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Ohne Reservierung

Wiederöffnung des Naturerlebnisbads Flehingen läuft entspannt ab

Wie fühlt sich das an? Nach Monaten des Lockdowns endlich wieder einen Kopfsprung ins Wasser? Im Flehinger Naturerlebnisbad ist die Saison gestartet. Ein Aspekt macht das Bad für die Besucher einzigartig.

Aus Karlsruhe angereist: Janina Essig und Kevin Dezenter gehörten zu den ersten Besuchern im Flehinger Naturerlebnisbad in dieser Saison. Gleich am ersten Tag waren sie am Start. Foto: Thomas Rebel

Benjamin Mayrle kennt sich gut mit Wasserqualität aus, mit Ph-Werten und Algen und der hydrobotanischen Anlage im Naturerlebnisbad Flehingen. Das ist sein Job als frischgebackener Meister für Bäderbetriebe.

Seit Neuestem kennt er sich aber fast noch besser mit Corona-Verordnungen aus, mit Abständen, Testpflicht, mit Kontaktnachverfolgung, mit Quadratmeterzahlen pro Schwimmer im Becken und pro Badegast außerhalb des Beckens auf der Liegewiese.

Und seit Samstag ist er endlich wieder richtig in seinem Element: Vom Beckenrand aus im idyllischen Flehinger Bad hat er die Lage im Blick.

Hinter ihm und seinem Team liegen bange Wochen: „Die Lage hat sich sehr dynamisch verändert, fast täglich“, erzählt er. Seitdem die Inzidenzzahl im Landkreis mittlerweile so niedrig ist, konnte er die Besucherzahl kurzfristig nochmal verdoppeln. 800 Menschen dürfen nun rein.

Am ersten Nachmittag geht es noch entspannt zu am Kassenhäuschen. Die Besucher füllen ihre Kontaktdaten in ein Formular, und schon kann es endlich ins Nass gehen. Drei bis vier Mal pro Woche kommt Helga Richter aus Flehingen ins heimische Bad – zu normalen Zeiten.

Ihre Freundin Vera Müller schafft es etwa einmal pro Woche. Schnell waren die zwei gleich zur Premiere per Whatsapp verabredet und haben auch noch einen guten Aussichtspunkt direkt am Schwimmerbecken ergattert: „Hier im Flehinger Bad ist es einfach sehr schön, das Wasser ist erfrischend. Außerdem geht es so familiär zu“, sagt Müller.

Sedimente und Pflanzen sorgen im Naturerlebnisbad Flehingen für sauberes Wasser

„Normalerweise sitzt hier der Bademeister, wo wir sitzen“, berichtet Richter und schmunzelt. Seinen Sonnenschirm hat er aber im Moment an die beiden Stammgäste abgetreten, die aufmerksam beobachten, was sich im grünlich schimmernden Schwimmerbecken gerade tut. „Es ist so angenehm, dass kein Chlor im Wasser ist“, finden beide.

Der Herr der Bäder: Benjamin Mayrle ist Betriebsleiter im Flehinger und im Oberderdinger Bad. Auch er hat auf den Neustart nach dem Lockdown hingefiebert. Foto: Thomas Rebel

Mit diesem Alleinstellungsmerkmal wirbt das kleine Bad am idyllischen Flehinger Ortsrand. Seit ein Förderverein vehement für den Erhalt gekämpft hat und die Gemeinde das Bad runderneuert hat, steht das Naturerlebnis seit 2016 hier im Vordergrund.

Mayrle weiß, dass der Erhalt der Wasserqualität in solch einem besonderen Bad eine heikle Angelegenheit ist. Er zeigt auf den großen Teich nebenan, wo unter anderem Sediment und Pflanzen für eine natürliche Filterung sorgen.

Und die grünliche Färbung des Wassers? Ganz einfach: „Das kommt von der grünen Folie im Becken“, erklärt Mayrle. Der Betriebsleiter beider Oberderdinger Bäder ist stolz darauf, dass er zwei unterschiedliche Bädersysteme betreuen darf.

Dort das Filple mit moderner Higthech-Anlage. Hier das Flehinger Bad mit vollbiologischer Wasseraufbereitung. Das sei zwar eine echte „Nische“ - aber in der Region eben auch ziemlich einzigartig.

Oberderdinger kommen auch mal gerne ins Freibad nach Flehingen

Das findet auch die neunjährige Lotta Sierra Bahlo aus Oberderdingen. Mit Mama, mit Freundin Natalie Krug und deren Mutter sind die vier aus Oberderdingen gekommen. „Ich finde das ohne Chlor viel besser“, sagt Lotta.

Dass hier vielleicht auch mal eine Alge mehr schwimmt - das macht den Mädchen nichts. „Fast wie am Meer“, scherzt Simone Krug. Die Oberderdingerin wäre schon lieber ins „eigene“ Bad, ins frisch sanierte größere Filple-Bad gegangen.

Da könne sie hinlaufen. Aber dort gibt es einen Schaden am neuen Becken. „Wir wissen noch nicht, wann wir in Oberderdingen wieder öffnen können“, bedauert Mayrle.

Es hat aber auch etwas Gutes: So hat er gerade in Flehingen mehr Personal zur Verfügung. Das muss auch darauf schauen, dass nicht zu viele Badegäste gleichzeitig in den Becken schwimmen - alles ist eben genau durchgerechnet.

Letztes Jahr hat uns das Bad den Urlaub gerettet.
Simone Krug, Badegast aus Oberderdingen

„Wenn es warm ist, gehen wir jeden Tag ins Schwimmbad“, verkündet Lotta gleich am ersten Badetag der Saison. Ihr zehnjährige Freundin Natalie pflichtet ihr bei. „Letztes Jahr hat uns das Bad den Urlaub gerettet“, berichtet die Oberderdingerin Simone Krug.

Dass der Planet gleich am ersten geöffneten Tag ganz schön brennt, macht den vier wenig aus. Sie haben einen Platz mitten auf der Liegewiese ausgesucht. Angela Bahlo hat ihren Sonnenschirm dabei.

Noch sind einige der Bäume zu klein, um wirklich Schatten zu spenden. Bahlo begrüßt es außerdem, dass man von 10 bis 19 Uhr da sein kann und kein Zeitfenster oder eine Vorreservierung nötig ist.

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