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Nachwuchsgewinnung

Pandemie erschwert die Kandidatensuche beim Brettener Jugendgemeinderat

Wer sich für einen Platz im neuen Brettener Jugendgemeinderat bewirbt, sollte unter anderem kontaktfreudig und kommunikativ sein. Die Nachwuchssuche läuft, die Bewerbungsfrist endet am 28. Juli.

Mal ganz analog: An einem Infostand warben Jugendgemeinderätin Vivien Bohr (links), ihr Kollege Miklos Kopcsándi und Chris Sommer von der Geschäftsstelle des JGR im Rathaus mit anderen (von links), für die Wahl des neuen Gremiums am 26. September in Bretten. Foto: Tom Rebel

Es war 2021 schwierig, Kandidaten für den Brettener Jugendgemeinderat zu finden. Die Wahl sollte ursprünglich im März stattfinden, wurde pandemiebedingt jedoch verschoben. Sie findet nun am 26. September, dem Tag der Bundestagswahl, statt.

Seit Wochen werben die Brettener Jung-Politiker auf Social-Media-Kanälen oder mit Infoständen um Nachwuchs. Die Geschäftsstelle des Jugendgemeinderats (GS-JGR) im Rathaus unterstützt sie dabei, wirbt auf der Homepage der Stadt oder im Amtsblatt.

„Aber Schulbesuche sind das effektivste Werbemittel“, sagt Chris Sommer, fügt dann aber an: „Eigentlich.“ Sommer ist fürs Marketing bei der GS-JGR zuständig. Deren Hauptaufgabe ist die Kandidatengewinnung.

Üblicherweise kommt die städtische Delegation alle drei Jahre zur Nachwuchsgewinnung für den JGR in die Schulen, zum Ende der jeweils laufenden JGR-Amtszeit.

Im Edith-Stein-Gymnasium und in der Max-Planck-Realschule stießen die Besuche nun auf Interesse. Wie Sommer bedauert aber auch Oberbürgermeister Martin Wolff (Freie Wähler), dieses Jahr nicht mehr Schulen besucht zu haben.

Das „effektivste Werbemittel“ greift 2021 nicht richtig

„In den Schulen gewinnen wir normalerweise die meisten Bewerber für den Jugendgemeinderat“, sagt Sommer. Ihm sei dabei der direkte Kontakt wichtig, betont Wolff und erklärt: „Aktive Mitglieder des Jugendgemeinderats vermitteln hier einen realen Eindruck von der Gremienarbeit.“

Das komme in den Schulen gut an. Nicht selten entwickelten sich auch Gespräche, etwa über Wünsche der Jugendlichen zu Verbesserungen in der Stadt, so der OB.

Noch im Amt: Nina Frick und Marla Reiß sind bis zur Wahl im Herbst noch Jugendgemeinderätinnen in Bretten. Sie besuchten mit Oberbürgermeister Martin Wolff eine Klasse der Max-Planck-Realschule in Bretten. Mit dabei war Schulleiterin Angela Knapp (hinten im Bild von links). Foto: Alisa Dittes

Doch 2021 fürchteten einige Schulen unnötige Infektionsrisiken und lehnten die Anfragen ab, berichtet Sommer. Der Brettener JGR besteht aus 13 Personen.

Im März fanden sich nicht ausreichend Bewerber, deshalb wurde die Wahl in den Herbst verschoben. Inzwischen gibt es zwar mit 14 Personen genügend Kandidaten, Bewerbungen sind über das Formular auf der Homepage der Stadt noch bis zum 28. Juli möglich.

Jana Freis ist Sprecherin des amtierenden JGR. Die 21-Jährige muss im Herbst altersbedingt ausscheiden. Als Nachfolger im Sprecher-Amt möchte sich Miklos Kopcsándi anbieten, „sofern ich am 26. September gewählt werde“. Kopcsándi ist zuversichtlich.

Die Arbeit wird leichter, je mehr Gesichter man zu den Namen kennt.
Jana Freis, Sprecherin des Jugendgemeinderats Bretten

Er ist erst seit einem Jahr im Jugendgemeinderat: „Ich kam erst als Nachrücker 2020 in den JGR.“ Die Erinnerung an die eigenen Anfänge ist also noch frisch. Darum könne er den Jüngeren den Einstieg erleichtern, meint er.

Der 19-Jährige hat gerade sein Abitur in der Tasche. Er führte neben fünf weiteren Jugendgemeinderatsmitgliedern beispielsweise an Infoständen wie zuletzt auf dem Marktplatz Gespräche mit Brettenern, um für die JGR-Wahl zu werben.

Denn Kopcsándi und die jungen Kollegen sehen inzwischen, was machbar ist: Eines der Lieblingsthemen Kopcsándis ist beispielsweise die Modernisierung der Stadtbeleuchtung.

Mit der weiteren Umstellung auf LED oder Solar könne man viel Strom und Kosten sparen. Kopcsándi freut sich auch auf sein Duales Studium der Wirtschaftsinformatik, Fachrichtung Software-Engineering, in Karlsruhe.

„Passenderweise gehören Kommunen zu den Kunden der Firma, in der ich den praktischen Teil absolvieren werde.“ Da lassen sich dann Ehrenamt und Berufsziel verknüpfen, meint er.

Die amtierenden Jugendgemeinderäte hoffen, dass Manches von ihrer Vorarbeit im nächsten Gremium Früchte tragen wird: Beispielsweise das Nachttaxi, das als Thema von Larissa Becker angestoßen wurde, oder die geplanten Geschenkgutscheine für den Brettener Handel.

Der JGR sei bei Bürgern, der Verwaltung und im Gemeinderat mehr ins Bewusstsein gerückt, meint Sprecherin Freis. Der JGR werde mehr eingebunden. Nicht ohne Stolz verweist Freis auf das von ihr und dem Gremium Geleistete.

Freis, die sich als offen und kommunikativ bezeichnet, gibt den Nachfolgern mit: „Ich kann ganz kühn sagen, ich kenne da jetzt fast alle im OB-Büro und im Gemeinderat. Die Arbeit wird leichter, je mehr Gesichter man zu den Namen kennt.“ Kontakte zu schmieden sei also mit am wichtigsten, betont Freis.

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