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Wieder geöffnet

Online-Ticketverkauf der Badewelt Bretten sorgt für Ärger

Traumhafte Bedingungen finden Schwimmfreunde zum verspäteten Auftakt der Saison in der Brettener Badewelt vor: Jede Menge freie Parkplätze, die Fahrradständer leer, kein Gedränge am Eingang und schon gar nicht in den Becken. Dort herrscht neben gähnender Leere auch eine angenehme Wassertemperatur von 24 Grad.

Noch nicht viel los: Nur wenige Badegäste sind am Montag zum verspäteten Auftakt der Saison in der Brettener Badewelt anzutreffen. Foto: Rebel

Traumhafte Bedingungen finden Schwimmfreunde zum verspäteten Auftakt der Saison in der Brettener Badewelt vor: Jede Menge freie Parkplätze, die Fahrradständer leer, kein Gedränge am Eingang und schon gar nicht in den Becken. Dort herrscht neben gähnender Leere auch eine angenehme Wassertemperatur von 24 Grad. Und zwischendurch blinzelte durch den wolkenverhangenen Himmel sogar hin und wieder die Sonne hervor.

Als das Eingangstor um neun Uhr geöffnet wird, sind es gerade einmal ebenso viel Badegäste, die Einlass begehren. Doch trotz weniger Besucher gib es angesichts der coronabedingten Einschränkungen so manche Diskussion. Da ärgert sich einer, dass er nicht auf seiner gewohnten Bahn schwimmen darf, ein anderer, dass nur drei der sechs Bahnen belegt werden können und ein dritter, warum er im Wasser sogar 2,50 Meter Abstand zu seinen Schwimmkollegen halten soll.

Ärger über Ticket-App

„Der heftigste Diskussionspunkt war jedoch der Online-Zugang“, informiert Holger Poppeck, der zuständige Abteilungsleiter der Stadtwerke für die Brettener Bäder. Denn Karten gibt es bislang nur über eine Smartphone-App zu kaufen. Wer am Kassenhäuschen welche erstehen wollte, wird enttäuscht. Gerade beim älteren Publikum, das über kein Handy verfügt, sorgt diese Regelung für Ärger. „Wir müssen das derzeit so machen, weil wir anders die maximal zulässige Besucherzahl nicht einhalten können“, erklärt der Bäderchef. 450 sind es im Freibad, 65 im Hallenbad.

Hygiene geht vor: Das Aufsichtspersonal muss in den Pausen alles desinfizieren, was Badegäste angefasst haben. Foto: Rebel

Das Kombitecket gibt es unter Corona-Bedingungen nicht – entweder Freibad oder Hallanbad, ein Übertritt vom einen zum andere ist nicht möglich. „Wir mussten innerhalb kürzester Zeit einen komplett eingespielten Betrieb von rechts auf links drehen“, beschreibt Poppeck die Herausforderung, den Badebetrieb nach den neuen Hygienevorgaben zu regeln. Er hofft auf das Verständnis der Badbesucher und dass sich die Sache einspielt. Die Aufgaben des Kassenpersonals beschränken sich damit auf die Erklärungen für die Besucher, wie der Badaufenthalt läuft und worauf sie achten müssen.

Doppelter Personaleinsatz

Auch für das Personal bringt die neue Situation Veränderungen mit sich. Denn auch hier gelten die obligatorischen Arbeitsschutzmaßnahmen. So wurden bei der Wasseraufsicht zwei Teams gebildet, die jeweils vier Tage arbeiten und vier Tage frei haben. Auf diese Weise wird verhindert, dass die Teams sich immer wieder mischen, was allerdings an den Becken den doppelten Personaleinsatz erfordert.

Neu für die Besucher ist, dass sie das Bad nur in bestimmten Zeitfenstern – sogenannten Slots – besuchen können. Slot eins ist von 9 bis 10.30, Slot zwei von 11 bis 12.30, Slot drei von 13 bis 17.30 und Slot vier von 18.30 bis 20 Uhr. Die Pausen nutzen die Badangestellten, um all das, was die Badegäste angefasst haben, mit Desinfektionsmittel zu reinigen. Mit roten Eimern und Tüchern bewaffnet, werden die Edelstahl-Handläufe und die Einstiege poliert.

Auf der grünen Wiese hat sich bislang noch niemand niedergelassenn, nur zwei Schwimmer ziehen im Becken ihre Bahnen. Die Liegewiese wurde verkleinert, gesperrt ist sowohl das Volleyballfeld als auch der Spielplatz.

Auf die Plätze: Im Hallenbad trainieren Abiturienten des Edith-Stein-Gymnasiums für das Sportabi. Foto: Rebel

Im Hallenbad ist mehr los. Dort trainieren gerade vier Schwimmerinnen und Schwimmer für das fachpraktische Sportabitur. „Auf die Plätze, los“ gibt Sportlehrerin Hannah Breitinger den Startschuss, dann pflügen die Abiturienten in drei verschiedenen Stilen durchs Wasser. Die Stoppuhr läuft.

Eine Hauptaufgabe für das Personal ist, die Einhaltung der Abstandsregeln zu überwachen. Dazu gehören auch unzulässige Personenansammlungen. Wenn Ermahnungen nicht helfen, drohen sogar rosa Zettel. „Wir stellen die gleichen Strafzettel aus wie das Ordnungsamt“, sagt Poppeck. Zuletzt könne sogar ein Badverbot ausgesprochen werden. „Wie werden allerdings versuchen, so wenig wie möglich einzuschreiten und hoffen auf die Einsicht der Badegäste“, sagt der Bäderchef.

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