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DRK Bretten ruft auf zu helfen

Privatleute aus Bretten drucken Schutzvisiere gegen Coronavirus in 3-D-Druckern

Vier private 3-D-Drucker sind im Raum Bretten im Einsatz. Sie drucken Gesichts-Visiere, wie sie beispielsweise Rot-Kreuz-Kräfte über Mund-Nasen-Schutz und Brille zum Schutz vor dem Coronavirus tragen. Das DRK sucht weitere Privatleute mit 3D-Druckern.

Christoph Glück, Bereitschaftsleiter des DRK Bretten, trägt hier selbst ein Schutzvisier, wie es derzeit Privatpersonen mit ihren 3-D-Druckern für Pflegepersonal in der Region herstellen. Foto: Bangha

Vier private 3-D-Drucker sind im Raum Bretten im Einsatz. Sie drucken Gesichts-Visiere, die medizinisches Personal zum Schutz vor dem Coronavirus tragen kann.

Fünf bis zehn am Tag seien je Drucker zu schaffen, sagt Christoph Glück, Bereitschaftsleiter des DRK-Ortsvereins Bretten. Er kontaktierte die Besitzer von 3-D-Druckern, sobald er die Open-Source-Druckvorlage erhalten hatte, Mustervorlagen, die frei im Internet erhältlich sind.

Nun reichen 20 bis 40 Schilde am Tag nicht weit. Also sucht Glück weiter: vor allem nach desinfizierbaren Gummibändern, zur Befestigung der Visiere am Kopf, nach Laminierfolien oder besser gleich nach Herstellern dünner, biegsamer Plexiglasscheiben und nach Firmen, die solche Visiere in größeren Mengen drucken können.

Schutzvisier 3-D-Druck Foto: Glück

Visier 3-D-Druck Foto: None

Abnehmer zu finden werde dagegen kein Problem sein, nimmt der DRK-Bereitschaftsleiter an. Neben dem DRK selbst denkt er an Pflegepersonal, auch in Seniorenheimen. „Es dürfen sich gern alle beim DRK Bretten melden“, sagt Glück, „alle, die Visiere brauchen und alle, die uns bei der Herstellung helfen können“, ruft er zur Solidarität auf.

Die Face-Shields sind schon im Einsatz.
Professor Michael Henrich, Kreisverbandsarzt des DRK

„Es war nicht meine Idee. Ich habe eine Mail von den St. Vincentius-Kliniken Karlsruhe mit den Druck-Mustern und Anleitungen für den Zusammenbau bekommen.“ Auch , sagt: „Diese Face-shields sind schon im Einsatz, auch beispielsweise in unserer zentralen Notfallaufnahme und sie funktionieren einwandfrei.“

Die Brettener sind nicht die einzigen, die helfen wollen. In Baden-Baden sitzen Lehrer an Schul-Druckern, die sie nach Hause nehmen durften und drucken nonstop Schutzschilde .

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Nach den Druck-Mustern können die Visiere und ihre Halterungen aus handelsüblicher Druckerpaste hergestellt werden. Dann werden sie – „in einer Low-cost-Variante“, so Christoph Glück – mit Laminierfolie oder auch mit Folie von Overheadprojektoren und Gummiband zu einem funktionierenden Gesichtsschutz kombiniert.

Mit einem Standardlocher lassen sich die Ösen stanzen

Christoph Glück, Bereitschaftsleiter des DRK Bretten

Über zwei Stunden braucht ein kleinerer 3-D-Drucker für das Gestell. Es kommt mit vier Haken aus dem Drucker, in die dann die Folie eingespannt wird. „In die Folie kann man mit einem Standardlocher die Befestigungsösen einfach hineinstanzen“, erläutert Glück.

Laminierfolie ist auch knapp

Allerdings werde auch Laminierfolie bereits knapp, schildert Professor Henrich seine Erfahrung, nachdem das KIT Karlsruhe für die Klinik über Nacht 200 Stück hatte drucken wollen und dann wegen knappen Materials diese Zahl nicht ganz erreicht habe.

So suchen viele, auch das DRK Bretten nach Alternativen für Laminierfolie, wie etwa nach dünnen Plexiglasscheiben. Die Brettener Rotkreuzler haben Bilder der Prototypen auf Facebook eingestellt, um andere Besitzer von 3-D-Druckern zu erreichen. „Die Visiere bedecken auch die Augen. So wird das Risiko einer Infektion über Aerosole über die Augen sehr verringert“, so Glück.

Professor Henrichs bestätigt: „Ein weiterer Vorteil ist, dass Brillenträger so ihre eigene Brille tragen können.“ Übliche Schutzbrillen würden als Einmalbrillen gefertigt, sagt Glück und sie hielten darum nicht lange durch und sie seien kaum mehr auf dem Markt erhältlich.

Kontakt zum DRK Bretten ist unter folgender Emailadresse möglich: kontakt@drk-bretten.de. Die Open-Source-Druckanleitung findet sich unter diesem Link .

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