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780.000 Euro teuer

Sanierung der Oberderdinger Wasserentnahmestelle am Stadion ist abgeschlossen

Zunächst wurde der Tiefbrunnen saniert und die Wasserleitung zum Freibad erneuert. Aber auch das Pumpenhaus wurde vom Boden bis zum Dach grundsaniert und innen mit neuester Technik aufgerüstet.

Die Baumaßnahmen sind abgeschlossen: Die Sanierung des Pumpenhauses und der gesamten Technik ließ sich die Gemeinde Oberderdingen einiges kosten. Hierfür sollen die Nutzer nun tiefer in die Tasche greifen. Foto: Michael Fritz

Die Gemeinde Oberderdingen betreibt „als freiwilliges Angebot“, wie Bürgermeister Thomas Nowitzki im Ausschuss für Technik und Umwelt betonte, zwei öffentliche Wasserentnahmestellen, an denen auch die Bevölkerung Wasser zapfen kann. Eine in Großvillars, die andere am Stadion in Oberderdingen.

Nowitzki informierte über die kürzlich abgeschlossene aufwändige Sanierung der Anlage am Stadion. Zunächst wurde der Tiefbrunnen saniert und die Wasserleitung zum Freibad erneuert. Aber auch das Pumpenhaus wurde vom Boden bis zum Dach grundsaniert und innen mit neuester Technik aufgerüstet. Hierfür wurden rund 780.000 Euro investiert.

Oberderdinger dürfen Wasser zapfen

In erster Linie dient das Wasser aus dem Tiefbrunnen zur Versorgung des ebenfalls sanierten Freibades. Auf Rang zwei der Prioritätenliste rangieren die Sportplätze, die mit dem Wasser beregnet werden, bevor die in der Nähe liegenden Vereine (Tennis und Reiten) zum Zuge kommen. Über einen Rüssel an der Pumpstation dürfen auch die Einwohner Oberderdingens Wasser zapfen, um ihre Felder oder die Weinberge zu bewässern. Auch Auswärtige, die Grundstücke in Oberderdingen bewirtschaften, kommen in den Genuss dieser Serviceleistung der Gemeinde.

Seit Jahren erhebt die Gemeinde für die Möglichkeit einer unbegrenzten Wasserentnahme eine eher symbolische Jahresgebühr von 20 Euro. Diese Einnahmen in Höhe von knapp 3.500 Euro reichen laut Bürgermeister Nowitzki „nicht einmal, um die Abschreibung der aktuellen Investitionen zu decken“. Zeit also, „um über eine Erhöhung dieser Jahresgebühr nachzudenken“, so der Schultes, der für Anfang des neuen Jahres einen Vorschlag für eine Gebührenerhöhung ankündigte. In der sich anschließenden Diskussion zeigten sich die Gemeinderäte hierfür durchaus offen. Nowitzki verwies auch auf die Nachbargemeinden, die in den vergangenen Monaten Nutzungsbeschränkungen und Gebühren eingeführt hätten.

Entnahme mit Berechtigungsscheinen

Nach Recherchen dieser Zeitung führte im April Sulzfeld eine Nutzungsordnung für die dortige Wasserentnahmestelle ein. Auswärtige Personen und die Entnahme von Kleinstmengen führten zu einem hohen Verkehrsaufkommen und Warteschlangen. Die Ausgabe von Berechtigungsscheinen an Einheimische und Auswärtige, die ein Grundstück in Sulzfeld bewirtschaften, regelt seither den Zugang.

Eine Jahresgebühr in Höhe von 40 Euro wurde eingeführt. Diese Maßnahme hat offensichtlich zu solch heftigen Wanderungsbewegungen geführt, dass daraufhin die Beschwerden in Kürnbach zunahmen. Im Herbst wurden darum in Kürnbach eine Zugangsregelung wie in Sulzfeld und ebenfalls eine Jahresgebühr von 40 Euro eingeführt. Außerdem wurde die Abgabe pro Zapfvorgang auf 2.000 Liter begrenzt, um Wartezeiten abzukürzen.

Allein in Zaisenhausen ist die Wasserentnahme noch unbeschränkt für jedermann und kostenfrei möglich. „Wir gehen davon aus, dass vorrangig Einheimische Wasser holen, kontrollieren das aber nicht“, so Bürgermeisterin Cathrin Wöhrle, die jedoch im heißen Sommer zum Wassersparen aufgerufen hatte. Zaisenhausen hat bis heute sogar eine eigene Wasserversorgung mit zwei Quellen und versorgt auch noch den Kraichtaler Ortsteil Bahnbrücken mit Trinkwasser. In Bretten gibt es nach Auskunft der Verwaltung und der Stadtwerke keine öffentlichen Wasserentnahmestellen.

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