, trotz einer erfreulichen Ausweitung der Geschäfte.

Eine Prognose zum laufenden Jahr gab Eckl wegen der kriegs- und pandemiebedingten Unsicherheiten nicht. Das Geschäftsjahr habe trotz der Produktionsausfälle gut begonnen. Aber: „Es kann sich eine gewisse Eintrübung einstellen.“ 2025 jedoch solle sich der Umsatz „Richtung 1,7 Milliarden Euro“ bewegen.

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