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Geführter Rundgang

Eintauchen in Oberderdingens Historie – alte Bauten mit neuem Nutzen

Herbert Schmidt führte die Teilnehmer eines Rundgangs durch den Ort und ging dabei vor allem auf alte, geschichtsträchtige Gebäude ein.

Ortsrundgang in Oberderdingen mit Tourguide Herbert Schmidt.
Auch die Gemeinde Oberderdingen hat ihre Geschichte. Tourguide Herbert Schmidt (links) konnte davon den Teilnehmer einer Ortsbegehung einiges berichten. Foto: Sidney Finn Huber

Jede Stadt hat ihre Historie. Alte Fachwerkhäuser, denen man die Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte am Gebälk ansieht. Denkmäler, die Zeugnisse längst vergangener Menschen darstellen. In Oberderdingen hat jetzt der monatliche Ortsrundgang stattgefunden. Herbert Schmidt führte die Teilnehmer durch den geschichtsträchtigen Ort und zeigte alte Bauten mit neuem Nutzen.

Zum Beispiel die Oberderdinger Spielhalle. Früher war das Haus als Gastronomie „Zur Sonne“ bekannt und diente als Treffpunkt für Aufständische im 15. Jahrhundert. Mehrfach renoviert behielt das Gebäude sein originales Fachwerk.

Oberderdinger Gasthaus „Zur Sonne“ war Treffpunkt für Aufständische

Einer Geschichte Schmidts zufolge, soll es damals auch einen geheimen Tunnel unter der Gastronomie gegeben haben, durch den die Aufständischen vor der Polizei in den Amthof flüchten konnten.

Dieser war früher als Wirtschaftshof bekannt und wird von einer Steinmauer umzäunt, die auch noch heute steht. Der Torbogen, der auf den Amthof führt, ist ebenfalls noch erhalten und trägt Wappen, die auf unterschiedliche Herrschaften verweisen. Eines dieser Wappen ist das des Klosters Bad Herrenalb, das den Amthof vor einigen Jahrhunderten aufkaufte.

Später führte Schmidt die Gruppe auch in die alte Feuerwehrremise von 1700, die noch bis 1956 als Feuerwehrhaus genutzt wurde. Schmidt selbst war zu dieser Zeit bei der Feuerwehr und erzählte aus erster Hand Geschichten, die sich um diese Remise ereignet hatten.

Der nächste Stopp beim Rundgang war die Laurentiuskirche. Als erste Predigtsaalkirche Baden-Württembergs wurde diese Kirche überhaupt nicht verziert. Weder Gold noch Buntglas säumten das Gebäude. Erst viel später setzte man bei einer Renovierung farbige Fensterscheiben ein. Das schmucklose Wesen blieb aber erhalten.

Ebenfalls erhalten blieb die Orgel der Kirche aus dem Jahr 1856, die aus den Anfangszeiten eines bekannten Orgelbauers stammt.

Besichtigung des alten Hexenturms und des Rathauses

Später durften die Interessierten noch den alten Hexenturm sowie das Rathaus besichtigen und Schmidt Fragen stellen. Die Tour schien gut angekommen zu sein. „Ich fand alles daran interessant“, sagte Elfie Schneider-Schwebe. Sie und ihr Mann kommen aus Karlsruhe und wurden von Bekannten aus Zaisenhausen zur Führung eingeladen. Und auch Helmut Glatzel aus Knittlingen fand den Rundgang informativ.

Das Wissen über Oberderdingen hatte Schmidt aber nicht von Anfang an. Über eine Stellenanzeige in der Zeitung erklärte er sich ehrenamtlich bereit, die Touren zu leiten. Eine fachkundige Person brachte ihm zudem alles über die Historie der Gemeinde bei. Und heute ist Schmidt mit Herz bei der Sache und gibt seit mehr als 20 Jahren Führungen durch Oberderdingen.

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