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Besuch beim Melanchthon-Gymnasium

Schultag in Bretten unter Corona-Bedingungen: Warm anziehen bei geöffneten Fenstern

Am Brettener Melanchthon-Gymnasium haben die verordneten Hygienebestimmungenm, die auch in der Hausordnung aufgenommen wurden, so einiges auf den Kopf gestellt. Schulleiterin Elke Bender hat mit ihren Kollegen eine neue Pausenregelung auf den Weg gebracht. So läuft der Schulalltag ab:

Weit geöffnet sind die Fenster immer wieder. Noch lassen es die Temperaturen zu, doch erleichtert wird das Lernen dadurch nicht immer. Foto: Florian Ertl

Seit mehr als einem Monat gilt an den Schulen im ganzen Land nun eine Maskenpflicht und eine Hygiene- und Corona-Verordnung. Neben den üblichen Schulsachen bestehend aus Büchern, Heften, Federmäppchen und einem Pausenbrot müssen Schüler nun auch an eine Schutzmaske denken. Wie hat sich der Schulalltag seitdem verändert?

Am Brettener Melanchthon-Gymnasium (MGB) haben die verordneten Hygienebestimmungen so einiges auf den Kopf gestellt. Schulleiterin Elke Bender hat mit ihren Lehrkräften eine neue Pausenregelung auf den Weg gebracht. Zudem wurde die Hausordnung um wichtige Hygieneregeln ergänzt. Für die Schülerinnen und Schüler beginnen die zwei großen Pausen am Vormittag nun zeitlich versetzt. Die Klassen 5, 7 und 9 starten immer fünf Minuten früher in die Pause und haben daher auch fünf Minuten früher wieder Unterrichtsbeginn. Für die restlichen Klassen und die Kursstufe gelten die gewöhnlichen Pausenzeiten.

Für alle Klassenstufen gilt, dass diese sich nur noch in den für sie vorgesehenen Bereichen auf dem Pausenhof aufhalten dürfen. Hierfür wurden mit Spraydosen verschiedene Grenzlinien auf den Pausenhöfen des MGB eingezeichnet, die die Bereiche der Klassenstufen einrahmen. Durch diese Maßnahmen soll eine Durchmischung der Klassenstufen verhindert und das Kohorten-System, das bei der Eingrenzung eines Krankheitsausbruch zu greifen kommt, aufrechterhalten werden.

Alle 20 Minuten wird gelüftet

Doch das ist nicht das Einzige, das sich seit den Herbstferien im Alltag der Schüler verändert hat. Die dauerhafte Maskenpflicht und das geordnete Lüften in regelmäßigen Zeitabständen stehen seitdem an jedem Schultag an. Die Regelung für das Lüften sieht vor, dass alle 20 Minuten für fünf Minuten durchgelüftet wird.

Die Umsetzung dieser Regeln wird von Klasse zu Klasse, von Kurs zu Kurs unterschiedlich organisiert. „Manche Lehrer achten selbst darauf, dass nach 20 Minuten gelüftet wird. Andere Lehrer delegieren es dann an zwei Schüler weiter, die sich beim Lehrer melden, sobald es an der Zeit ist, die Fenster aufzumachen“, berichtet ein Schüler einer zehnten Klasse.

Der Schüler schildert außerdem, dass es nur sehr selten vorkomme, dass das Lüften vergessen wird. „In der Regel denkt irgendjemand daran und erinnert dann den Lehrer. Das funktioniert eigentlich ganz gut“, so ein Neuntklässler. Mit dem Lüften und den daraus folgenden kühleren Temperaturen in den Klassenzimmern und Fachräumen habe er kein Problem. Man müsse sich eben nur warm anziehen, meint der Schüler.

Sportunterricht weiterhin ohne Maske

Im Gespräch mit den Schülern wird diese Meinung von vielen bestätigt. Bezüglich der Maskenpflicht scheinen sich die Meinungen der Schülerinnen und Schüler des Melanchthon-Gymnasiums, seit der Einführung nur wenig verändert zu haben. „Mit dem Tragen der Maske habe ich kein Problem. Falls man mal das Gefühl bekommt, dass man frische Luft braucht, so dürfen wir jederzeit ans Fenster und die Maske kurz abnehmen. Einmal durchatmen und weiter geht es“, erzählt ein Abiturient, für den im Mai die Abschlussprüfungen anstehen.

Was er aber nicht wirklich nachvollziehen könne, sei die Maskenpraxis während des Sportunterrichts. „In meinen Augen sollte hier die Devise „Ganz oder gar nicht“ gelten. Es ergibt für mich keinen Sinn, während des normalen Unterrichts eine Maske zu tragen, während man weiterhin Sport unterrichtet und währenddessen keine Maske getragen wird“, so der Oberstufenschüler, für den ein Ausfall des Sportunterrichts eine passendere Maßnahme wäre.

Schulleiterin Bender stellt diesen Kritikpunkten die effektive Handhabe des Kohorten-Systems entgegen. Die Kritikpunkte am System waren der Rektorin früh bekannt, wie sie in einem Gespräch mit den BNN vor einigen Wochen schon betonte. Jedoch sah Bender in der jetzt gängigen Praxis bereits einen guten Kompromiss. „Wichtig ist vor allem, das Unterricht stattfinden kann und wir uns einen Weg durch diese Krise bahnen“, sagte Bender seinerzeit.

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