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Das Bezahlen geht häufig kontaktlos vonstatten

Wie die Brettener seit Corona meistens bezahlen

Der Trend des bargeld- und kontaktlosen Bezahlens im Einzelhandel, der während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr beschleunigt wurde, hat sich auch über die Sommermonate fortgesetzt. Welche Beobachtungen machen die Volksbank Bruchsal-Bretten und die Sparkasse Kraichgau?

Kontakt wird auch beim Bezahlen vermieden: Nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie nutzen immer mehr Kunden bei ihren Einkäufen die Möglichkeit des bargeld- und kontaktlosen Bezahlens. Hierfür ist meist nur ein EC-Karten-Lesegerät notwendig, zudem ist das Bezahlen auch via Handy-App möglich. Foto: Georg Wenzel/dpa

Fast die Hälfte aller Einkäufe im Einzelhandel wurden während des Lockdowns im Frühjahr bargeldlos getätigt. Mit dem Griff zur EC- oder Kreditkarte sowie zu Smartphone oder Smartwatch, womit dem Verbraucher noch weitere Zahlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, ging also häufig auch das Bezahlen kontaktlos vonstatten.

Dieser Trend, den für Bretten und das Umland die Sparkasse Kraichgau und die Volksbank Bruchsal-Bretten bestätigen, hat sich über die Sommermonate fortgesetzt. Und auch in den Tagen des „Lockdown light“ machen die Kunden in den lokalen Geschäften regen Gebrauch vom elektronischen Geldverkehr.

Bargeldlos Bezahlen ist mit und ohne PIN-Eingabe möglich

Unterscheiden muss man hier zwischen zwei Vorgängen: Entweder man steckt die Karte in das Lesegerät und gibt noch seine PIN ein, oder man legt die Karte nur auf das Gerät, so geht das Bezahlen völlig kontaktlos über die Bühne. „Der Trend weg vom Bargeld hin zu mehr Kartenzahlungen ist nicht erst durch Corona entstanden, aber er wurde durch Corona verstärkt und beschleunigt.

Oft dauert das kontaktlose Bezahlen weniger als eine Sekunde, denn bei Summen bis 50 Euro ist in der Regel keine PIN-Eingabe nötig“, erklärt Norbert Grießhaber, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Kraichgau, auf BNN-Anfrage.

Demnach seien allein von Februar bis April bei der Sparkasse Kraichgau die Transaktionen mit der Sparkassen-Card um 10,9 Prozent auf rund 600.000 Vorgänge gestiegen. „Der Anteil der kontaktlosen Bezahlungen lag dabei im April bei 54 Prozent – ein Rekordwert. Im Februar, zu Beginn der Corona-Pandemie, waren es noch 41,5 Prozent“, berichtet Grießhaber.

„Die Akzeptanz des bargeldlosen Bezahlens hat 2020 im Vergleich zu vorherigen normalen Jahren deutlich zugenommen“, ergänzt Andreas Wahl, Teamleiter Medialer Vertrieb/Elektronische Bankdienstleistungen bei der Volksbank Bruchsal-Bretten.

Gesteigertes Interesse bei Händlern und Unternehmen

Jedenfalls haben bargeldlose Bezahlverfahren, zu denen neben den bekannten EC-Kartenzahlungen mittlerweile auch Apple Pay und Google Pay gehören, beim Einkaufen egal in welcher Branche immer mehr an Akzeptanz gewonnen. Deshalb verzeichnen die beiden regionalen Banken seit einigen Monaten natürlich auch bei Händlern und Unternehmen ein gesteigertes Interesse hierfür. „Vor allem in der Gastronomie sind in den letzten Monaten viele tragbare EC-Geräte für die Bedienungen angeschafft worden – und auch hier wird jetzt verstärkt kontaktlos bezahlt“, sagt Wahl.

Dabei sei es häufig vorgekommen, dass sich Gastronomen oder Händler, bei denen elektronisches Bezahlen schon vorher möglich war, ein weiteres Bezahlgerät, ein sogenanntes Terminal, angeschafft haben. „Immer mehr Unternehmen beschäftigen sich mit der Thematik bargeldloser Transaktionen.

Viele Händler und Dienstleister haben den Zeitpunkt der Corona-Krise genutzt, um neue Wege zu gehen“, berichtet Grießhaber. In dem Zusammenhang hätten viele Händler, bei denen man längst bargeldlos einkaufen konnte, festgestellt, dass ihre vorhandenen Geräte auch kontaktloses Bezahlen unterstützen.

Mittlerweile werden oft schon Kleinbeträge mit Karte bezahlt

Diese Aussagen kann Heike Böhm nur bestätigen. „Natürlich gibt es immer noch Kunden, die mit Bargeld bezahlen, aber die meisten zahlen mit Karte. Das war bei mir übrigens auch schon vor Corona so“, sagt die Inhaberin des Modegeschäfts Formvollendet in der Weißhoferstraße. Während man es etwa beim Bäcker doch meist mit Kleinbeträgen zu tun habe, sei man beim Kleiderkauf eben schnell bei einem höheren Geldbetrag und greife dann fast automatisch zur EC-Karte, so Böhm.

Auch bei Tic Tac Pohl, dem Uhren- und Schmuck-Fachgeschäft in der Brettener Fußgängerzone, wird in der Regel auf elektronischem Weg eingekauft. „Manche Kunden zahlen sogar einen Batteriewechsel mit Karte, obwohl es hier oft um Beträge unter zehn Euro geht“, berichten die Inhaberinnen Agathe Pohl und Monika Lawetzki.

Allerdings würden auch hier manche Kunden eine Uhr oder Schmuck bar bezahlen. Diese Leute schauen dann vorher, was das jeweilige Produkt kostet, und heben dann diesen Betrag gezielt vom Konto ab.

Ab und zu werden auch größere Beträge bar bezahlt

Von ähnlichen Erfahrungen berichtet Sabine Schönleber. „Auch bei uns zahlen viele Kunden mit Karte. Dennoch gibt es schon noch den ein oder anderen Barzahler – auch bei größeren Beträgen“, sagt die Inhaberin des Grillfachgeschäfts Grillsache in der Weißhofer Galerie. Im Gegensatz zu früher werde mittlerweile aber oft schon bei kleineren Beträgen die EC-Karte gezückt. „Und dann wird meistens auch kontaktlos bezahlt“, betont Schönleber.

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