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Bundestagswahl 2021

Drei ganz unterschiedliche Charaktere: SPD im Landkreis Karlsruhe sucht Bundestagskandidaten

Drei ganz unterschiedliche Kandidaten bewerben sich bei der SPD im Kreisverband Karlsruher Land um die Kandidatur für den Bundestag. Rund 1000 Genossinnen und Genossen haben ab kommender Woche die Wahl.

Wollen für die SPD im Wahlkreis Karlsruhe-Land kandidieren: Norman Menzel, Stefan Tiede und Patrick Diebold (von links). Foto: Klaus Müller

Von Klaus Müller

Jetzt sind die Mitglieder des SPD Kreisverbandes Karlsruhe-Land dran. Unter drei Kandidaten, die sich um die Kandidatur für die Bundestagswahl im Wahlkreis 272 Karlsruhe-Land bewerben, können knapp 1.000 Genossinnen und Genossen wählen.

In der Flehinger Schlossgartenhalle gab es für die SPD-Mitglieder die Möglichkeit, das Bewerber-Trio näher kennenzulernen. Entsprechende Anfragen, so zu verfahren, habe es von Mitgliedern gegeben, sagte der Kreisvorsitzende Christian Holzer. Die Zahl derer, die vom „Gesicht-zu-Gesicht-Termin“ Gebrauch machten, hielt sich allerdings in Grenzen. Rund 20 Genossen fanden den Weg in die – nach Corona-Verordnung – entsprechend bestuhlte Halle.

Drei ganz unterschiedliche Kandidaten

Ob es nun die Qual der Wahl wird, muss jeder SPD-Mann, jede SPD-Frau selbst beurteilen. In jedem Fall ist es mit Blick auf die Kandidaten, auf deren jeweiliges Credo und (Außen-)Darstellung eine echte Wahl.

Erfahrung in Sachen Wahlkampf bringt Patrick Diebold aus Eggenstein-Leopoldshafen mit. Der 32-jährige Angestellte trat bereits bei der Bundestagswahl 2017 an. Damals erreichte er 19,7 Prozent der Erst-, und 17,1 Prozent der Zweitstimmen. Diebold ist eher ein bodenständiger Kandidat, einer mit Erfahrung, der weiß, wie hart und zeitaufwendig so ein Bundestagswahlkampf sein kann. Er lässt sich dem linkeren Flügel der Sozialdemokraten zuordnen. Die Rentenpolitik, eine nachhaltige Wirtschaftspolitik und ein stärkerer gesellschaftlicher Zusammenhalt sind wichtige Themen für ihn in diesem Wahlkampf.

Etwas reißerischer, um nicht zu sagen für die SPD und sich trommelnd, tritt Kandidat Stefan Tiede aus Malsch auf. Der 54-jährige Dozent im Bereich der Erwachsenenbildung will ein „Kandidat zum Anfassen“ sein. Seine Zielvorgabe: „Ich trete an, um zu gewinnen.“ Sein Credo: „Politik muss sich um die Menschen kümmern.“

Aufwind durch Scholz-Kandidatur?

Als seine Themenfelder macht er unter anderem Lohngerechtigkeit und Bildungsgerechtigkeit aus. Tiede ist ein „bekennender Scholz-Freund“. Von der Kandidatur des SPD-Spitzenkandidatens Olaf Scholz erhofft er sich viel Rückenwind in seinem eigenen Wahlkampf.

Als betont locker präsentiert sich der dritte Genossen im Kandidatenbunde, Norman Menzel aus Bretten. Sein Antrieb: „Nur zu wählen, reicht nicht. Ich will etwas bewegen.“ Sein politisches Fundament fußt auf dem „Hamburger Grundsatzprogramm“ der SPD.

Der 43-jährige kaufmännische Angestellte will sich für nachhaltigen Fortschritt, für soziale Gerechtigkeit und nicht zuletzt für eine zukunftsweisende Bildung einsetzen. Was ihn vor allem von den beiden Mitkonkurrenten unterscheidet, ist seine Auffassung über Europa. Auf seiner Agenda stünde zuerst Deutschland, „unsere Heimat“. Tiede und Diebold indes verstehen sich auch als Europäer.

Vom 21. September bis zum 12. Oktober haben die SPD-Mitglieder laut der Kreisvorsitzenden und Landtagskandidatin, Alexandra Nohl, nun die Möglichkeit, über eine Mitgliederbefragung unter „drei engagierten Kandidaten“ einen für den Wahlkreis 272 zu wählen.

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