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Wahlkampf

Freie-Wähler-Kandidat Steffen Schmid sieht das Land in der „digitalen Steinzeit“

Für die Bürger und ihren Alltag seien funktionierende Kommunen das Wichtigste, weiß Freie-Wähler-Kandidat Steffen Schmid. „Nehmen Sie nur die Vereine. Die leiden unter Nachwuchsmangel, weil sich niemand die ausufernde Bürokratie antun will“

Eine wachsende Kluft zwischen Bürgern und Politikern hat Steffen Schmid seit Corona ausgemacht. Foto: Monika Eisele

Suchend schaut sich Steffen Schmid, Bundestagskandidat der Freien Wähler (FW) aus Malsch, auf dem Brettener Marktplatz um. Aber die einzig größere Menschenansammlung wartet auf den Beginn der Stadtführung.

Zum Teil dürfte das Desinteresse der Bürger dem nass-kalten Wetter geschuldet sein. Aber Schmid hat noch eine andere Erklärung: „Die Kluft zwischen Bürgern und Politikern ist größer geworden seit Corona. Diese wieder zu schließen ist eine Aufgabe der Bundestagswahl“.

Politik und Verwaltung hätten sich fast schon verselbstständigt. Der Staat belaste die Bürger mit zu viel Verwaltung, Bürokratie, Gesetzen und Auflagen, die zudem unverständlich und nicht nachvollziehbar seien. „

Funktionierende Kommunen sind für Bürger das Wichtigste

Wir sind mit unseren Strukturen zu unbeweglich geworden“, sagt Schmid und verweist auf versprochene Corona-Hilfen, die bei den Betroffenen nicht ankommen. Mitverantwortlich dafür sei die „digitale Steinzeit“ in Deutschland.

Die Vereine leiden unter Nachwuchsmangel, weil sich niemand die ausufernde Bürokratie antun will.
Steffen Schmid, Bundestagskandidat der Freien Wähler aus Malsch

Für die Bürger und ihren Alltag seien funktionierende Kommunen das Wichtigste. „Nehmen Sie nur die Vereine. Die leiden unter Nachwuchsmangel, weil sich niemand die ausufernde Bürokratie antun will“, sagt Schmid, der selbst Mitglied in zahlreichen Fördervereinen ist, sich für Musik, Literatur und Kultur interessiert. So es die Zeit zulässt, greift der „eingefleischte KSC-Fan“ gerne in die Tasten seines Klaviers.

Zudem finde der Wahlkampf zunehmend im Internet statt, die Menschen seien es nicht mehr gewöhnt zu Veranstaltungen zu gehen oder sind noch immer vorsichtig, meint der mittelständische Unternehmer, der für den Wahlkreis Karlsruhe-Land antritt. Von Haus aus Betriebswirt, liegt sein Themenschwerpunkt auf Wirtschafts- und Finanzfragen.

Alle wollen Bildschirmarbeitsplätze, dabei ist das Handwerk wichtig, auch um eigene Versorgungsstrukturen aufrecht zu erhalten.
Steffen Schmid, Bundestagskandidat der Freien Wähler aus Malsch

Der Mittelstand werde zu wenig wahrgenommen, findet Schmid. Mit Sorge beobachte er, wie das Handwerk immer mehr ins Hintertreffen gerate. „Alle wollen Bildschirmarbeitsplätze, dabei ist das Handwerk wichtig, auch um eigene Versorgungsstrukturen aufrecht zu erhalten. Das ist auch Vorsorge“, sagt Schmid.

Großkonzerne und internationale Handelsstrukturen seien ebenfalls wichtig, aber nicht nur. „Wie schnell Versorgungsketten reißen können, hat uns Corona gezeigt“. Mehr junge Menschen in handwerkliche Ausbildung zu bringen, sei auch eine Frage der Entlohnung.

„Viele Menschen brauchen inzwischen zwei Jobs, um leben zu können“, kritisiert Schmid. Das berge sozialen Sprengstoff. Dringlich sei eine Antwort auf die Frage, wie die Sozial- und Hilfsleistungen finanziert werden sollen. Dabei müsse der Inflation Einhalt geboten werden, denn „Inflation bedeutet immer auch Wohlstandsverlust“, sagt Schmid.

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